Fasnet Ein Programm vollgepackt mit Witz und guter Laune

Ehestetten / Maria Bloching 04.02.2018

Schon allein die eindrucksvolle Dekoration im Haus der Lilie sorgte beim ersten diesjährigen Ball am Samstagabend dafür, dass sich das närrische Publikum rundum wohlfühlte. Rund 150 Besucher kamen zur Premiere. Ihnen wurde ein abwechslungsreiches, sehenswertes und äußerst amüsantes Programm geboten, das nach Herzenslust lachen ließ und einige unbeschwerte Stunden bescherte.

Besonders beeindruckend war das Engagement des närrischen Nachwuchses, der wieder einmal die Bühne sowohl mit anspruchsvollen Tänzen als auch mit unterhaltsamen Sketchen und Vorträgen stürmte und die Zuschauer für sich einnahm. Allen voran Emilia Hölz, Lara Hölz und Bastian Buck als „Schualer-Buaba“, denen gleich nach dem stimmungsvollen Auftakt durch die Schalmeien die Herzen der Ballbesucher zuflogen. Sie reimten über ihr Schülerdasein und stellten fest, dass ihnen von ihrer Jugend neben all der Lernerei nicht viel bleibt. „Dui Schual mitsamt de Noda, dui kait vom Bundestag verboda“. Die Drei appellierten an die Erwachsenen, für mehr Kinder zu sorgen und sie auch mal zu loben: „Ihr kennet doch bloß motza, des isch manchmal scho zom kotza“. Denn „mir Kender send en der heutiga Zeit en ra hoffnungslosa Menderheit“.

Doch um Nachwuchs zu zeugen, braucht Frau den passenden Mann. Wie schwierig die Suche sein kann, zeigten Marcel und Tim König mit ihrem Sketch „Ich suche einen Mann“. Hier war Profiarbeit gefragt, denn auf dem freien Markt gestaltet sich das Abschleppen schwierig: „Bsoffa flirta isch wia hungrig eikaufa: ma brengt hoim was ma gar et will“. Jung und reich soll er sein, denn alt wird er von allein. Kochen, putzen und verwöhnen muss er können: „Er soll et raucha ond et saufa. En Ma braucht Gehorsam ond Disziplin, s’Maul soll er halta ond Sex gibt’s noch Plan“. Da hilft kein Eheinstitut, sondern nur ein Wunder: „En auskocheter, alter Wäschlomba – älles andere wär für di Verschwendung“.

Zum Brüllen komisch war auch die Szene auf dem Hauptbahnhof Rechtenstein. Pia Schadow und Luis Pichlmaier ernteten für ihre Darbietung viele Lacher und jede Menge Beifall, insbesondere nachdem klar war, weshalb der Junge seine Hände immer nach oben hielt. Schließlich wollte er in die Stadt und seiner Frau einen BH kaufen: „Ond der muaß so groß sein“, zeigte er zum Schluss die Körbchengröße an.

„Bimbam aber au“, schimpften die Heiligen Drei Könige samt Sternträger und Publikum unisono, wenn es darum ging, Begebenheiten aus dem vergangenen Jahr noch einmal Revue passieren zu lassen. Agathe Bross, Christel Geiselhart, Ulli Rist und Carola Hölz diskutierten über vegetarisches Essen („I ess Fleisch, mir dand dia kleine Tofula leid. Mei Essa hebt der Schwanz ond scheißt auf dei Essa“), über die große Politik, den Premiumwanderweg und den Verlust der schwäbischen Kultur.

Nach dem Motto „der Bauer in der Stadt“ zeigte Elfriede (Heike Schmitt) der Beamtin im Landratsamt (Lisa Zissner), wo der Bartel den Most holt. Eigentlich wollte sie nur ihren Massai Fergusson offiziell anmelden, doch dazu kam es erst gar nicht. Die derbe Bäuerin brachte Leben in die Amtsstube und schreckte dabei selbst vor dem Landrat nicht zurück.

Wie es ist, wenn Frauen gesetzteren Alters „a bissle wuschig send“, Männer aber nicht mehr ihre volle Leistung bringen, erfuhr das Publikum ausführlich von „Paula ond Gerlinde“ alias Lukas Knupfer und Sebastian Junger. Die zwei besonderen Damen ließen tief blicken, teilten neben ihren Erfahrungen („das Leben ist viel zu kurz für lange Vorspiele“) auch den Eierlikör: „Besser Eierlikör als gar koin Eisprong“.

Wie bereits in den vergangenen Jahren war die kreative und ideenreiche Aufbereitung des Ehestetter Ortsgeschehens durch die Brüder Frank, Stefan und Markus Hölz der Höhepunkt des Programms. Als Schäfer kommt man im Biosphärengebiet schließlich mit seinen Schafen weit herum. Man sieht und hört viel und kann deshalb auch allerhand berichten. Vom missglückten Saisonstart in Wimsen (die komplett mit Eis gefüllte Gefriertruhe war nicht eingesteckt) über einen Betrunkenen, der aus dem Fenster spucken wollte und dabei das Fliegengitter übersah, bis hin zum ereignisreichen Wasserlass mit Bürgermeister Kevin Dorner auf der Toilette beim Hayinger Zunftball wurde hier das vergangene Jahr noch einmal in Erinnerung gerufen.

Und natürlich gab es sehenswerte Tänze mit tollen Choreografien von den Klugscheißern und den Cheerleadern, von den Dance Fighters und dem Männerballett, das die US Navy nach Ehestetten holte. Fast 60 Akteure trugen bei diesem 26. Hecka-Schmecker-Ball zum besten Gelingen bei.

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