Gemeinderat Die absolute Höhe ist entscheidend

Hohe Gebäude mit nur einem Vollgeschoss, wie beispielsweise links im Bild zu sehen, waren bislang maßstäblich im Zwiefalter Teilort Hochberg. Künftig gibt die absolute Gebäudehöhe den Ausschlag.
Hohe Gebäude mit nur einem Vollgeschoss, wie beispielsweise links im Bild zu sehen, waren bislang maßstäblich im Zwiefalter Teilort Hochberg. Künftig gibt die absolute Gebäudehöhe den Ausschlag. © Foto: Ralf Ott
Zwiefalten / Von Ralf Ott 18.05.2018

Ein Bauvorhaben in einer Baulücke im Zwiefalter Teilort Hochberg lieferte den Anlass, ein Ortsentwicklungskonzept mit Blick auf die Struktur der Gebäude auf den Weg zu bringen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung am Mittwochabend erläuterte Stadtplaner Clemens Künster dem Gremium die Hintergründe. Der geplante Neubau war nach der aktuellen Rechtslage nicht genehmigungsfähig. Grund: Paragraph 34 des Baugesetzbuches sieht vor, dass sich neue Bauvorhaben in die vorhandene Struktur der Gebäude einfügen müssen. Der alte Gebäudebestand ist zwar oftmals sehr hoch, doch mit nur einem Vollgeschoss ausgestattet. In den 70-er Jahren wurde der Kniestock erhöht, um mehr Raum unterm Dach zu bekommen, doch auf diese Weise gibt es immer noch Dachschrägen an den Seiten der Räume. „Jetzt gibt es den Wunsch nach zwei Vollgeschossen“, erläuterte Künster. Das ermögliche natürlich auch eine verstärkte Nachverdichtung.

Der Zustimmung des Gremiums erfolgte letztlich einstimmig. „Das ist weder ein Bebauungsplan noch eine Satzung sondern eine Absichtserklärung über den künftigen Maßstab“, betonte Künster. Demnach gilt nun die absolute Gebäudehöhe als maßgeblich für die Beurteilung, ob sich Neubauten in das vorhandene Ortsbild einfügen. Bei der Dachgestaltung sind mehrseitig – mindestens zwei – geneigte Formen mit einer Mindestneigung von 20 Grad vorgesehen.

„Wir müssen den baulichen Herausforderungen der heutigen Zeit gerecht werden“, sagte Bürgermeister Matthias Henne und die Gemeinde wolle zudem jungen Leuten ermöglichen, in ihrem Heimatort zu bauen. „Wir sind natürlich froh, wenn Bauwillige da sind“, betonte auch Gemeinderat Walter Münch. Auch für Maria Knab-Hänle war klar, dass es „ein Ziel sein muss, die jungen Leute im Ort zu halten“. Zudem müssten Baulücken geschlossen werden, bevor ein Neubaugebiet ausgewiesen werde. „Es ist gut, dass das Landratsamt mitzieht“, sage Klaus Käppeler und Henne lobte das „konstruktive Miteinander“.

Inwieweit die jetzt beschlossenen Grundsätze für Hochberg  auf andere Teilorte übertragbar seien, wollte Gemeinderat Siegfried Waidmann wissen. „Das funktioniert nicht für das ganze Gemeindegebiet“, betonte Künster, „sondern entsprechende Wünsche in anderen Ortsteilen müssen einzeln inhaltlich jeweils belegt und begründet werden“.

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