"Wir schützen unsere Natur und Umwelt" - das Motto des Wettbewerbes ist heute noch genau so aktuell wie vor einem viertel Jahrhundert. Doch damals interessierten sich in der Region nicht allzu Viele für nachhaltiges, ökologisches Wirtschaften oder den Erhalt von Biotopen. Unter dem Eindruck von zunehmender Industrialisierung und dem Chemieeinsatz in der Landwirtschaft wollte der Familienbetrieb 1989 "Pionierarbeit" leisten, erinnert sich Geschäftsführer Rolf Baader.

Sein Sohn Peter ergänzte während der Preisverleihung im Gasthaus "Felsen" am vergangenen Freitag: "Wir fühlen uns dem Erhalt natürlicher Ressourcen aus der Region, die wir für unser Bier verwenden; und damit ganz logisch auch dem Naturschutz einfach verpflichtet." Dass das Thema Ökologie mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist und gerade im Biosphärengebiet unter dem Stichwort "Schützen durch Nützen", fest verankert sei, unterstrich auch Landrat Thomas Reumann.

Die Kombination aus regional und Ehrenamt stand bei der Preisverleihungen von Anfang an im Vordergrund. Seit 1989 haben sich rund 1000 Umweltprojekte, Bürgerinitiativen, Schulklassen, Vereine und Einzelkämpfer um den Preis beworben. 200 wurden seither durch eine unabhängige Jury ausgewählt und ausgezeichnet.

So auch in diesem Jahr: 14 Projekte hatten sich 2013 beworben, geehrt wurden im Rahmen eines Festessens fünf Gruppen sowie Georg Lamparter aus Grabenstetten mit Preisgeldern von je 500 Euro und einer Urkunde.

Lamparter erhielt die Auszeichnung für sein "noch längst nicht vollendetes Lebenswerk", wie es in der Laudatio hieß. Der 1928 Geborene engagiert sich bereits seit den 1950er Jahren für den Obstbau auf der Alb und vor allem für den Erhalt alter Streuobstwiesen. So hat er allein auf der Gemarkung Grabenstetten inzwischen wohl mehr als 100 Bäume gepflanzt und wird nicht müde, in Kindergärten und Schulen für das Interesse an den Obstbäumen zu werben.

Auch die Aktiven der "NeckarSchnuken e. V" kümmern sich in ihrer Freizeit um den Erhalt von Streuobstwiesen. Der Verein aus Mittelstadt tut dies mit Hilfe einer Schafherde plus Ziegen, um die Verbuschung der Flächen zu verhindern. Der Verein kooperiert auch mit der örtlichen Grundschule, um Kindern Schafzucht und Obstwiesen nahe- zubringen.

Bei dem ausgezeichneten Projekt der BUND-Gruppe (Bund für Umwelt und Naturschutz) aus Blaustein geht es ebenfalls um den Erhalt eines besonderen Lebensraumes, der durch landwirtschaftliche Nutzung einst entstanden ist: auf der "Winterhalde" bewahren sie Steinwälle und Magerwiesen vor der Überwucherung und erhalten so einen besonderen Lebensraum, zum Beispiel für Eidechsen und seltene Wiesenblumen. Viele junge Leute sind in Blaustein aktiv.

Gleiches gilt für das Projekt des NABU (Naturschutzbund) aus Mengen. Die Gruppe um Anne Pfundstein begeistert Jugendliche in einem Kooperationsprojekt mit dem Naturschutzzentrum Obere Donau für den Umweltschutz, indem sie Kinder ab 12 Jahren zu "Juniorrangern" ausbilden. Ein Projekt, das zeigt, dass Naturschutz Spaß machen soll. Großen Spaß an ihrer ehrenamtlichen Arbeit haben auch seit nunmehr 16 Jahren die "Steinkauz-Väter des Reutlinger Nordens", die sich unter Federführung von Thomas und Bettina Czapalla dem Schutz und der Beobachtung der kleinen Eulenart verschrieben haben.

Ebenfalls für ein Tierschutzprojekt, nämlich den Krötenschutz, wurde zudem das "Gönninger Krötenteam" geehrt. Andrea Scheib vom Team zeigte sich im Gespräch, ebenso wie viele andere, besonders durch die Symbolik der Auszeichnung geehrt. Es komme ja trotz der positiven Entwicklung noch immer vor, so Schaib, dass man "belächelt oder als Ökospinner" abgetan werde. Da tue so ein positives Feedback "einfach richtig gut."