Vereine Ein Jahreskonzert der Superlative

Aushilfsdirigent Stephan Broß wurde beim Konzert mit den Eglinger Heimatmusikanten vom Publikum gefeiert.
Aushilfsdirigent Stephan Broß wurde beim Konzert mit den Eglinger Heimatmusikanten vom Publikum gefeiert. © Foto: Maria Bloching
Eglingen / Von Maria Bloching 02.01.2018

Gemeinsames Singen und Musizieren hat in Eglingen Tradition und sorgt für den dörflichen Zusammenhalt. Wie schön es klingt, wenn die unterschiedlichen Ensembles und Gruppierungen untereinander harmonieren, war im Rahmen des Jahreskonzerts am Samstagabend im vollbesetzten Gemeindehaus deutlich hörbar. Kaum einmal hatten es die Akteure geschafft, ihr Publikum mit den Darbietungen dermaßen zu begeistern und zu beeindrucken.

Das abwechslungsreiche Programm zeigte das enorme Potential auf, das sowohl in den Sängern wie auch in den Instrumentalisten steckt. Es braucht nur Dirigenten, die dieses Potential wecken und fördern können. Und die gibt es derzeit beim Gemischten Chor mit Daniela Schlageter, bei der Junior Jugendkapelle Eglingen-Ehestetten mit Mariana Peric-Kirschenheuter und ganz besonders bei der Jugendkapelle Eglingen-Ehestetten und bei den Eglinger Heimatmusikanten mit Stephan Broß.

Schon einmal schwang der Trompeter aus den eigenen Reihen übergangsweise den Taktstock bei der aktiven Kapelle. Nachdem nun der bisherige Dirigent Ekki Schumann nach lediglich eineinhalb Jahren die musikalische Leitung abgab, sprang Broß wieder ein. „Der müsste es eigentlich sein“, waren sich Konzertbesucher und Musikanten einig. Denn Broß versteht es wie kein anderer, die einzelnen Register mitzunehmen und zu fordern. Der junge Vater von drei kleinen Kindern hat ein sensibles Ohr, ein Gespür für Menschen und vor allem ungeheuer viel Taktgefühl, doch leider auch nicht unbegrenzt Zeit für die Leitung von Juka und Heimatmusikanten. Deshalb sind die Eglinger derzeit auf der Suche nach einem neuen Dirigenten.

Für die Qualität des Konzertes aber hätte ihnen nichts Besseres als Stephan Broß passieren können. Unter seinem Dirigat boten sie schönste Blasmusik in Perfektion. Mit dem schwungvollen und beschwingten Marsch „O Vitinho“ von Francisco Marques Neto, der unterhaltsamen „Schlittenfahrt in den Alpen“ von Alfred Bösendorfer, der „Bodensee-Polka“ von Alexander Pfluger und dem Marsch „Die Sonne geht auf“ von Rudi Fischer präsentierten sie traditionelle Weisen auf hohem Niveau, doch auch in der Filmwelt fühlten sich die Musiker mit „Pirates of the Caribbean: At World´s End“ von Hans Zimmer, „Cinderella´s Dance“ aus „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ von Karel Svoboda, „The time of my live“ aus „Dirty Dancing“ von Frank Bernaerts sowie „Moment for Morricone“ von Ennio Morricone hörbar wohl. Für große Begeisterung und für Gänsehaut beim Publikum sorgte auch das Medley mit Songs von Eric Clapton.

Zuvor schon hatte der Musikantennachwuchs die Zuhörer mit einer beachtlichen Leistung beeindruckt. Die 15 jungen Musiker der Junior-Juka brachten mehrere Stücke aus Jacob de Haans „Welcome tot he World“ zu Gehör, während die rund 20 Akteure der Juka einen eindrucksvollen Auftritt absolvierten. Insbesondere beim anspruchsvollen „The Great Locomotive Chase“ von Robert W. Smith wurde das bereits vorhandene Können der Jugendlichen deutlich hörbar und vom Publikum mit begeistertem Applaus honoriert.

„Unser Gemischter Chor ist auf dem aufsteigenden Ast“, freute sich dessen Vorstand Roland Kloker. Einige neue Sänger und insbesondere die musikalische Leitung von Daniela Schlageter, übrigens die Schwester von Stephan Broß,  haben in den letzten zwei Jahren dafür gesorgt, dass sich nicht nur die Quantität, sondern vor allem die Qualität des Chors deutlich gesteigert hat. Die Freude am Gesang war bei jedem Lied herauszuhören. Ob mit Klavier- und Percussionbegleitung von Susanne Hinkelbein und Jan Schlageter oder A-Capella: Dieser Chor singt aus Begeisterung und weckt Begeisterung. So auch an diesem Abend mit „Winterwunderland“, „Ein kleines Stück Musik“, „Schon die Abendglocken klangen“, „Was ich Dir wünsche“ und „Ich hab das Fräulein Helen baden sehn“.

Dass die fast 30 Sängerinnen und Sänger sowie ihre Dirigentin Neuem und vor allem Außergewöhnlichem gegenüber stets offen sind, zeigten sie eindrucksvoll mit der Zugabe: einem Marsch ohne Text, an dem sie über ein Jahr lang mit Erfolg geübt hatten.

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