Hayingen Die Odyssee gerät zum abenteuerlichen Road-Trip

Reiner Frenz 23.06.2018

Eine skurrile Mischung aus Roadmovie und Sandalenfilm wird in diesem Jahr im Hayinger Naturtheater geboten. Dort halten die Götter des griechischen Olymps Einzug und ein angehender Bräutigam wird zum modernen Odysseus. „Die Schwäbische Odyssee“ hat das Autoren und Regisseur-Paar Silvie Marks und Johannes Schleker ihr aktuelles Stück genannt, „frei nach Homer und mit Humor“.

In der griechischen Taverne „Olymp“, die in einem abgelegenen Flecken mitten auf der Alb ihre Eröffnung feiert, landet der künftige Bräutigam, mit viel Situationskomik gespielt vom erneut herausragenden Dietmar-Landenberger-Edelburg, mit seinen Kompanen nach einer wahren Umleitungs-Odyssee beim Junggesellenabschied. Richtig krawallig mit Sexpuppe im Pick Up, mit Metalband-Fan-Shirts mischen sie das Premierenpublikum im „Olymp“ auf. Dessen Wirt (Peter Edelburg) hat Großes vor: Er will Erlebnisgastronomie der besonderen Art anbieten in Form eines epischen Dinners mit griechischen Heldengeschichten: Die Abenteuer des Odysseus als Sieben-Gänge-Menü.

Sieben-Gänge-Menü

Doch sowohl der Junggesellenabschied als auch das gastronomische Experiment laufen gewaltig aus dem Ruder, als die Götterstatuen auf dem Dach des „Olymp“, gerade noch von Servicekraft Susi (Betha Herb) abgestaubt, zum Leben erwachen. Zeus (Peter Brendler) und Co wollen wollen das Ländle und seine Bewohner mal richtig aufmischen. Trunkenbold Dionysos (Winfried Knein) macht den Anfang, schlürft den erstarrten Tavernen-Gästen den Ouzo weg.

Bräutigam Odysseus ist zum göttlichen Versuchskaninchen auserkoren worden und erlebt die Irrfahrt seines Lebens, auf der er immer tiefer in die mythische Welt der Zyklopen, Zauberinnen, Sirenen und Nymphen eintaucht. Statt mit einem Schiff ist er Auto unterwegs, statt tosender Stürme schicken die Götter Umleitungsschilder.

„Mensch bleibt Mensch“ behaupten die alten Götter, die damals wie heute die Geschicke des Odysseus lenken, „egal ob alter Grieche oder Spätzlesschwob“. Und wenn der schwäbische Recke den Zyklopen (Torsten Pohling) bezwingt oder seine Freunde von der Zauberin Zirze in Schweine verwandelt werden, verschwimmen die Zeitebenen und niemand kann sich dem Bann des antiken Mythos entziehen. Wie ihre antike Vorlage ist auch „Die Schwäbische Odyssee“ ein Stück über das Suchen, nach dem richtigen Weg, nach der wahren Liebe und einem erfüllten Leben.

Große Herausforderung

Eine große Herausforderung sei es gewesen, das 800-Seiten-Werk Homers auf ein zweistündiges Abendprogramm herunterzubrechen. „Im alten Griechenland hat man die Odyssee drei Tage lang aufgeführt“, sagt Johannes Schleker.

Info Premiere war am Sonntag, 17. Juni. Die weiteren Aufführungstermine: Samstag, 23., 30., Juni, 7., 14., 21. und 28. Juli, 11., 18., 25. August sowie 1. September, Sonntag, 20 Uhr am 12., 19. und 26. August, Freitag, 27. Juli, 20 Uhr.

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