Reitsport Bieter liefern sich spannende Duelle

Der dreijährige Hengst „Le Metteur“ erzielte mit 19 500 Euro den Spitzenpreis unter den Marbacher Pferden.
Der dreijährige Hengst „Le Metteur“ erzielte mit 19 500 Euro den Spitzenpreis unter den Marbacher Pferden. © Foto: Sabine Herder
Marbach / Von Sabine Herder 13.03.2018

Gut besucht zeigte sich die große Marbacher Reithalle am Samstag angesichts eines beeindruckenden Auktionsangebots des Haupt- und Landgestüts. Im Auktionslot fanden sich hoffnungsvolle Nachwuchspferde für Dressur- und Spring-Profis ebenso wie großartige Verlasspferde für Vielseitigkeit und Freizeitreiter.

Wie bereits im Vorjahr waren zwei weitere Landgestüte in die Auktion mit eingebunden: Die Landgestüte Celle und Redefin in Mecklenburg-Vorpommern nahmen mit ihren Kandidaten an der Marbacher Versteigerung teil. Auch Kunden und Züchter, deren Pferde in Marbach aufgewachsen sind, waren mit von der Partie.

Insgesamt 26 Reitpferde aus erstklassiger Zucht, artgerecht aufgewachsen und hervorragend ausgebildet, regten die Interessenten am Samstagnachmittag zu reger Bietertätigkeit an. Unter der ebenso fachmännischen wie unterhaltsamen Präsentation von Auktionator Hendrik Schulze Rückamp fanden 24 der Tiere am Samstag neue Besitzer. Zwei weitere, die während der Auktion kein Gebot erzielen konnten, erhielten direkt nach der Auktion noch Anfragen beim Marbacher Auktionsleiter Karl Single. Landesoberstallmeisterin Dr. Astrid von Velsen-Zerweck zeigte sich daher zuversichtlich, dass auch diese beiden Pferde noch zu guten Preisen vermittelt werden können.

Allein 18 der bereits im Vorfeld mehrfach präsentierten Auktionspferde stammten aus dem Marbacher Stall. Den Spitzenpreis unter ihnen erzielte am Samstag der schwarzbraune, dreijährige Hengst Le Metteur, der die Auktionsbesucher mit temperamentvollem Bewegungsablauf, idealem Körperbau und außergewöhnlich guten Erbanlagen überzeugen konnte. „Hier in Marbach haben wir sie, die Vererber“, kommentierte auch Auktionator Schulze Rückamp die Qualitäten dieses schönen Auktionskandidaten. Für 19 500 Euro ging er an seinen neuen Besitzer und bleibt in Baden-Württemberg.

Weit weg, nämlich nach Middleburg im US-Bundesstaat Virginia, geht hingegen der wunderbar sportliche, bereits sechsjährige Mecklenburger Wallach Sommersby aus dem Landgestüt Redefin. Er erzielte, wie auch der sportliche Holsteiner Wallach Collee aus den Landgestüt Celle, den diesjährigen Auktions-Spitzenpreis von 23 000 Euro.

Entsprechend zufrieden mit der Auktionsteilnahme äußerten sich im anschließenden Gespräch die beiden Landstallmeister Antje Kerber aus Redefin und Dr. Axel Brockmann aus Celle. Beide werden gerne wiederkommen.

Auch Landoberstallmeisterin von Velsen-Zerweck lobte zufrieden die „gute Auktion“ mit „interessantem Lot und unterschiedlichen Pferden“. Zwar lag der erzielte Durchschnittspreis pro Pferd mit 12 913 Euro etwas unter dem Preis des Vorjahres, der Gesamterlös konnte durch mehr Pferde jedoch gesteigert werden und betrug heuer 297 000 Euro.

Wer am Samstag keines der vielversprechenden Nachwuchs-Talente kaufen wollte, sondern nur zum Schauen die große Reithalle besuchte, kam gute zwei Stunden lang voll auf seine Kosten: Tolle Pferde, großartig präsentiert von den Marbacher Reiterinnen und Reitern, fesselten die vielen Besucher, welche auch die spannenden Bieterduelle, unterhaltsam gelenkt von Auktionator Schulze Rückamp, gern verfolgten. Überschwängliche Freude von glücklichen Käufern gab es ebenso zu sehen wie drei ehemalige Marbacher Auktionspferde, die im Vorprogramm gezeigt wurden. Vor allem Dressurpferd Vitruv, der 2016 nach einem harten Bieterduell zum stolzen Preis von 60 000 Euro in die Schweiz ging, wurde von allen Zuschauern mit Spannung erwartet.

Hörgenuss bot die musikalischen Auktions-Eröffnung durch die Jagdhornbläser vom Reitverein Reichenbach-Hochdorf, und schmunzeln konnte man schließlich auch über Auktionator Hendrik Schulze Rückamp und seinen humorvollen Einritt in die Arena. Nach dem Absitzen bescheinigte er „Weissenbach“, dem Schwarzwälder Kaltblut und Landbeschäler, „mehr PS als auf dem Boxenschild stand“.

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