Ferien Auch Petrus macht mal einen Fehler

Gespannt lauschen die Kinder in Amstetten der Petrus-Geschichte als „Aushilfsfischer“.
Gespannt lauschen die Kinder in Amstetten der Petrus-Geschichte als „Aushilfsfischer“. © Foto: aj
Amstetten / Christian Scharbert 10.09.2018

Wie viel Petrus steckt in uns? Eine solche Fragestellung muss keineswegs nur an religiöse Menschen gerichtet sein. Das zumindest vermittelten etwa  40 junge Mitglieder des Vereins „Entschieden für Christus“ (EC) den Jugendlichen im Alter von sieben bis 13 Jahren in ihrer Dorffreizeit. Über fünf Tage versammelten sich dort in der letzten Ferienwoche die Kinder aus Am­stetten und Umgebung in der Gemeinschaftsschule Lohnetal. Am Freitag ging die Freizeit zu Ende.

Die Dorffreizeit hat in Amstetten eine 30-jährige Tradition: Die „Ortsgruppe Alb“ des EC machte die Lohnetalhalle seit Längerem als optimalen Standort für das bunte Treiben aus. „Hier bekommen wir die Räumlichkeiten der Gemeinschaftsschule. Amstetten liegt zudem sehr zentral“, erklärt Franziska Joos vom Organisatoren-Team. Die Kinder würden aus allen möglichen Richtungen kommend am Ferienprogramm teilnehmen. „Amstetten hat sich als guter Mittelpunkt unserer Ortsgruppe erwiesen.“

Während der Woche bildeten Spiel und Spaß einen wichtigen Punkt – wie es sich für eine Ferienfreizeit gehört. Die Teilnehmer teilen sich meist in zwei Altersgruppen auf, schließlich variieren die Interessen von Erstklässlern und Jugendlichen schon einmal etwas stärker. Die Gruppen steuerten beispielsweise  verschiedene Ausflugsziele an, die Kinder bekamen mehr Programm, die Älteren bevorzugten die Gemütlichkeit. Doch darüber hinaus haben die Organisatoren den Anspruch, die Freizeit inhaltsvoll zu gestalten: „Wir sind ein religiöser Verein. Natürlich wollen wir den Kindern und Jugendlichen das Christentum näherbringen“, klärt Franziska Joos auf. Es sei aber wichtig, dass Menschen jeder Religion und jeden Glaubens etwas aus der Freizeit mitnehmen können. So werden biblische Geschichten nicht nur erzählt. „Wir sprechen in der Gruppe über die Bedeutung. Ziel ist es auch, ganz unterschiedliche Sichtweisen zu sammeln – ob diese religiös ausfallen oder nicht spielt keine Rolle.“   Als „erfrischend“ bezeichnet Franziska Joos sogar manche Herangehensweisen der Kinder. „Es fällt auf, dass Kinder nicht an so vielen Dingen zweifeln, sondern je nach Situation die Dinge annehmen und entsprechend reagieren.“

Wie in jedem Jahr bestimmte ein Motto des EC die Freizeit. Heuer drehte es sich um die Bibelfigur Petrus. Dieser stehe nämlich für das Gute im Menschen, der jedoch auch Fehler mache. „Und Fehler passieren jedem Menschen. Es geht darum zu verzeihen und durch Fehler nicht das Gute zu verlieren. Das wollen wir den Kindern vermitteln“, erklärt Franziska Joos. Wichtig sei aber, die Bibelgeschichten auf die heutige Zeit zu  übertragen. „Dadurch haben wir eine ganz andere Gesprächsgrundlage“, meint die Organisatorin. Die Betreuer erzählen die Geschichten und spielen die Szenen vor und lesen sie nicht nur ab.

Mit diesen Geschichten starteten die Teilnehmer in den Nachmittag. Erst einmal heißt es sitzen und danach austoben. Joos: „Wir achten darauf, dass unser Programm ausreichend Bewegung enthält. Denn ruhig sitzen ist für Kinder natürlich auf Dauer nicht einfach.“

Eine Geschichte befasste sich mit Petrus als „Aushilfsfischer“, der einen großen Fisch aus dem Fluss herausfischte – aber auch einen Reifen und eine alte Nähmaschine. Der Mensch ist also nicht perfekt. In einem Fluss befindet sich mehr Schrott als Fische? Die heutige Zeit ist auch nicht perfekt.

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