Gomadingen Der Holzwurm wütet in der Kirche

Gomadingen / JOACHIM LENK 10.08.2012
Die Martinskirche in Gomadingen ist vonHolzwurm-Löchern übersät. Pfarrer Johannes Streib macht sich inzwischen Sorgen um das Gebäude.

Der Gewöhnliche Nagekäfer, umgangssprachlich auch Holzwurm genannt, ist zwischen 2,5 bis 5 Millimeter lang. Diesen Käfer trifft man in erster Linie in Kellern, Dachböden, Brennholzlagern und in Kirchen an. Seine Larven befallen verbautes, also kein frisches Holz, das in kühlen, nicht geheizten Räumen vorzufinden ist.

Vor fünf Jahren ist Pfarrer Streib das feine Bohrmehl an Kirchenbänken, an der Orgel, im Gebälk und an den tragenden Holzsäulen für den Kirchturm das erste Mal aufgefallen. Mitglieder des Kirchengemeinderates und Konfirmanden spritzen daraufhin regelmäßig flüssiges Holzschutzsalz in die kleinen Löcher.

Anscheinend ohne großen Erfolg. In letzter Zeit nahmen die Aktivitäten der Holzwürmer beängstigende Zustände an, so der Pfarrer. Inzwischen sind auch tragende Teile der Kirche betroffen. Deshalb hat die Bauleitung des Oberkirchenrates inzwischen eine Fachfirma damit beauftragt, die die befallenen Teile des Gotteshauses untersucht. "Der Bretterboden im Kirchendach wurde entfernt. Was dort zu sehen ist, gibt Grund zur Sorge", sagt Streib. Es ist bekannt, dass die Käfer, die nach einer zwei- bis achtjährigen Entwicklungszeit der Larven schlüpfen, sehr "heimatverbunden" sind. Das heißt, sie legen ihre Eier vorzugsweise in das Holzstück, in dem sie selbst aufgewachsen sind. Ein Ergebnis der Untersuchung liegt bislang noch nicht vor. Streib hofft, dass das Problem mit entsprechenden Holzschutzmitteln in den Griff zu bekommen ist. Im schlimmsten Fall steht eine "richtig ausgewachsene Kirchenrenovierung" an, bei der Holzteile ausgetauscht beziehungsweise verstärkt werden müssen.