Bürgermeisterwahl „Gomadingen steht blendend da“

Auch in den kommenden Jahren möchte Klemens Betz die Fäden im Gomadinger Rathaus in der Hand halten und sich in seiner dann vierten Amtszeit als Bürgermeister für die erfolgreiche Weiterentwicklung der Gemeinde einsetzen.
Auch in den kommenden Jahren möchte Klemens Betz die Fäden im Gomadinger Rathaus in der Hand halten und sich in seiner dann vierten Amtszeit als Bürgermeister für die erfolgreiche Weiterentwicklung der Gemeinde einsetzen. © Foto: Ralf Ott
Gomadingen / Von Ralf Ott 14.04.2018

Als „Herzensangelegenheit“  stuft der amtierende Gomadinger Bürgermeister Klemens Betz seine Bewerbung für eine vierte Amtszeit im Chefsessel des Rathauses ein. „Gomadingen steht blendend da“, sagt der 58-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. Entscheidend war für ihn jedoch – neben seiner guten Gesundheit und dem hundertprozentigen Rückhalt der Familie mit seiner Frau Gaby und den beiden, inzwischen erwachsenen, Söhnen – das Zusammengehörigkeitsgefühl im Ort. „In Gomadingen funktioniert das Miteinander ganz hervorragend“. Das habe sich in der Vergangenheit wieder eindrucksvoll gezeigt, erinnert sich Betz und verweist unter anderem auf die Neugestaltung des Dorfplatzes in Dapfen mit dem Bau des Backhauses, das heute großen Zulauf habe. Mehr als 4000 ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden stecken in dem Projekt – auch die von Betz. Auch in Steingebronn ließ sich so der Dorfplatz neu gestalten und vor allem die Betreuung von Asylbewerbern auf ehrenamtlicher Ebene war überaus erfolgreich. Als Bürgermeister habe er den Ehrenamtskreis mit initiiert und die Leitung übernommen. „Das macht Mut und Freude und zeigt mir, es stimmt in Gomadingen“, sagte Betz. Auch die Resonanz auf den von ihm ins Leben gerufenen Adventskalender oder den Projektchor, der zur „Lebendigen Weihnacht“ in Marbach singt, reihen sich hier ein. „Die Menschen identifizieren sich mit Gomadingen“. Betz bezeichnet sich als Vereinsmensch, der Vereine selbstverständlich unterstütze. „Ich bin immer unter den Leuten, um Sorgen und Probleme zu erfahren“. Nicht zuletzt sei er „rund um die Uhr erreichbar“ wenn es notwendig sei. „Mein Ziel ist es, mich um die Menschen in Gomadingen zu kümmern“, betont der Bürgermeister.

Seine Bilanz sieht gut aus: In den vergangenen acht Jahren konnten alle geplanten Vorhaben umgesetzt werden. Ein Fokus lag dabei auf der Stärkung des Angebots für junge Familien – angefangen von der Bereitstellung von Bauplätzen bis hin zu einem verbesserten Betreuungsangebot in den Kindergärten und der Umsetzung des Projekts Kinderhaus Gomadingen mit Schule und Kindergarten. Auch die Spielplätze in allen Ortsteilen wurden auf Vordermann gebracht. Zudem wurden Straßen und Kanäle saniert, der Bauhof 2016 neu gebaut, und alle 500 Straßenlaternen auf LED-Technik umgerüstet. Insgesamt wurden seit 2010 unterm Strich 16 Millionen Euro im Vermögenshaushalt umgesetzt. Trotz der umfangreichen Investitionen ist die Gemeinde seit 2014 schuldenfrei. „Wir haben geringe Personalkosten, schöpfen das Maximum an Zuschüssen aus und betreiben eine sinnvolle Baulandpolitik“, nennt Betz als Gründe. Wer ein Grundstück in Gomadingen erwirbt, muss innerhalb von zwei Jahren bauen. Damit konnte die Einwohnerzahl erhöht werden. Und das bringt durch die Landeszuschüsse genauso Geld in die Kasse wie das inzwischen doppelt so hohe Aufkommen an Gewerbesteuer – und die Betriebe bieten zudem Arbeitsplätze an.

Im Falle seiner Wiederwahl stehen mehrere Projekte auf seiner Agenda: Dazu gehören die bereits auf den Weg gebrachte Sanierung des Sternberghallenbads und die Neugestaltung der Gomadinger Ortsmitte sowie als Mammutaufgabe die Bereitstellung des schnellen Internets zunächst in den Ortsteilen und dann in einem zweiten Schritt für die einzelnen Häuser. In Kooperation mit der Klimaschutzagentur will die Gemeinde ein Energiekonzept aufstellen, und mit Blick auf weitere Urlaubsgäste den König-Wilhelm-Weg sowie den Planetenweg als Premiumwanderwege etablieren. Ebenfalls in der Planung sind der Ersatz von Feuerwehrfahrzeugen, der Ausbau der Bahnhofstraße und die Sanierung des Backhauses in Steingebronn.

Das fachliche Rüstzeug hat sich der Diplom-Verwaltungswirt an der Hochschule für Verwaltung in Stuttgart erworben. Nach fünf Jahren als Leiter des Bereichs Haushalts- und Finanzwirtschaft am Landratsamt Reutlingen wechselte er 1990 als Kämmerer nach Gomadingen – und kümmert sich seit 1994 als Rathauschef um eine Vielzahl von Angelegenheiten. „Der Bürgermeister muss hier ein Fachmann sein“, betont Betz. Grund: Es gibt weder einen Hauptamts- noch einen Ordnungsamtsleiter. Beide Bereiche erledigt der Chef genauso in Eigenregie wie er sich als Ortsbaumeister um die Bearbeitung der Bausachen und die Überwachung der Baustellen kümmert. „So können wir die Personalkosten niedrig halten und uns die notwendigen finanziellen Freiräume schaffen“. Das beschert ihm im Gegenzug allerdings regelmäßig eine 70-Stunden-Woche.

Und mit der Arbeit im Rathaus ist es für den Schultes nicht getan. Er gehört verschiedenen Gremien und Institutionen auf ehrenamtlicher Basis an. „Das ist wichtig, um an Informationen zu kommen, von denen wiederum die Gemeinde profitiert“. Für die Freien Wähler sitzt Betz im Reutlinger Kreistag, er ist Vorstand von Mythos Schwalb und Beiratsmitglied im Biosphärengebiet. Darüber hinaus gehört er unter anderem dem Marketing-Ausschuss Tourismus im Kreis Reutlingen sowie der LEADER-Aktionsgruppe und verschiedenen Gomadinger Vereinen an.

Info Nach dem gestrigen Auftakt in Steingebronn gibt es zwei weitere Wahlveranstaltungen mit Klemens Betz: Am Montag, 16. April, um 19.30 Uhr im Gasthaus „Hirsch“ in Dapfen und am Mittwoch, 18. April, um 19.30 Uhr im Gasthaus „Lamm“ in Gomadingen.

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