DRK Jugendrotkreuz Der Nachwuchs packt an

Tapfere Hilfeleistungen und gelungene Verbände zeigten, dass die Helfer gut auf ihre Einsätze vorbereitet waren.
Tapfere Hilfeleistungen und gelungene Verbände zeigten, dass die Helfer gut auf ihre Einsätze vorbereitet waren. © Foto: Heinz Thumm
Heinz Thumm 12.09.2017

Im DRK Ortsverein Zwiefalten-Pfronstetten stehen 34 Jungen und Mädchen im Alter von 8 bis 16 Jahren seit Monaten in Ausbildung zum Jugendrotkreuzler. Nach intensiven Vorbereitungen beteiligten sich 15 Jugendliche an einer anstrengenden „24-Stunden-Übungen“ und stellten sich den Herausforderungen.

Phillip Caspar (26) und Nicole Tress (23) sind die Ausbildungsleiter für die Jugendrotkreuzler. Luisa Caspar, Susanne Schmid, Lothar und Manuel Schwendele, Deborah Thun und Eva Wüstum sind als eifrige Helfer mit im Einsatz. 15 der Kinder und Jugendlichen haben sich die die 24-Stunden-Übung angemeldet und waren mit großem Engagement dabei.

In der ersten Stunde wurden die Nachwuchskräfte in die allgemeinen Regeln eingewiesen. Es gab viele organisatorische Informationen. Es wurden zwei Gruppen gebildet, die mit den Namen „Einhorngääng“ und „Immer im Einsatz“ in die Übung gingen. Dafür wurden zwei Flaggen mit einem eigenen Logo versehen und bunt bemalt. Ebenso wurden persönliche T-Shirts bemalt. Zu einem späteren Zeitpunkt wurden im Schlaflager die Feldbetten aufgebaut und die Vorbereitungen für die Übernachtung getroffen.

Nach dem gemeinsamen Abendessen folgte auch gleich eine erste Übung, wobei mit echten Alarmsignalen zum Einsatz gerufen wurde. Bei allen vier Unfällen mussten die notwendigen Hilfsmaßnahmen von beiden Gruppen zeitversetzt ausgeführt werden. Der Umfang der Maßnahmen war teilweise beträchtlich und ging von den ersten Gesprächen mit den Verletzten über die Versorgung bis zum Abtransport. Ausgebildete Fachkräfte standen für Hilfeleistungen zur Verfügung und unterstützten die Nachwuchskräfte.

Für die Unfälle lagen folgenden Annahmen zu Grunde: Ein Motorradfahrer und ein Radfahrer waren in Baach zusammengestoßen und hatten sich verletzt; beim Holzspalten und -sägen war ein Holzsplitter abgeprallt, hatte das Schienbein verletzt und war ins Bein eingedrungen; beim Grillen war es zu einer Stichflamme gekommen, bei der mehrere Personen Verbrennungen, Platzwunden und eine Fußprellung erlitten; eine vermisste Person musste in der Nacht gesucht werden. In dem in Frage kommenden Gelände lagen schwierige Einsatzbedingungen mit Nässe, Steinen und Schlamm vor.

  Zwischen den Übungen wurden die Abläufe besprochen und verschiedene Spiele durchgeführt. Eine ganz harte Phase trat bei der Alarmübung um 6.15 Uhr auf. Zu dieser nächtlichen Zeit waren die Kinder besonders gefordert, zumal auch die Suchaktion deutlich erschwerte Bedingungen notwendig machte. Doch ohne Zögern und mit kräftigem Einsatz wurden auch diese Maßnahmen überstanden.

Einen beträchtlichen Zeitraum nahm auch das abschließende Aufräumen ein. Auch mussten die drei verwendeten Einsatzfahrzeuge geputzt und gewaschen werden. Doch selbst diese Arbeiten wurden (fast) ohne Murren erledigt.

Und was sagten die jungen Rotkreuzler zur ganzen Aktion: Kevin (10) meinte, dass die nächtliche Suche nach zwei verschwundenen Personen sehr schwierig und auch von den Bedingungen grenzwertig war.  Joline (13) beurteilte die nächtliche Suchaktion ebenfalls als sehr schwierig. Insgesamt habe aber der Spass überwogen.  Alessa (8) hatte leichte Schwierigkeiten mit dem wach werden bei der früh morgendlichen Einsatzübung und fand den Unfall bei der Waldarbeit sehr mitreißend.  Nic (10) war beeindruckt von den vielfältigen Einsätzen. Die rasche Folge der wechselnden Übungen hat ihn sehr begeistert.

 Und so sahen es die Ausbildungsleiter: Nicole Tress: „Im jetzigen Ausbildungsstand der Jugendrotkreuzler waren diese praktischen Übungen ganz wichtig. Es konnten positive Erfahrungen gewonnen werden. Die Stunden waren stressig, die spassigen Anteile haben gut geholfen. Es überwiegt der sehr gute Lerneffekt“. Phillip Caspar: „Wir haben sehr ehrliche Rückmeldungen erhalten und können viele gute Konsequenzen ziehen“.