Meidelstetten Blues aus allen Instrumenten

"PSJ" im Meidelstetter "Adler": Mick Pini aus Leicester, Schlagzeuger Bodo Schopf und Bassist Uwe Jesdinsky boten dem Publikum eine satte Portion Blues.
"PSJ" im Meidelstetter "Adler": Mick Pini aus Leicester, Schlagzeuger Bodo Schopf und Bassist Uwe Jesdinsky boten dem Publikum eine satte Portion Blues. © Foto: Sabine Herder
Meidelstetten / SABINE HERDER 18.11.2014
Gitarre, Bass und Schlagzeug: Mehr braucht es nicht, um einen bluesgetränkten Abend zu gestalten. Im Meidelstetter "Adler" überzeugte das Trio "PSJ" am Samstag mit einem hinreißend dynamischen Blues-Gig.

So schwerfällig es auch klingt, sobald man für das Kürzel "PSJ" die Namen der Musiker einsetzt - Pini, Schopf & Jesdinsky nämlich - umso deutlicher wird andererseits auch das Potenzial, das da am Samstag im "Adler" auf der Bühne stand: Mick Pini aus Leicester, England, wurde schon von Eric Clapton als "legitimer Nachfolger von Peter Green" gelobt. Die Playlists von Schlagzeuger Bodo Schopf und Bassist Uwe Jesdinsky wiederum lesen sich wie das "Who is who" der einschlägigen Musikszene: Profidrummer Schopf spielte schon mit Udo Lindenberg, Eric Burdon und Jack Bruce, Uwe Jesdinsky tourte mit Bluesgrößen wie Louisiana red, Frank Frost und Lazy Lester.

Zusammen formen die drei das Bluestrio "Pini, Schopf & Jesdinsky". In diesem Jahr haben sie eine gemeinsame CD herausgebracht (Titel: "Every thought of you") und sind derzeit wieder unterwegs in den Clubs und Konzertkneipen im Ländle und auch darüber hinaus. Im "Adler" ist zumindest der in Süddeutschland lebende Mick Pini kein Unbekannter mehr.

Das Publikum zeigte sich am Samstag auch wieder zahlreicher in der Meidelstetter Kulturkneipe: PSJ eilt der Ruf einer dynamischen und powervollen Bluesband voraus und die drei Musiker zögerten auch im "Adler" nicht, ihren Fans dies eindrucksvoll zu belegen. Dabei stand nicht immer "nur" Sänger und Gitarrist Mick Pini mit seiner Fender Stratocaster und dem rauen Gesang im Vordergrund. Auch Schopf am Schlagzeug und Jesdinsky am Bass lieferten grandiose und gefühlvolle Blueszutaten zu diesem abwechslungsreichen Konzert.

Als Highlights des Gigs strahlten vor allem die Coverversionen einiger Blues-Rock-Titel, die das Trio im Programm hat. Gewürzt mit spürbar großer Spielfreude und virtuosem Bluesfeeling widmeten die drei den Cream-Song "Political Man" dem kürzlich verstorbenen Cream-Bassisten und Sänger Jack Bruce. Die druckvolle bassline des "Political Man" samt Textpassage gingen einem noch durch den Kopf, da folgte mit der PSJ-Version von Eric Burdon & Wars "Tobacco Road" schon der nächste musikalische Hammer, diesmal mit Gesang und Harp von Bodo Schopf. Schier unglaublich, was der Schlagzeuger da vollbringt: Das einhändige drumming begleitete er "nebenbei" perfekt mit Mundharmonika und Gesang, und nur einmal kam er dabei - fast unbemerkt - kurz aus dem Takt. Schopf selbst quittierte es mit einem Grinsen, die Gäste belohnten das gesamte Stück mit johlendem Applaus.

Nach dem Tobacco-Road-Feuerwerk lockte ein Blues mit leichter Swing-Komponente die ersten Fans zum Tanzen vor die Bühne, und zum eher träumerischen Zuhören gab's gleich nach der Pause eine schöne Bluesballade mit Akustikgitarre. Pini belebte jedes Stück mit seinem ebenso gefühlvollen wie präzisen und technisch perfekten Gitarrenspiel.

Den satten Gitarrensound bejubelte das "Adler"-Publikum nochmals besonders in "All Along The Watchtower" von Jimi Hendrix. Da konnte auch so mancher Fan weiter hinten nicht mehr still sitzen bleiben: Der satte Sound von PSJ holte die Bluesfans genau da ab, wo dynamischer, energiegeladener Bluesrock sie schon vor Jahrzehnten mit Begeisterung tanzen ließ.

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