Mehrstetten Borkenkäfer ist wieder da

Anschaulich und informativ: Förster Reinhard Metzger (r.) gab beim Waldumgang in Mehrstetten einen Einblick, was im Gemeindewald zu tun ist, wo die Probleme liegen.
Anschaulich und informativ: Förster Reinhard Metzger (r.) gab beim Waldumgang in Mehrstetten einen Einblick, was im Gemeindewald zu tun ist, wo die Probleme liegen. © Foto: Ulrich Stephani
EB/UB 14.10.2015
Heckenpflege, Borkenkäfer-Befall, Douglasie-Versuchsfläche und Reisigschlag-Aufarbeitung waren die Themen beim Waldumgang in Mehrstetten. In der Sitzung verabschiedeten die Räten dann den Plan für 2016.

Insgesamt 17 Teilnehmer, darunter die Jagdpächter Hans Spieth und Christian Schmauder, vier Gemeinderäte, Bürgermeister Rudolf Ott und einigen Bürgern umfasste die kleine Gruppe beim Waldumgang am Samstag, bei dem es. sehr anschaulichen Informationen von Förster Reinhard Metzger gab. Zeil der Waldbegehung war dieses Mal der nördliche Bereich. Vor der Waldtour machten die Teilnehmer Halt bei einer Feldhecke am Auinger Weg ("Buchbusch"), welche dringend eine Pflege nötig hat. Diese Hecke ist mittlerweile beträchtlich in den angrenzenden Weg hineingewachsen und muss zurückgeschnitten werden.

Der Waldteil "Fleckenhau" mit einer Größe von 15 Hektar, der von Privatwäldern umgeben ist, wurde dann in Augenschein genommen. Förster Reinhard Metzger ging hier ausführlich auf den leider wieder aufgetretenen Befall durch Borkenkäfer an Fichten ein. Diese Insekten mit den Namen Buchdrucker und Kupferstecher sind jetzt wieder massiv aufgetreten.

Ein Thema im Gewann " Fleckenhau" war auch das Eschentriebsterben. Wegen dem Schädlings- und Pilzbefall mussten dort viele Eschen eingeschlagen werden.

Durch einen sehr gut gepflegten Mischwald ging die Exkursion dann zu einer Douglasien-Versuchsfläche, welche von der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg vor über 40 Jahren angelegt worden ist. Auf dem Weg dorthin zeigte sich, welch großes Kulturhindernis die Ausbreitung der Brombeere im Wald darstellt.

Ein Kritikpunkt, den Metzger ansprach, und der zu einer regen Aussprache führte, war die Aufarbeitung von Reisigschlägen durch private Erwerber. Mutwillig werden zum Teil einfach Rückegassen angelegt und dann beim Holzrücken Bäume ganz beträchtlich beschädigt. Deshalb waren sich dann auch alle einig, dass ein solches Gebaren nicht hingenommen werden kann, und Reisigschläge künftig an solch unvernünftige Bürger nicht mehr veräußert werden sollen.

Zum Ende der über dreistündigen Exkursion durch den Gemeindewald waren die Teilnehmer zu einem Rehessen in den "Gasthof Fohlenhof" von den Jagdpächtern eingeladen.

Am Montagabend stand dann Rückblick auf die e Forstwirtschaftsjahre 2014 und 2015 sowie die Beratung der Pläne für 2016 auf der Tagesordnung des Gemeinderat. Ende Dezember, so Metzger, sei man "knapp einer Katstrophe entgangen". Wäre auf die vereisten Äste noch Schnee gefallen, "dann wäre alles zusammengebrochen". Auch der wieder stark auftretende Borkenkäfer könnte in den nächsten Jahren zu einer Katastrophe werden - heiße Sommer lassen die Population ansteigen. Wie in allen Revieren waren auch Metzger und seine Waldarbeiter mit "dem Notschlachten" von Eschen beschäftigt. "Die Eschen sehen verheerend aus." Zum Glück, so der Förster, gebe es noch einen guten Preis für das Holz.

Große Unterschiede zwischen den Plänen von 2015 und 2016 gibt es in Mehrstetten nicht. Der Einschlag liegt 2016 mit 2100 Festmetern gering unter dem von 2015. Metzger rechnet mit knapp 37 000 Euro Erlös aus dem Wald fürs kommende Jahr, 2015 waren es 31 000 Euro.