ALBTÄGLICHES: Sonne satt

PETER KIEDAISCH 02.04.2013

Seiner letzten Banane verlustig ging gestern ein vorwitziger Familienvater, dem angesichts des Brauchtums, am ersten April die Mitmenschen zu veräppeln, nichts Gescheites einfiel. Also sprach er auf dem Weg ins Bad zu Frau und Kind, im Garten dürste ein Igel nebst Igelkindern nach Speis und Trank. Er hatte die Tür hinter sich kaum geschlossen, da zerschnippelten die beiden seine letzte Banane und hetzten damit nach draußen, das tierische Familienidyll mit Nährstoffen zu versorgen. Bananen sind spätestens seit dem Mauerfall nicht alles im Leben, schon gar nicht im Postleitzahlgebiet 72, aber lustig ist es nicht, sie im Garten liegen zu sehen für Igel, die es gar nicht gibt. Lustiger ist eine Meldung des Deutschen Wetterdienstes, wonach Metzingen statistisch gesehen der im März von der Sonne am meisten verwöhnte Ort Deutschlands ist. Das heißt nichts. Dieser März war insgesamt dunkler als Roms Katakomben bei Stromausfall. Jedenfalls vermeldet der Wetterdienst 126 Sonnenstunden in Metzingen. So wenig Sonne gab es früher nur nachts. Aber früher war ohnehin alles anders. Da gab es noch Menschen, mit dunkel getönten Gläsern in den Brillen. Wie hießen die gleich?