Hayingen Ein Garant für gute Stimmung

Während des Oktoberfestes der Stadtkapelle Hayingen ehrten (von links) Dirigent Herbert Pfister und die Vorsitzende Lisa Pfister (ganz rechts) die erfolgreichen Nachwuchsmusikerinnen Antje Bross und Sandra Oberdorfer. Foto: Roswitha Häbe
Während des Oktoberfestes der Stadtkapelle Hayingen ehrten (von links) Dirigent Herbert Pfister und die Vorsitzende Lisa Pfister (ganz rechts) die erfolgreichen Nachwuchsmusikerinnen Antje Bross und Sandra Oberdorfer. Foto: Roswitha Häbe
Hayingen / ROSWITHA HÄBE 22.10.2012
Das traditionelle Oktoberfest der Hayinger Stadtkapelle war wieder Garant für eine tolle Stimmung. Mit schmissiger Musik und Klamauk wurde in der Turn- und Festhalle weißblaue Seligkeit gefeiert.

Ein Augen- und Ohrenschmaus wurde dem zahlreichen Publikum am Samstagabend beim 30. Oktoberfest der Stadtkapelle mit einem schwungvollen Repertoire aus Polka, Marsch und Walzer geboten. Schon beim Einmarsch in das schön geschmückte "Musikantenstadl" feuerte das Ensemble mit einem schwungvollen "Alpengruß" die Stimmungskanone ab.

Das 58 Mitglieder zählende Orchester unter Stabführung von Vollblutdirigent Herbert Pfister hatte unter dem Slogan "Böhmisch soll es klingen" wieder ein abwechslungsreiches Programm einstudiert und schaffte es mühelos, das zahlreiche Publikum mit seinem Musikrepertoire zu begeistern. Die Stücke, launig von den verschiedenen Registern vorgestellt, brachten Stimmungen, Inhalte und Charaktere der Musik nahe, die Kapelle setzte diese durch ihre lebendige, ausdrucks- und schwungvolle Vortragsweise perfekt um.

Melodisch und frisch klangen fröhliche Weisen, die gekonnt und exakt musiziert wurden, wie der "Egerländer Zauber" und die "Bodensee-Polka", beides Kompositionen von Alexander Pflüger. Saxophone brillierten beim Stück "Toledo" und präsentierten einen südamerikanischen Tanz, bevor das Publikum auf eine voluminöse "Abenteuerreise" entführt wurde, der ein fröhliches "Seefest" folgte.

Auch der Nachwuchs ist bei der Stadtkapelle gefragt. Eine über mehrere Jahre dauernde fundierte Ausbildung ist eine Selbstverständlichkeit. So wurde die Querflötistin und stellvertretende Jugendleiterin Antje Bross für ihre zehnjährige Mitgliedschaft und erfolgreiche D3-Prüfung mit der bronzenen Ehrennadel des Blasmusikverbandes Neckar-Alb ausgezeichnet. Eine weitere hochkarätige Musikerin hat der Verein mit Sandra Oberdorfer, die ebenfalls die D3-Prüfung mit dem Saxophon bravourös abgeschlossen hat und mit der Ehrennadel des Bläserjugendverbandes Baden-Württemberg belohnt wurde.

Beide wurden von ihrem Dirigenten, der zugleich auch Landesvorsitzender des Bläserjugendverbandes ist, gemeinsam mit der Vorsitzenden Lisa Pfister geehrt. "Wir Musikanten, befreundet durch Musik und Gesang und das ein Leben lang", gesungen von den Vereinskameraden, rundeten die Ehrung gefühlvoll ab.

In der Pause strapazierte die Theatergruppe die Lachmuskeln der Gäste. Das Stück "Ein Beamter zeigt Bürgernähe", eine Satire über Hinweisschilder, Antragsformulare und die sinnvolle Nutzung eines Toilettenhäuschens, spielten Sabine Maier, Sonja Schnitzer und vor allem Alwin Reiner als "waschechter Beamter" mit viel Esprit und Schwung. Vom gut eingespielten Wirtsteam mit Radi, Weißwürsten und einer Maß Bier gestärkt, freute sich das Publikum auf den zweiten Teil des Abends, bei dem das Orchester dann richtig aufdrehte. Mit dem diesjährigen Wiesn-Hit "Tage wie diese", bei dem sich Instrumentenregister mit vitalem Ausdruck gut in Szene setzten, hielt endgültig Oktoberfeststimmung Einzug. Der Scherzachtaler Ohrwurm "Bergheimat" sowie "Sag nur einmal ja" waren weitere musikalische Höhepunkte und auf die tschechische Polka "Becherovka" stimmten die Musikanten ihre Gäste mit einem Kräuterschnäpsle ein.

"Mein Herz brennt, Gustl komm her und spiel für mich die Feuerwehr", rief Saxophonistin Dagmar Herter von der Bühne, bevor mit "Trara es brennt" den Hayinger Floriansjüngern und ihrem Kommandanten August Herb ein Ständchen gebracht wurde. Der Konzertmarsch "Neue Welt" bildete den angekündigten Abschluss des dreistündigen mitreißenden Vortrags. Aber ohne zwei weitere Zugaben ließen die Zuhörer die Musiker und ihren Dirigenten nicht von der Bühne. Herbert Pfister öffnete eine weitere Schublade und verabschiedete das begeisterte Publikum mit dem Hayinger Jubiläumsmarsch, einer Komposition von Tenorhornbläser Anton Ranz, sowie Julius Fuciks berühmtem Militärmarsch "Unter dem Doppeladler". "Einfach Klasse", fand nicht nur Bürgermeister Robert Riehle den exzellenten Auftritt der Stadtkapelle Hayingen.