Gomadingen Der Standort Dapfen wird gestärkt

Im Gomadinger Kindergarten werden künftig alle Ü3-Kinder der Gemeinde betreut.
Im Gomadinger Kindergarten werden künftig alle Ü3-Kinder der Gemeinde betreut. © Foto: Reiner Frenz
Gomadingen / Von Reiner Frenz 19.07.2018

Die Bedarfsplanung für das Kindergartenjahr 2018/2019 stand im Mittelpunkt der Gomadinger Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. Weil es dabei um grundlegende Entscheidungen ging, hatte Bürgermeister Klemens Betz auch die Kindergartenleiterinnen Helga Broß (Eglingen), Heike Schmitt (Gomadingen) und Tanja Ulmer (U3 Dapfen) eingeladen.

Zunächst aber erläuterte Kämmerin Silke Hirsch, welche Entwicklungen sich im Kindergartenbereich abzeichnen. Aktuell sieht es im U3-Bereich so aus: Es gibt zwei Betreuungsplätze durch den Tagesmütterverein, von denen einer in Anspruch genommen wird. In der Kleinkindgruppe in Dapfen können an drei Vormittagen bis zu zehn Kinder betreut werden, wobei neun Plätze belegt sind. Im Kindergarten Gomadingen stehen maximal drei Plätze zur Verfügung.

Der Bedarf in dieser Altersgruppe wurde im März bei allen Eltern abgefragt. Demnach reichen für sieben Kinder die Öffnungszeiten in Dapfen nicht mehr aus. Fünf dieser Kinder würden eine tägliche Betreuung vormittags brauchen, zwei sogar eine Ganztagsbetreuung. Weil es auch Zuzüge geben wird, würden ab Februar 13 Kinder einen Betreuungsplatz benötigen, eine Zahl, die im weiteren Verlauf auf 15 steigen werde. Damit, so Silke Hirsch, bestehe dringender Handlungsbedarf.

Für die Altersgruppe der Drei- bis Sechsjährigen sind 87 Plätze vorhanden. Das Gomadinger Angebot der Ganztagsbetreuung mit Mittagessen nehmen 21 Kinder in Anspruch. Ein Erweiterungsbedarf ist bei einer Versorgungsquote von 191 Prozent nicht gegeben. In Dapfen sei die Zweitkraft seit jeher über eine Anerkennungspraktikantin abgedeckt worden. Es sei heuer aber nicht gelungen eine Praktikantin zu finden. Aus wirtschaftlichen Gründen sei aber die Einstellung einer Hundert-Prozent-Kraft nicht möglich. Es habe deshalb mehrere Gespräche mit den Eltern gegeben. Letztlich hätten diese sich in einer Sitzung am Montag entschieden, ihre Kinder künftig nach Gomadingen zu schicken, was auch aus pädagogischer Sicht Sinn mache.

„Das war keine einfache Entscheidung für die Eltern, denen ich Dank sage für das konstruktive Miteinander“, erklärte Klemens Betz. Letztlich werde die neue Situation den Kindergarten-Standort Dapfen stärken, ist er sich sicher.

In Dapfen wird es demnach künftig keine Ü3-Gruppe mehr geben, dafür aber zwei U3-Gruppen, in die auch die Gomadinger Kinder aufgenommen werden. Es werden zwei Öffnungszeiten-Varianten angeboten: Montag bis Freitag von 7 bis 13 Uhr beziehungsweise Montag, Mittwoch und Freitag von 7 bis 13 Uhr. Eine der zwei dafür nötigen Erzieherinnen habe man schon, so Betz,  „und die Zweite werden wir finden“. Helga Broß wird mit ihren Dapfener Kindern nach Gomadingen wechseln. Diese sagte, dass die Dapfener Eltern über ihren Schatten gesprungen seien. Man habe eingesehen, dass eine zu kleine Gruppe den Kindern nicht förderlich sei.

In der Diskussion sprach Claudia Ostertag von einer „Win-Win-Situation“. Es sei eine charmante Lösung, weil es künftig nicht mehr heiße, die Dapfener oder die Gomadinger Kinder, sondern die U3- oder Ü3-Kinder. Philipp Hirrle betonte, dass es gut gewesen sei, die Eltern ins Boot zu holen. Die jetzt getroffene Entscheidung sei richtig.

Es ging am Dienstag auch um die Betreuung älterer Kinder. Für Kinder im Grundschulalter besteht die Möglichkeit der Kernzeitbetreuung im Rahmen der Verlässlichen Grundschule durch eine stundenweise eingestellte Betreuungskraft. 47 Kinder nehmen dies in Anspruch.

Außerdem gibt es eine flexible Nachmittagsbetreuung mit Mittagessen, was von 43 Schülern wahrgenommen wird. Durch Kooperation mit Vereinen ist teilweise Betreuung bis 15.30, donnerstags sogar bis 17 Uhr gesichert, war von Silke Hirsch weiter zu erfahren.

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