Großengstingen ABBA, Beatles, Clapton und Moschsound

Großengstingen / SABINE ZELLER-RAUSCHER 13.04.2015
Frühlingsgefühle in den schönsten Tönen boten sich beim Frühjahrskonzert des Musikvereins Großengstingen am Samstagabend den zahlreichen Zuhörern in der Turnhalle.

. War es im letzten Jahr nur eine Jugendgruppe, die für den klangvollen Auftakt des Frühjahrskonzertes sorgte, zeigten heuer gleich drei Jugendgruppen, dass aktuell für den Musikernachwuchs bei den Schwäbischen Albmusikanten gesorgt ist. Gar nicht schlecht, was die Jungs und Mädels mit Flöten, Flügelhörnern, Posaunen und Tuba zu Gehör brachten.

Speziell die musikalische Mischung beim Stück "Eye oft he Tiger" überzeugte. Playback aus der Dose, Posaunen und Tuba gaben dem Rockklassiker aus den Anfängen der 80er-Jahre eine ganz besondere Note, die in dieser Instrumentenkombination sicherlich nur selten zu Gehör gebracht wird. Kleine Fehler, die vermutlich das Lampenfieber vor dem großen Publikum einfach mit sich brachte, wurden vom Publikum kurzerhand überhört. Verdient der große Applaus, welcher dem musikalischen Nachwuchs unter der Leitung von Anna Brandhofer, Manfred Gauch und Rainer Geiselhart sichtbaren Stolz ins Gesicht trieb. Komplimente gab es in den Zuschauerreihen für die erbrachte Leistung zuhauf.

Mit dem Stück "Kompliment" von Heribert Raich eröffneten dann die Schwäbischen Alb Musikanten, die Vorbilder der Jugendgruppen, ihren Teil des klangvollen Konzertabends. Für den informativen Teil des Konzertes sorgte Moderator Otto Barann, der zu nahezu jedem einzelnen Stück interessante Hintergrundinformationen lieferte.

Als echtes Erfolgsmedley für Blasorchester sieht Barann das Stück "The Best of Beatles" aus der Feder von Kurt Gäble. Gekonnt gelang es den Schwäbische Alb Musikkanten die Beatles-Ohrwürmer "Yesterday", "Obladi oblada" und "Let it be" zu einem erfrischenden Frühlingskonzert-Arragement zu vereinen. Streitigkeiten, Eifersucht, Liebe und Leidenschaft vereinten sich im Gabriellas Song von Stefan Nilson zu einem rührenden Klangbild. "Man ist geneigt zu sagen, typische Frau", so Otto Barann, bei der Liebesballade "Wonderful Tonight" des britischen Rockmusikers Eric Clapton. Ein erstklassiges Stück, welches Clapton 1976 innerhalb kürzester Zeit komponierte, als sich Patti Boyd, die er drei Jahre später heiratete, für eine Party bei Paul und Linda Mc Cartney zurecht machte.

Während Clapton bei der Entstehung des Stückes seine Finger übers Griffbrett seiner Gitarre tanzen ließ, sorgte in Engstingen Solist Marc Rudolf an der Posaune dafür, dass die Darbietung durchaus als musikalische Liebeserklärung der Schwäbische Alb Musikanten an die Frauen dieser Welt verstanden werden konnte.

Seinen ersten Soloauftritt überhaupt hatte Marco Schick beim Stück "Arrival", dem Instrumentalstück aus dem gleichnamigen Album der schwedischen Popgruppe ABBA. Fast schon unscheinbar wirkte die kleine Piccolotrompete bei dem gut gebauten Bläser, dem es gelang die ABBA-Hymne schlechthin besonders klangvoll zu verpacken, bevor vor der Pause zahlreiche Ehrungen durch Bernhard Weber, dem Kreisvorsitzenden vom Blasmusikverband Neckar-Alb, durchgeführt wurden.

Geehrt wurden mit der Anstecknadel für den bestandenen D3-Lehrgang Anna Brandhofer und Ilena Geiselhart. Mit der Ehrennadel in Bronze für zehnjährige aktive Tätigkeit Felix Geiselhart und Marco Schick. Mit der Ehrennadel in Silber für 20 Jahre aktive Tätigkeit Martin Maier. Mit der Ehrennadel in Gold mit Diamant und dem Ehrenbrief für 40 Jahre aktive Tätigkeit Paul Schneider Junior, der beim Frühjahrskonzert auch zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Über die Fördermedaille in Bronze durfte sich Ute Knupfer freuen, die seit zehn Jahren aktive Jugendleiterin ist. Traditionell bestimmte die klassische Blasmusik den zweiten Teil des Abends, wobei die Zuhörer bei so manchem Stück auf eine kleine musikalische Reise nach Böhmen entführt wurden.

Für Dirigent Rainer Geiselhart einfach, "Moschsound pur". Marsch und Polka entführten nach Prag in den Kaiserwald und eben nach Böhmen, wo in den 20er- Jahren des letzten Jahrhunderts Ernst Mosch, dem heute der Moschsound zu verdanken ist, aufgewachsen ist. "Zu einem guten Moschsound gehört auch der Gesang", war sich Moderator Barann sicher. Für den Gesang beim Frühjahrskonzert zeigten sich dann auch prompt Anna und Hans Brandhofer verantwortlich.

Auch heuer stand beim Konzertabend am Ende wieder ein Wunschkonzert an, wobei sich die Zuhörer eines der gespielten Stücke noch einmal wünschen durften. Während der Auszählung der Abstimmung sorgte die Veteranenkapelle für klangvolle Unterhaltung.

Mit dabei Siegfried Raach, der mit seinen 78 Lenzen derzeit der älteste Musiker am Instrument ist. "Nur" 71 Jahre älter ist Raach als Nele Dietmann, die jüngste Musikerin des Abends, was deutlich aufgezeigt hat, dass beim Musikverein Großengstingen ein aktives generationsübergreifendes Miteinander gelebt wird.

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