Hayingen Die Akrobaten der Lüfte

Von Samstag an ermitteln die Segelkunstflieger ihren Deutschen Meister. Gestartet wird am Hayinger Flugplatz. Über diesem können  die Akrobaten der Lüfte dabei beobachtet werden, wie sie ihre Aufgaben lösen.
Von Samstag an ermitteln die Segelkunstflieger ihren Deutschen Meister. Gestartet wird am Hayinger Flugplatz. Über diesem können  die Akrobaten der Lüfte dabei beobachtet werden, wie sie ihre Aufgaben lösen. © Foto: Reiner Frenz
Hayingen / Reiner Frenz 04.07.2018

Von Samstag an wird in Hayingen wieder eine Woche lang die Kunst des Segelfliegens zu sehen sein. Vom 7. bis 13. Juli finden auf dem Segelfluggelände die 24. Deutschen Meisterschaften im Segelkunstflug statt. Am Start sind die besten Piloten des ganzen Landes, die um die Titel in der Advanced- und in der Unlimited-Klasse kämpfen.

Einer, der mitfliegen wird, ist der Hayinger Vereinsvorsitzende Udo Markert. Er ist zugleich Cheforganisator der ganzen Veranstaltung, die ihm und seinen Vereinsmitgliedern alles abverlangt. Längst hat sich ja das kleine Städtchen Hayingen zum Eldorado der Segelkunstflieger entwickelt. Angefangen hat dies 2012 mit der Ausrichtung des Salzmann-Cups, einer Art Vereinsmeisterschaften. Zwei Jahre später war der LSV Hayingen erstmals Ausrichter der Deutschen Meisterschaften und erntete reichlich Lob und Anerkennung von Teilnehmern, Funktionären und Gästen.

Das war für den Verein, für Markert, Ansporn und Motivation genug, es gar mit einer Weltmeisterschaft zu versuchen: „Als wir uns darüber informierten und das umfangreiche Reglement erhielten, haben wir doch kalte Füße bekommen“, berichtet Markert. Ungeachtet dessen hätte der kleine Verein die WM möglicherweise doch ausgerichtet, aber ein anderer Bewerber erhielt für 2018 den Zuschlag.

Die Enttäuschung hielt sich in Grenzen und der Verein entschied, sich erneut für eine Deutsche Meisterschaft zu bewerben, erhielt auch prompt den Zuschlag. „Diesmal wird vieles deutlich entspannter als vor vier Jahren“, ist sich der Dottinger sicher. Man habe ja Erfahrungen sammeln können, wisse, wie die Organisation zu stemmen ist. Und aus diesem Wissen heraus hat der Verein die Verpflegung von Piloten und Teammitgliedern sowie Zuschauern vergeben an die Gaststätte Kreuz in Hayingen: „Wir machen jetzt noch die Getränke und Snacks tagsüber“, so Markert.

Rocknacht mit zwei Bands

Weil’s beim ersten Mal schon so schön war: Wieder steigt eine Rocknight, und zwar im Anschluss an den Freestylecup am Samstag, 14. Juli. Um 19 Uhr legen zunächst einmal die Lokalmatadoren von Granny’s Nightmare los. Abgelöst werden sie von der Ulmer Formation Rock Unlimited, die ja schon vom Namen her prima zum Segelkunstflugsport passt. Die Band gibt es seit mehr als 30 Jahren, in Ulm spielen sie regelmäßig vor 500 Zuschauern oder mehr, weiß Markert. Mit guten Rockcoversongs etwa von Led Zeppelin, Deep Purple, Bon Jovi oder Guns’n’Roses werden sie garantiert für Bombenstimmung sorgen, ist sich der Vereinschef sicher.

Aber auch am 13. Juli, nach der Siegerehrung, wird es Livemusik geben. Bluesikone Joe Vox wird das Festzelt rocken.

Doch zum Sport: 40 Teilnehmer haben sich für die DM angemeldet, 18 davon in der Advanced-Klasse und 22 in der sportlich noch anspruchsvolleren Unlimited-Klasse.

Sieben der „Akrobaten der Lüfte“ gehen dabei für den LSV Hayingen an den Start. Bedauerlicherweise kann der amtierende Deutsche Meister in der Advanced-Klasse, der Engstinger Jens Holnaicher nicht am Wettbewerb teilnehmen, weil er in dieser Zeit seine Prüfungen für die Ausbildung zum Jetpiloten hat.

Bei idealen Bedingungen werden in Hayingen sechs Wettbewerbsdurchgänge geflogen, drei sind das Minimum für eine Meisterschaft. Am Vorabend erhalten die Piloten die Aufgaben des nächsten Tages von der Jury, die siebenköpfig ist mit Steff Hau an der Spitze, überreicht. Mit einer der vier Schleppmaschinen werden sie in 1200 Meter Höhe gezogen in die Mitte der imaginären Box, ein Kubus mit einem Kilometer Länge, Breite und Höhe, dessen Grenzen am Boden mit großen weißen Markierungen versehen sind, die aus der Luft gut ausgemacht werden können.

Ähnlich wie beim Eiskunstlauf werden die Juroren jeden einzelnen Flug nach verschiedenen Kriterien bewerten, etwa der Exaktheit, mit der die Aufgaben geflogen werden. Neigungsänderungen zwischen den Figuren zur Korrektur der Geschwindigkeit werden im Wettbewerb mit Abzügen bestraft.

Einen Pokal gibt es auch beim Freestylecup am 14. Juli zu gewinnen. Dieser ist für Zuschauer besonders interessant, weil mit Rauch aus den Tragflächen und Musik am Boden unterlegt.

Segelkunstflug-DM: Das Programm

Am Freitag, 6. Juli, ist ab 19 Uhr Eröffnungsfeier. Von Samstag, 7. Juli, bis Freitag, 13. Juli, wird jeden Tag geflogen. Beginn und Ende sind vom Wetter abhängig. Die Siegerehrung ist am 13. Juli um 20 Uhr. Bei der anschließenden Abschlussfeier unterhält Joe Vox. Am Samstag, 14. Juli, wird tagsüber der Freestylecup ausgetragen. Ab 19 Uhr steigt die große Rocknight mit Grannys Nightmare und Rock Unlimited.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel