Wussten Sie eigentlich, dass der Homo Schwabensis den Neandertaler verdrängt hat und Schwaben die wahren Entdecker Amerikas sind? Oder das schwäbische Ingenieure für den Turmbau zu Babel verantwortlich zeichnen? Können Sie sich vorstellen, was das Ganze mit der Fähigkeit zu tun haben könnte, einen Formel-1-Rennwagen mit Hilfe einer leeren Bierdose zu imitieren? Nein? Gerd Plankenhorns absurd-witzige Show machts möglich.

Als Rennfahrer Bieberle stand er am Freitag im Saal der Waldorfschule Engstingen hart auf dem Gaspedale der Lachmuskeln. Abwechselnd als sagenumwobene Rennsportlegende, Professor Härle-Spalter oder schwäbischer Urlauber führte Plankenhorn das Publikum auf eine ganz eigene Zeitreise. Dabei wird nicht nur schwäbische Weltgeschichte neu geschrieben, sondern auch die eigene Oma kommt zu Wort, die sich "nur am Sonntag anschnallt, um den Gurt zu schonen" und die dem Enkel so erste Renn- und Nahtoderfahrung beschert. Klingt alles reichlich abgedreht? Genau das ist es und dadurch sehr unterhaltsam.

Gar nicht abgedreht, sondern höchst innovativ ist das Projekt, für das Plankenhorn die Hälfte der Eintrittsgelder spendet: "young and old" heißt es und wurde durch Plankenhorns Schwager, Mike Buck, vor gut einem Jahr auf den Weg gebracht. Der Jugendbeauftragte der Gemeinde Engstingen hat gemeinsam mit aktiven Jugendlichen um Robert Dietrich eine generationenverbindende Aktion ins Leben gerufen, bei der Jugendliche regelmäßig mit Senioren in der Tagespflege der Sonnenhalde an PCs und Laptops recherchieren. Es sind "intensive Begegnung und tolle Erfahrung für alle", sagt Buck, wenn die "Digital Natives" aus dem Jugendhaus mit den alten Menschen Orte aus deren Kindheit im Internet suchen und so Erinnerungen wach rufen. Auch eine Wii-Spielkonsole ist mit im Gepäck, so dass mit rüstigen Rentnerinnen und Rentnern Mobilisierung in einer ganz neuen Form möglich wird.

Nun möchten die Aktiven das Projekt gerne auf Hohenstein ausweiten, wofür die geschätzten 500 Euro Einnahmen aus dem Kabarett mehr als willkommen sind. Die Waldorfschule bot die Bühne für die Benefizveranstaltung. Iris Kemmner von der Waldorfschule hat den Raum "sehr gerne" kostenlos zur Verfügung gestellt, ergab sich doch in der Pause für die Jahrgangsstufe sieben so die Möglichkeit, die Klassenkasse für eine geplante Ski-Ausfahrt mit dem Erlös aus Getränke- und Kuchenverkauf zu füllen. Eine Win-win-Situation ließe sich Neudeutsch sagen. Oder, wie es Rennfahrer Bieberle beziehungsweise einer seiner alten Egos vielleicht ausgedrückt hätte: "Ein weiterer Beweis für die Findigkeit des Homo Schwabensis".