Gomadingen Energie effizienter einsetzen

Das Quartierskonzept soll für den Gomadinger Ortskern mit dem dort vorhandenen älteren Gebäudebestand erstellt werden.
Das Quartierskonzept soll für den Gomadinger Ortskern mit dem dort vorhandenen älteren Gebäudebestand erstellt werden. © Foto: Archiv/Ralf Ott
Gomadingen / Von Ralf Ott 16.05.2018

Die Gemeinde Gomadingen will ihren Beitrag zum Klimaschutz verstärken. „Wir sind schon relativ weit“, sagte Bürgermeister Klemens Betz in der jüngsten Gemeinderatssitzung eingangs und verwies auf das seit 20 Jahren betriebene Blockheizkraftwerk (BHKW) und die Wasserkraftgewinnung. Doch die Chance, mit Hilfe eines energetischen Quartierskonzeptes innovative Wärmekonzepte sowie Sanierungsmaßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz von älteren sowohl öffentlichen wie auch privaten Gebäuden auf den Weg zu bringen, soll genutzt werden. Grundlage ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Verkehr-, Bau- und Stadtentwicklung.

Voraussetzung für den Erhalt von Fördermitteln ist ein energetisches Quartierskonzept, verdeutlichten Tobias Kemmler und Abrahim Dold von der Klimaschutzagentur des Landkreises Reutlingen. Ziel des von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aufgelegten Förderprogramms zur energetischen Stadtsanierung sei es, die Sanierungsquote von derzeit 0,8 auf 2,5 Prozent zu steigern. Der Anteil der eingesetzten erneuerbaren Energien soll erhöht und damit der Verbrauch fossiler Energieträger verringert werden.

Die Maßnahmen müssen sich auf ein abgegrenztes Gebiet beziehen. „Der Ortskern ist hier natürlich sehr interessant“, so Dold. Die Erstellung des Quartierskonzeptes wird von der KfW mit 65 Prozent bezuschusst. Die Kommune kann ihren Eigenanteil zum Beispiel durch eigenen Personalleistungen um weitere 15 Prozent verringern und die Erdgas Südwest hat in Aussicht gestellt, weitere zehn Prozent der Kosten als Sponsor zu übernehmen. Unterm Strich rechnet die Klimaschutzagentur mit maximalen Ausgaben in Höhe von 132 300 Euro. Nach Abzug der Zuschüsse und Eigenleistungen verblieben letztlich 13 230 Euro bei der Gemeinde.

Ein Element des Quartierkonzepts ist die Abstimmung kommunaler Liegenschaften. Derzeit verfügt die Holzhackschnitzelanlage für die Schule noch über freie Kapazitäten, die für das Alte Rathaus, das Gemeinde- oder Feuerwehrhaus sowie das Pfarrhaus genutzt werden könnten, verdeutlichte Betz. Wichtig ist den Akteuren die regionale Wertschöpfung, die Energieberatung der Bürger, die Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen mit Hilfe von speziellen Projektangeboten in Schule und Kindergarten und die Bürgerbeteiligung durch Informationsveranstaltungen sowie die Etablierung eines Lenkungskreises. Die von der Klimaschutzagentur angebotene kostenlose Energieberatung kann natürlich auch in anderen Ortsteilen nachgefragt werden. Das Quartierskonzept wiederum dient als Grundlage, um ein vereinfachtes Sanierungsgebiet auszuweisen, um die aufgezeigten Verbesserungspotentiale im zweiten Schritt baulich umzusetzen.

Auch weitere nachhaltige Themen wie ein Mehrgenerationenhaus, Mobilität oder ein Leitbildprozess ließen sich einbeziehen. Nach der Zustimmung des Gremiums rechnet Dold im Sommer mit der Bewilligung und im September könnte eine erste Informationsveranstaltung stattfinden.

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