Historisch, so wie viele der am Boden liegenden Segelflugzeuge, ist auch das Schild, mit dem der  Luftsportverein Hayingen am Wochenende Rundflüge anpries: „Fliegen – ein Erlebnis“. Für 30 Euro kann man 15 Minuten lang abheben und die Alb von oben genießen. Diese Möglichkeit wurde bereits am Samstag von zahlreichen Besuchern gern genutzt – entweder mit der viersitzigen Jodel oder den zweisitzigen Modellen UL (Ultraleicht) und Mose (Motorsegler). Sie alle sind motorisiert, doch der Schwerpunkt des Hayinger Luftsportvereins liegt inzwischen beim Segelkunstflug.

In diesem Bereich ist der kleine Verein mit seinen 30 Mitgliedern so aktiv, dass die Flieger von weit her kommen, um hier zu trainieren. „Sieben bis acht Leute trainieren hier ständig“, informierte Vereinsvorstand Udo Markert, „davon sind sechs aktiv im Wettbewerb“. Mit Erfolg, wie sich bei den kürzlich in Gera ausgetragenen Deutschen Meisterschaften im Segelkunstflug zeigte: Jens Holnaicher vom Hayinger Luftsportverein wurde Deutscher Meister, sein Vereinskamerad Dennis Konieczny Vizemeister (wir haben berichtet). Beim Flugplatzhock am Samstagabend wurde beide für ihre sportlichen Leistungen geehrt.

Ein weiterer Vereins-Schwerpunkt  zeigte sich beim Jubiläumsfest am Wochenende: Historische Flugzeuge in Holzbauweise haben es den Digelfeld-Fliegern angetan, so dass sich der jährliche Flugtag dort inzwischen mehr und mehr zu einem Insider-Treffen dieser Flug-Oldies entwickelt hat. Auch das Jubiläums-Wochenende erfreute Gäste und Luftsport-Freunde mit mehreren dieser immer noch voll flugtauglichen Raritäten.

„Zwei Holzflieger und einen Gemischtbau“ begrüßte Vorstand Markert bereits am Samstag auf dem Platz: Den „L-Spatz“, ein einsitziges Leistungsflugzeug aus den 50er-Jahren in Holz-Metall-Konstruktion und den Stösser-Doppelsitzer für Kunstflugschulung, ein Holzbau aus den späten 40er-Jahren. Noch älter ist der SG 38 Schulgleiter, der ab 1938 für die Alleinflugausbildung hergestellt wurde.

Dass der wirklich noch fliegen kann, stellte Segelflieger Marius am Samstagnachmittag unter Beweis: Per Flugzeug-Schlepp startete er jubelnd zur Flugplatzrunde und setzte mit Trillerpfeifen-Ankündigung wieder elegant zur Landung an. Der Gleiter besitzt weder Kuppel noch Funk und bietet damit wahrscheinlich ein außergewöhnlich freiheitliches Fluggefühl. Derweil Udo Markert, selbst Segelkunstflieger mit Leib und Seele, vom „unlimited“-Kunstfliegen mit 250 bis 300 Stundenkilometern und Belastungen von bis zu -8 G schwärmt, setzt ein weiteres „Spass-Gerät“ in Hayingen zur Landung an: Benni Striebes „Giles 202“ ist ein Motorkunstflugzeug, das auch am Sonntag mit einem spektakulären Kunstflugprogramm glänzte.

Außerdem zeigten die beiden Meisterschaftsflieger ihr Können im Segelkunstflug, und auch die Oldies starteten zum Kunstflug in die Lüfte. Ebenfalls waren Rundflüge mit den Segelflug-Oldies möglich.

Zum gemütlichen Fliegerhock am Samstagabend spielte der Reutlinger Musiker Joe Vox den „Soul and Blues live“. Auch am Sonntag genossen viele Gäste und Besucher bei sonnigem Wetter die besondere, historisch angehauchte Segelflug- Atmosphäre der Hayinger Flieger, kombiniert mit perfekt organsiertem Programm und Bewirtung.