Unter dem Motto „Come home“ begeisterte der 21-köpfige Wiesensteiger Gospelchor AmazSing in der Nellinger Andreaskirche. Die Choristen waren mit Elan und Singfreude bei der Sache, Chorleiterin Angela Sieg hatte die 17 Lieder einfühlsam einstudiert. Mit Verve dirigierte sie und entlockte damit ihren Sängern einen enthusiastischen Vortrag. Das Publikum ließ sich davon immer wieder  zu rhythmischem Klatschen und teils jubelndem Beifall hinreißen.

Zu Herzen gehend waren die an den Konzertanfang gesetzten Spirituals, diese so ursprüngliche Musik, die den späteren Blues schon in sich trägt, aber den biblischen Kontext in den  Vordergrund stellt sowie  die den Spirituals folgenden afroamerikanischen Gospellieder: „Kumbayah“, wohl einer der bekanntesten Gospels; „Wade in the water“, fünfstimmig, Frauen- und Männerstimmen übernahmen im Wechsel den Refrain im Background oder die Melodieführung; ein jazzig gesetztes „Nobody knows the trouble I‘ve seen“.

Da brauchte Angela Sieg die Zuhörer in der gut dreiviertel besetzten Kirche nicht zweimal zu bitten, in das bei nahezu allen Protestbewegungen gesungene „We shall overcome“ einzustimmen: Mit ganzer Inbrunst gesungen zog das Lied durch die Kirche. Die afrikanische Weise „Njooni Wote“ trug AmazSing in Creolisch und im typischen Call-and-Response-Muster – auf den Ruf eines Vorsängers antwortet der Chor – vor.

Doch AmazSing ist längst nicht mehr zu reduzieren auf Spirituals und Gospels, sondern der Chor singt mit Begeisterung zeitgemäße, populäre Kirchenlieder, wie etwa das von der österreichischen Sängerin Christina Stürmer  „Seite an Seite“. Marlene Arnold trug es sehr einfühlsam und schön eingebettet in den Chor vor. Petra Hettrich sang „We believe in God“ von der kirchlichen Popikone Judy Bailey, in sonorer Altstimme mit Rockröhre-Anleihen, wobei der Chor den Background lieferte. Fetzig auch das Duett „You shine“, gesungen von Eva Filkorn und Karl Lechowski, ganz ohne Chor. Choreografisch beeindruckte der Chor mit „God is gonna finish“ und erntete dafür jubelnden Applaus. Wunderbare dynamische Akzente setzte AmazSing mit „In Jesus name“, beginnend im Pianissimo mündete der mit effektvollen Zäsuren gespickte Gesang in ein in einem weit gespannten Legatobogen gehaltenes Halleluja, das in anschwellender Lautstärke zum strahlenden Gotteslob mündete. Mitreißend ebenso das zweite Halleluja dieses Konzerts aus dem noch jungen Musical „Messiah“: Stufenweise erklomm der Chor, mit einem vorbildlichen Sopran, die himmlischen Höhen dieses Hallelujas.

Immer wieder lud Angela Sieg das Publikum zum Mitsingen ein. Den Abend beendete das „Vater Unser“ in Englisch. Ohne Zugabe durfte der Chor nicht abtreten.

Info Der Chor „AmazSing“ singt sein Konzert noch einmal: am morgigen Mittwoch um 19.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Wiesensteig.