Stadtentwicklung Der Handel ist der Knackpunkt

Wirtschaftsförderer Alexander Leitz, Bürgermeister Marcus Schafft und Stadtbaumeister Johann Suck bei einem Pressegespräch zum Stadthallen-Areal (von links).
Wirtschaftsförderer Alexander Leitz, Bürgermeister Marcus Schafft und Stadtbaumeister Johann Suck bei einem Pressegespräch zum Stadthallen-Areal (von links). © Foto: Waltraud Wolf
Riedlingen / Waltraud Wolf 04.04.2018

Die Neugestaltung des Stadthallen-Areals in Riedlingen lässt die Wogen im Gemeinderat hoch schlagen. Für die Beratung vergangene Woche waren außer den drei Investoren aus Stuttgart, Spaichingen und Villingen-Schwennigen, Städte- und Landschaftsplaner aus Lindau, beziehungsweise Überlingen sowie Josef Röll von der Industrie- und Handelskammer Ulm nach Riedlingen unterwegs, als sich der Antrag, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen, im Rat durchsetzte. Dafür gibt es jetzt eine Sondersitzung am 12. April.

Hotel, Handel, Stadthalle und ein Betrieb für Outdoor-Sport sind für das Areal angedacht. Das Hotel ist unstrittig. Sogar einen Betreiber gäbe es schon. Auch die Ansiedlung von Freizeit-Möglichkeiten gehört nicht zu den Streitpunkten. Bei der Stadthalle beschäftigt vor allem die Narrenzunft die Frage der Übergangslösung und die soll nicht mehr als zwei Jahre betragen. Das freilich hängt mit der Finanzierung zusammen, wobei Bürgermeister Marcus Schafft dies als machbar erachtet.

Schließlich geht es noch um die Viehzentrale, die auf dem Areal angesiedelt ist. Ihr Bestand muss gesichert sein, sagen die Räte. Sie will sich sogar ausweiten und dafür Flächen kaufen, die nach der Aufgabe des Schlachthofes frei geworden sind. Allerdings zeitnah, ansonsten droht die Suche nach einem alternativen Standort.

Für die vom Rat monierte Unterbringung des Jugendhauses und der Vereins-Utensilien hat die Verwaltung Vorschläge parat.

Der große Knackpunkt bei der Entscheidung ist der Handel. Ein Frequenzbringer soll es sein und als solchen erkennt der externe Wirtschaftsförderer Alexander Leitz den Drogeriemarkt Müller mit seinem Sortiment, das neben Spielwaren auch Schreibwaren umfasst. Müller allerdings macht die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes zur Bedingung, wobei für einen solchen der Markt in Riedlingen gesättigt ist. Sich – auch in der Bürgerumfrage – auf Müller konzentriert und zum Beispiel nicht die Firma Roßmann angesprochen zu haben, wirft der Gemeinderat Leitz vor, zumal auch er das in Riedlingen vermisste Angebot im Sortiment habe.

Von „deutlich geschmälertem Grundvertrauen in Verwaltungsspitze und externen Wirtschaftsförderer“ ist deshalb die Rede. Dass sich Leitz von Müller dennoch mehr verspricht, macht ein Mail deutlich, das am Montag kurz vor der Sitzung bei Räten und Presse eintrudelte. In den letzten zwei Wochen sollen es insgesamt 88 gewesen sein, die durchs Netz flossen.

Bürgermeister Schafft wertete die Vertagung als verpasste Chance der umfassenden Information, während Leitz die Beratung als Möglichkeit gesehen hätte, sich öffentlich allen Fragen und auch Vorwürfen zu stellen. Schafft bringt sogar einen Bürgerentscheid ins Gespräch, sollten sich Räte in ihrer Entscheidung überfordert fühlen.

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