Pfronstetten Der zweite Teil des Ganges in die Unterwelt steht an

Jetzt werden die Kanalnetze in Aichstetten, Pfronstetten und Tigerfeld befahren.
Jetzt werden die Kanalnetze in Aichstetten, Pfronstetten und Tigerfeld befahren. © Foto: Archiv
Pfronstetten / Jürgen Kühnemund 19.06.2018

In Aichelau, Geisingen und Tigerfeld liegen die Kanaluntersuchungen im Rahmen der Eigenkontrollverordnung schon eine Weile zurück, jetzt steht der zweite Teil an. In Aichstetten, Pfronstetten und Tigerfeld geht es in die Unterwelt.

Alle zehn bis 15 Jahre ist eine Kanaluntersuchung angezeigt. Die letzte gab es in Pfronstetten in den 90ern. Da in Aichelau, Geisingen und Huldstetten Straßenbaumaßnahmen anstanden, wurde 2015 das Ingenieurbüro Langenbach (Sigmaringen) mit den ingenieurtechnischen Leistungen im Zusammenhang mit der digitalen Aufnahme des Wasser- und Abwassernetzes und den Kanaluntersuchungen beauftragt. Die Befahrung selbst erfolgte 2016. Insgesamt wurden 198 Kanalhaltungen (Bereich zwischen zwei Schächten)  auf einer Länge von 6,05 Kilometern erfasst, führte Bürgermeister Reinhold Teufel im Gemeinderat aus. Bei der Auswertung der Kamerainspektionen wurden im Bereich der Hauptleitungen 191 Haltungsschäden gefunden worden.

Dabei kam die Gemeinde aber gut davon, denn 161 Schäden lagen in der Schadensklasse 2 bis 5, müssen also nicht unbedingt sofort in Angriff genommen werden. In der Schadensklasse 0, wo sofortiger Handlungsbedarf angezeigt ist, gab es gar keine Schäden. Doch auch die 33 Schäden der Schadensklasse 1 (starker Mangel) drücken auf die Gemeindekasse. Die Behebung dieser Schäden ist für 2019 vorgesehen und wird den Haushalt mit rund 67 600 Euro belasten. Würde man auch die Schäden der Klassen 2 bis 5 beheben, kämen auf die Kommune weitere Kosten in Höhe von  84 400 Euro zu.

In diesem Zusammenhang wurden auch 368 Hausanschlussleitungen auf einer Länge von 1,3 Kilometern untersucht. Hier fiel das Ergebnis nicht ganz so gut aus. Insgesamt stellte das Büro Langenbach 145 Schäden fest. 20 entfallen auf die Klasse 0, zehn auf die Klasse 1, 23 auf die Klasse 2, 39 auf die Klasse 3, 49 auf die Klasse 4 und vier auf die Klasse 5.

Vorbeugende Maßnahme

Die Verwaltung hat auch in diesem Bereich die Sanierung der Schäden der Schadensklassen 1 (37 600 Euro) und 2 (41 300 Euro) für das Haushaltsjahr 2019 vorgesehen. Danach soll dann über eine Behebung der Schäden in den Schadensklassen 2 (64 400 Euro), 3 (65 000 Euro) und 4 (16 200 Euro) beraten werden, führte Teufel weiter aus.

Und die Gemeinde wird auch vorbeugend aktiv. Um in den Bereichen, in denen Fahrbahnerneuerungen anstehen (Franz-Arnold-Straße und Hayinger Straße in Aichelau, Bergstraße in Geisingen, Kirchstraße in Huldstetten), vor unliebsamen Überraschungen verschont zu bleiben, werden dort die schadensbehafteten Hausanschlussleitungen noch einmal genauer untersucht, damit Reparaturen in offener Bauweise vor beziehungsweise mit der Fahrbahnerneuerung erledigt werden können. Entsprechende Mittel stehen im Haushaltsplan. Insgesamt sei das Ergebnis der Untersuchungen mit einem Schadensvolumen von 152 400 Euro bei den Hauptkanälen und 224 500 Euro bei den Anschlussleitungen in den drei Ortsteilen als erfreulich anzusehen, sagte Teufel.

Im Rahmen der Eigenkontrollverordnung steht nun aber die Untersuchung der Kanäle in den Ortsteilen Aichstetten, Pfronstetten und Tigerfeld an. Die Kanalbefahrung soll auch in diesen Ortsteilen dazu genutzt werden, die bisher nur analog (gezeichnet) vorliegenden Kanalpläne zu digitalisieren, so dass sie dann auch im Geografischen Informationssystem der Gemeinde (GIS) abrufbar sind.

Die Verwaltung schlug nun vor, auch im zweiten Abschnitt das Ingenieurbüro Langenbach zu beauftragen. Für die digitale Aufnahme des Kanal- und Wassernetzes fallen etwa  54 000 Euro an, für die Auswertung der Kanaluntersuchungen rund 35 000 Euro. Die Gesamtkosten liegen somit bei rund 88 000 Euro, wobei im laufenden Haushaltsjahr nur etwa 55 000 Euro benötigt werden, so dass die im Haushaltsplan angesetzten Mittel (70 500 Euro) auf jeden Fall ausreichen, so Teufel. Hinzu komme der Aufwand für die Kanalbefahrung. Hierfür sind noch keine Mittel eingestellt, da die Arbeiten in diesem Jahr nicht erledigt werden können.

Angedacht sei, die Arbeiten zusammen mit den Nachuntersuchungen an den Hausanschlussleitungen im Bereich der Fahrbahnerneuerungen in diesem Jahr noch auszuschreiben und im Jahr 2019 durchführen zu lassen. „Das Kanalthema macht keine große Freude. Da kann man nichts einweihen“, schloss Teufel seine Ausführungen.

Der Gemeinderat stimmte der Auftragsvergabe an das Ingenieurbüro Langenbach zu.

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