Engstingen Einfahrt im Minutentakt

Engstingen / Joachim Lenk 02.07.2018

Im Jahr 2015 fand das erste Treffen von US Cars und Harley-Motorrädern in Engstingen statt. Damals zählte der veranstaltende Verein US-Car-Club Southside Rebels Neckar-Alb mit seinen elf Mitgliedern rund 150 zwei und vierräderige Fahrzeuge. Am Wochenende gab es die vierte Auflage dieses Events, das sich in der Szene inzwischen einen Namen gemacht hat. Dem kleinen, aber feinen Verein aus dem Ort, der jetzt doppelt so viele Mitglieder in seinen Reihen hat, ist es am Samstag und Sonntag gelungen, knapp 800 Autos und Motorräder auf die Alb zu lotsen. Das ist Rekord.

Amerikanische Fahrzeuge sind für viele mehr als nur Autos. Coole Ami-Schlitten sind Kult, strahlte Vorsitzender Claus Maier über das ganze Gesicht, als im Minutentakt aufgemotzte Pick-Ups, fette Vans sowie Pony- und Muscle-Cars an ihm vorbei tuckerten.

Fahrzeuge, die man sonst nur im Kino oder im Fernsehen sieht. „Das ist amerikanische Automobil-Geschichte zum Anfassen“, meinte ein Besucher, der mit seinem Smartphone die imposanten Ami-Schlitten ablichtete. Dieses Jahr reisten die Leute nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Luxemburg, der Schweiz, aus Österreich, Lichtenstein und aus den Niederladen an.

Auch dieses Mal gab es wieder einige Raritäten zu sehen. So zum Beispiel einen „Detroit Electric“ aus dem Jahr 1918, hergestellt von der Anderson Electric Car Company. Kein Witz. Bleibatterien versorgten damals das Auto mit Strom. Eine Revolution vor 100 Jahren.

Ein Hingucker war auch der silbergraue „Cadillac Superior Sideloader Hearse“, ein amerikanischer Leichenwagen aus dem Jahr 1971. Diese grau lackierte Rarität mit Sarg und Urne kam aus Neu-Ulm nach Engstingen. Einen kürzeren Anfahrtsweg hatte die 7,8 Meter lange Stretch-Limousine aus dem Jahr 1991. Das 3,3 Tonnen schwere Gefährt reiste aus Münsingen an. Der Lincoln Town Car schluckt auf 100 Kilometer bis zu 18 Liter Sprit.

Klar, Cadillacs gab es ebenfalls zu bestaunen. So zum Beispiel einen 5,5 Meter langen und 2,05 Meter breiten Schlitten, der als Hardtop-Limousine in der Serie 62 im Jahr 1957 gebaut wurde.

Geburtstag wurde am Wochenende ebenfalls gefeiert. Und zwar der von Harley-Davidson. 1903 hatten vier junge Männer in Milwaukee einen Motor in einen Fahrradrahmen gesetzt, erzählten eingefleischte Fans der Kultmaschinen, die auf das 115. Wiegenfest kräftig anstießen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel