Hayingen „Man sieht gleich, ob geübt worden ist oder nicht“

Beim Löschangriff kommt es vor allem auf gute Teamarbeit an.
Beim Löschangriff kommt es vor allem auf gute Teamarbeit an. © Foto: Maria Bloching
Von Maria Bloching 25.06.2018

Insgesamt traten 26 Gruppen an und stellten sich im Team den Aufgaben, die für das Erlangen des Leistungsabzeichens in Bronze, Silber und Gold vorgegeben wurden. Die Feuerwehren aus Hayingen und Pfronstetten wurden bereits am Freitagabend von den Schiedsrichtern erfolgreich geprüft. Hayingen legte Bronze und Gold ab, Pfronstetten Bronze. „Anders hätte uns die Zeit am Samstag nicht gereicht“, war von Kreisbrandmeister Wolfram Auch zu hören.

Er leitete die durchgeführten Prüfungen, auf die sich Teams der Feuerwehren aus Reutlingen, Münsingen, Gomadingen, Metzingen, Lichtenstein, Sonnenbühl, Pliezhausen, St. Johann, Filderstadt und Gammertingen monatelang vorbereitet hatten. „Feuerwehr ist Teamarbeit“, betonte Auch. So kam es besonders darauf an, wie sich jeder Einzelne in die Gruppe einfügt und seinen Beitrag zum Gelingen eines Einsatzes leistet. Beim bronzenen Leistungsabzeichen wurden das Erscheinungsbild der Truppe und der Ausrüstung sowie der Löschangriff selbst mit der Einhaltung einer gewissen Zeitvorgabe und der fachlichen Richtigkeit geprüft.

Für das silberne Leistungsabzeichen musste zusätzlich noch eine Hilfeleistung erbracht werden und beim goldenen Leistungsabzeichen galt es darüber hinaus noch einen schriftlichen Test zu bestehen. Die gesteigerten Anforderungen bei den Leistungsstufen sollen zu einer verstärkten und intensiveren Ausbildung führen, die auf die Erfordernisse des täglichen Einsatzes ausgerichtet sind.

Orientiert an der Vielfalt der Schadensereignisse wurden auch die Leistungsübungen in Hayingen möglichst praxisnah dargestellt. Die Aufgaben waren innerhalb der Gruppe im Vorfeld genau verteilt worden, jeder Handgriff musste sitzen. Nur so konnte ein zügiger und technisch richtiger Löschangriff im Zeitfenster gewährleistet werden. Wer in der Freiwilligen Feuerwehr die Truppmannausbildung absolviert hat, für den steht das bronzene Leistungsabzeichen auf dem Plan. Nur so kann er sich zur Truppführerausbildung anmelden. Silber und Gold stärken das Team und verbessern die Einsatzfähigkeit, immerhin wird teilweise dreimal pro Woche zusätzlich auf die Prüfung hingearbeitet.

Jeder Ablauf wurde am Samstag von den zwölf Schiedsrichtern unter der Leitung von Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzenden Gunter Hespeler genau beobachtet: „Man sieht gleich von Beginn an, ob geübt wurde oder nicht“. Denn der Antritt zur Prüfung stellt längst noch keinen Freibrief zum Bestehen dar: „Es kommt durchaus auch vor, dass eine Gruppe durchfällt“, räumte Auch ein. Er lobte den Ehrgeiz der Feuerwehrangehörigen, die sich – wie etwa am Beispiel der Feuerwehr Münsingen – abteilungsübergreifend beteiligten. Darüber hinaus bezeichnete er es als „erfreulich“, dass so viele insbesondere junge Kameraden neben dem Regel- und Einsatzdienst diese besondere Leistung auf sich nahmen.

„Insgesamt haben wir im Landkreis Reutlingen steigende Zahlen bei den Feuerwehrmitgliedern, so dass wir uns keine Sorgen machen müssen, was den Nachwuchs betrifft“, so der Kreisbrandmeister. Dies sei vor allem der Verdienst der Jugendfeuerwehren, die eine hervorragende Arbeit leisten und die Einsatzabteilung durch neue Kräfte stärken. Mit dem Erwerb der Leistungsabzeichen nutzen die Feuerwehren die Gelegenheit, ihren eigenen Ausbildungsstand auf den Prüfstand zu stellen und zu verbessern.

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