Fernsehen „Man muss auf die Leute zugehen“

„Landesschau mobil“: Bei ihrer einwöchigen Spurensuche im Luftkurort Hayingen sprach Sonja Faber-Schrecklein (Zweite von rechts) auch mit den Machern des Naturtheaters. Die Sendung liegt ihr, gedreht wird in Dörfern und kleinen Städten, wo man, wie die Journalistin meint, einfacher mit den Menschen ins Gespräch kommt.
„Landesschau mobil“: Bei ihrer einwöchigen Spurensuche im Luftkurort Hayingen sprach Sonja Faber-Schrecklein (Zweite von rechts) auch mit den Machern des Naturtheaters. Die Sendung liegt ihr, gedreht wird in Dörfern und kleinen Städten, wo man, wie die Journalistin meint, einfacher mit den Menschen ins Gespräch kommt. © Foto: Maria Bloching
Von Maria Bloching 29.08.2017

Es sind die kleinen Städte und Dörfer, die der SWR-Reporterin besonders am Herzen liegen. Seit 27 Jahren reist Sonja Faber-Schrecklein im Ländle umher, um versteckte Winkel, interessante Persönlichkeiten oder skurrile und spannende Geschichten den Zuschauern nahe zu bringen.

Hayingen entspricht also voll ihrem Geschmack. „Wir fühlen uns sehr wohl hier. In großen Städten ist man unwillkommen und meistens nur im Weg. Das ist auf dem Land anders“, sagt sie.

Investigativer Journallismus

Gemeinsam mit Kamerafrau Yvonne Idler und Tontechnikerin Katharina Greiner erfüllt sie eine Woche lang die Aufgaben, die von der Redaktion jeden Tag vorgegeben werden. Denn das neue Modell von „Landesschau Mobil“ will einen investigativen Journalismus, der nachforschen und aufdecken soll.

Natürlich gibt es jetzt in Hayingen nicht gerade Sensationen zu enthüllen, doch viele Besonderheiten, die es lohnt vorzustellen. „Ons gfällts“, sagt Sonja Faber-Schrecklein, die nicht zum ersten Mal in dieser Narrenhochburg ist. Deshalb ist sie auch gleich zu Willi ins Kreuz gegangen, schließlich kennt man sich. Außerdem geht die Reporterin ihrem Auftrag nach herauszufinden, wer Willi denn nun eigentlich ist. Darüber hinaus muss sie aufdecken, warum es Ärger um das bunte Haus gibt, was es mit den Ehestetter Küchenbrüdern auf sich hat und wer hinter dem Namen Schleker steckt.

Naturbühne ist mit dabei

Da darf natürlich ein Besuch im Tiefental auf der Naturtheaterbühne nicht fehlen. Im Gespräch mit den Regisseuren Silvie Marks und Jo Schleker erfährt sie, wie umstritten das diesjährige Stück „Älles sicher?“ ist und dass es sich lohnt, neue Wege zu gehen.

Bereits am vergangenen Sonntag wurden Szenen bei einer Aufführung gedreht, die ebenfalls in der täglichen Rubrik von Montag, 4. September bis Freitag, 8. September, zwischen 18.45 Uhr und 19.30 Uhr im SWR Fernsehen zu sehen sein werden. Am Samstag 9. September wird über Hayingen von 18.15 Uhr bis 18.45 Uhr eine Reportage ausgestrahlt. Mit dabei ist auch Eva Schleker, die als Tochter von Martin Schleker noch die einzige aktive Nachkommin auf der Naturtheaterbühne ist.

Untrennbar verbunden

Seit 1949 ist dieser Name Schleker untrennbar mit dem Naturtheater Hayingen verbunden, für Sonja Faber-Schrecklein deshalb auch ein Muss, sich mit der Familie auseinanderzusetzen. „Es gab Zeiten, da standen 20 Schlekers auf der Bühne“, erfährt sie von Eva und auch deren Onkel Heinz kann dies bestätigen. „Die Leute in Hayingen sind unglaublich nett und freundlich. Überall werden wir herzlich aufgenommen“, freut sich das ganze „Landesschau Mobil“-Team.

Die Moderatorin scheut den Kontakt mit den Menschen nicht, sie kommt ins Gespräch und erfährt so ganz nebenbei einiges, was ihr einen tieferen Einblick in das Leben im Städtle und die Umgebung vermittelt. Faber-Schrecklein geht auf Tuchfühlung mit den Menschen, das hilft ihr auch  beim Rätsellösen. Denn auch dies gehört zum Auftrag ihrer Redaktion: „Suche und finde“. „Da muss man auf Leute zugehen, anders kommt man nicht weiter“. Was in dieser Woche aufgenommen wird, schneidet sie später eigenhändig zusammen, schließlich weiß sie selbst am besten, worauf es ankommt.

Aus ihrer einwöchigen Spurensuche macht sie eine interessante Reportage, die nicht nur den Zuschauern außerhalb von Hayingen aufzeigt, was das Leben im Luftkurort Hayingen und seinen Teilorten ausmacht.