Kirche Die Vier Weisen aus dem Morgenland

Beim „Jesus House“, einem christlichen Treff für Einheimische und Flüchtlinge, fand kürzlich ein Weihnachtsfest statt.
Beim „Jesus House“, einem christlichen Treff für Einheimische und Flüchtlinge, fand kürzlich ein Weihnachtsfest statt. © Foto: Jürgen Notz
swp 28.12.2017

In Verbindung mit dem „Jesus House“, dem christlichen Treff für Einheimische und Flüchtlinge in Münsingen, fand kürzlich ein gemeinsames Weihnachtsfest mit gut 70 Besuchern statt. Die seit rund zwei Jahren bestehenden „Jesus House“-Veranstaltungen werden gemeinsam geleitet von Frank Hintzenstern (Evangelische Landeskirche) und Pastor Jürgen Notz (Evangelische Freikirchlichen Gemeinde / Baptisten Münsingen), beteiligt ist auch der CVJM Münsingen. Das Besondere am „Jesus House“-Weihnachtsfest: Einheimische feierten gemeinsam ein Fest für und mit Flüchtlingen. Während die „Hiesigen“ aus Münsingen, aber auch aus Pfullingen, Hengen und Eningen unter Achalm kamen, waren Flüchtlinge zum Beispiel aus dem Iran, Syrien, der Türkei, Kurdistan, Afghanistan, Gambia und Nigeria dabei.

Gemeinsam wurde in Bildern und kurzen Theaterszenen (gespielt von Deutschen und Flüchtlingen), die Weihnachtsgeschichte erzählt. Auch Jesus und seine Eltern waren quasi Flüchtlinge. Sie mussten in einem armseligen Stall übernachten, weil ihnen niemand ein Zimmer anbieten wollte. „Wer mit Jesus leben möchte, gewinnt einen Vater, Freund und das ewige Leben“, so die Botschaft des Abends. Aus drei Weisen wurden spontan vier und diese wurden von Flüchtlingen aus dem Iran gespielt. Das war eine kuriose und vielleicht sehr reale Parallele zur biblischen Geschichte, in der von den Weisen gesprochen wird, die aus dem Osten, aus dem Morgenland, also vielleicht aus der Region des heutigen Iran, gekommen waren, um das Jesuskind zu suchen. Die christliche Botschaft wurde in Deutsch und Englisch von Justin Notz vorgetragen und von Afschin Delacrooz (Farsi) und Alaa Saydi (Arabisch) übersetzt. Feinfühlige, ausdruckstarke, mit Gitarre begleitete Lieder wurden von Alexa und Stefan Mädicke vorgetragen. Weihnachtslieder zum Mitsingen begleitete Hans Martin Reinhardt am Piano.

Auch das angekündigte internationale Büffet ließ keine Wünsche offen. Ein Junge aus Münsingen, der als Besucher dabei war, strahlte und meinte „So ein großes Buffet habe ich noch nie gesehen!“

Ida Bronner und Andrea Klemer hatten mit Unterstützung von zahlreichen Flüchtlingen das Buffet organisiert und die Tische weihnachtlich dekoriert. Für die Kinder gab es noch Geschenke und gespendete, gebrauchte Kinderbücher, die mit nach Hause genommen werden konnten. Gemeinsam mit Flüchtlingen und Deutschen wurde danach der große Küchendienst verrichtet und für alle die ohne Auto gab es einen Fahrdienst.

Im neuen Jahr ist wieder ein weiteres „Jesus House“ geplant, dann zum Thema „Ostern und Pfingsten“. Dabei werden wieder die dazugehörigen Bibelgeschichten im Mittelpunkt stehen und es wird gemeinsam gefeiert werden, wie es im Pressebericht heißt. Außerdem ist angedacht, zur Fußball-WM die schon legendären Münsinger Public Viewings der Spiele mit der deutschen Nationalmannschaft im evangelischen Gemeindehaus anzubieten, dazu jeweils ein christlichen Impuls zu „Ball und Bibel“.

Zwischen den Veranstaltungen ist der „Jesus House“-Helferkreis im Einsatz bei Fahrdiensten für Flüchtlinge, bietet Hilfe an bei der Wohnungs- und Möbelsuche, bei Bewerbungen und Behördengängen.

Info Weitere Infos und aktuelle Termine auf der Jesus House Facebookseite: „Jesus House Münsingen“.