Riedlingen Einfaches Prinzip

Preisverleihung für den Bundessieger von "Jugend forscht" im Bereich Chemie: Alexander Emhart mit Bildungsministerin Annette Schavan und dem thüringischen Kultusminister Christoph Matschie. Foto: Jugend forscht
Preisverleihung für den Bundessieger von "Jugend forscht" im Bereich Chemie: Alexander Emhart mit Bildungsministerin Annette Schavan und dem thüringischen Kultusminister Christoph Matschie. Foto: Jugend forscht
WALTRAUD WOLF 23.05.2012
Der Riedlinger Abiturient Alexander Emhart ist bei "Jugend forscht" in Chemie Bundessieger geworden und darf zum europaweiten Wettbewerb nach Bratislava. Ministerin Annette Schavan zeichnete ihn aus.

Bildungsministerin Annette Schavan interessierte sich im Eissportzentrum der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt für die Arbeit des Riedlinger Abiturienten und ließ sie sich erklären. Er befasste sich mit Wasserstoff als Energieträger der Zukunft, gewonnen bei der Vergärung von Biomasse. Allerdings bilden sich dabei auch andere Gase. Der 19-Jährige aus dem Riedlinger Teilort Neufra hat eine Elektrolysezelle entwickelt, die Wasserstoff sauber trennt. Die Apparatur, die Alexander Emhart konstruiert hat, arbeitet mit einem sehr hohen Wirkungsgrad von mehr als 90 Prozent und benötigt für die erwünschte Gastrennung nur wenig Energie.

Das würdigte Laudator Dr. Gerd Romanowksi, Geschäftsführer des Fonds der Chemischen Industrie, und hob insbesondere das erstaunlich einfache Prinzip für ein umfangreiches Problem hervor. Zum mit 1500 Euro dotierten ersten Preis gab es noch den Europapreis und eine Einladung zum 24. EU-Wettbewerb für junge Wissenschaftler im September im slowakischen Bratislava.

Drei der zehn Bundessieger wurden dafür ausgewählt. Bis dahin muss der junge Mann, der im Herbst ein Studium in Richtung Chemie oder Technik anstrebt, seine Arbeit ins Englische übersetzen. Auch die Präsentation muss er in Englisch halten. Von "Jugend forscht" werden ihm dafür zwei Mentoren zur Seite gestellt. Und Heinz Bee, Englischlehrer am Kreisgymnasium, sagte spontan seine Mithilfe zu.

Freuen durfte sich Alexander zudem über den ebenfalls dotierten Zukunftstechnologiepreis. Begeistert von dem Erfolg in Erfurt ist sein Betreuer Hermann Heinzelmann am Kreisgymnasium Riedlingen, der seine Ausdauer und seinen exzellenten analytischen Verstand rühmt. Nachwuchsforscher hat er schon unzählige begleitet und viele haben Siege nach Riedlingen geholt. Doch ein Bundessieger war bislang noch nicht darunter. Erst vor kurzem hat Oberstudiendirektor Georg Knapp den Abiturienten innerhalb einer Gesamtlehrerkonferenz für seine bisherigen Erfolge bei "Jugend forscht" gewürdigt und mit einer Schulmedaille ausgezeichnet.

Völlig überwältigt von der Preisverleihung zeigte sich seine Mutter Gerlinde Emhart, die mit ihrem Mann Werner nach Erfurt gefahren war und miterlebt hat, wie man sich um ihren Sohn nahezu "gerissen" hat. Gefallen habe allen auch seine bescheidene, ruhige und freundliche Art, verrät sie. Am Montag Morgen saß er wieder in der Schule und am Nachmittag in der Forscher-AG von Hermann Heinzelmann.