Hayingen Eine Demonstration des Schullalltags

Mit einem Musical feierte die Digelfeldschule Hayingen ihr 65-jähriges Jubiläum.
Mit einem Musical feierte die Digelfeldschule Hayingen ihr 65-jähriges Jubiläum. © Foto: Foto: Maria Bloching
Hayingen / Maria Bloching 02.07.2018

Diese Aufführung war eine beeindruckende Glanzleistung aller 91 Schüler. Gemeinsam mit ihren Lehrern hatten sie im Vorfeld tolle Kostüme und eine sehenswerte Kulisse mit wunderschönen Requisiten entworfen, Tänze einstudiert und unter der musikalischen Leitung von Cornelia Kühn Lieder gelernt, die das Publikum begeisterten.

So wurde das Musical „Lass die Farben in dein Leben“ zu einer grandiosen Demonstration des Hayinger Schulalltags, der laut Bürgermeister Kevin Dorner wie ein „bunter Strauß an Augenblicken“ ist. Generationen von Kindern hätten diese Schule besucht und damit den Grundstein für ihr weiteres Leben gelegt. „Die Stadt Hayingen und ihre Bürger sind mit ihrer Schule eng verbunden“. Dies zeige sich in der Gemeinschaft: „Als Schüler lernt man nicht nur das ABC und das kleine Einmaleins, sondern auch das miteinander leben, aufeinander achten und das gegenseitige Rücksichtnehmen. Hier müssen Spielregeln eingehalten werden, das ist wichtig, wenn viele Menschen aufeinander treffen“, so Dorner.

Und das waren viele in den vergangenen 65 Jahren, wie Schulleiterin Bärbel Walzer erinnerte. Im Oktober 1952 wurde das Schulhaus als „Katholische Volksschule“ eingeweiht. Der damalige Pfarrer Johannes Schwendele und Oberlehrer Rothermel unterrichteten in drei Klassenzimmern. 1969 übernahm Jakob Kratz das Amt des Schulleiters, ihm folgte 1987 Otto Braunbeck. Unter seiner Regie erhielt die Schule den Namen „Digelfeldschule“, der zuerst einstimmig vom Stadtrat abgelehnt und erst nach langer Überzeugung genehmigt wurde. 2010 wurde Bärbel Walzer Rektorin, heute gehören der Schule 91 Schüler und neun Lehrerinnen an.

Von Beginn an waren die Schülerzahlen stetig gestiegen und musste bereits 1965 angebaut werden, 1996 folgte ein weiterer Anbau mit dem heutigen Musiksaal, dem Foyer und Fachräumen im Untergeschoss. „Der war nötig, weil es damals über 220 Schüler gab“, führte Bärbel Walzer aus. Denn seit der Gemeindereform 1975 besuchen auch Kinder aus den Teilorten die Hayinger Grundschule, bis 2008 wurde sogar das Schulgebäude in Ehestetten noch von der Grundschule mit genutzt. Darüber hinaus war ja auch die Hauptschule hier bis vor ihrem Abzug 2008 untergebracht.

Doch die Räume des Schulhauses wurden in den letzten 65 Jahren nicht nur für den Unterricht genutzt. In ganz frühen Zeiten war die öffentliche Badeanstalt, das städtische Duschbad, im Keller untergebracht. All die Jahre gingen Vereine zum Proben ein und aus und auch heute noch sind sie gern gesehene Gäste. Auch die Volkshochschule bietet im Schulhaus ihre Kurse an. Heute beherbergt die Digelfeldschule einen Teil des Stadtarchivs, sie bietet der TigeR-Gruppe Platz und im Untergeschoss wird der Kostümfundus des Naturtheaters aufbewahrt.

So wurde das Schulfest und insbesondere das Musical dazu genutzt aufzuzeigen, was die Schulgemeinschaft alles leisten kann.  In ihrer musikalischen Vorstellung versammelten Elfen berühmte Maler zu einer gemeinsamen Konferenz, um die Farben der Welt zu retten. Deren wichtigste Gemälde wurden tänzerisch und gesanglich auf die Bühne gebracht. Zu sehen waren fröhliche und verspielte Elfen samt zwei ergebenen Dienern, Van Gogh als angenehmer und besonnener holländischer Maler, der italienische Arcimboldo mit südländischem Charme und künstlerischer Begeisterung für Früchte, Claude Monet als eingebildeter und vornehmer Franzose mit empfindlicher Seele, der spanische und stolze Pablo Picasso mit Temperament im Blut und der verschrobene Hundertwasser aus Österreich, der sich durch nichts aus der Ruhe bringen ließ.  Die Akteure durften sich über begeisterten Beifall der rund 350 Gäste freuen und auch über eine Spende des Narrenvereins in Höhe von 260 Euro.

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