Sonnenbühl "Eine richtige Erfolgsgeschichte"

Sonnenbühl / SIMON WAGNER 20.10.2014
Ein positives Zwischenfazit zogen Sandra Bühler und Cord Dette vom Jugendhilfeträger Mariaberger Service GmbH, während ihres Tätigkeitsberichts zur Jugend- und Schulsozialarbeit in Sonnenbühl.

Die Umgestaltung des Undinger Jugendhauses und die Organisation zum Tag der offenen Tür: Diese zwei Projekte dominierten die Arbeit von Sandra Bühler im Jahr 2013. Seit 2012 ist sie mit dem Jugendhilfeträger Mariaberg für die offene Jugendarbeit in der Gemeinde Sonnenbühl zuständig und arbeitet freilich an weit mehr als nur an den offensichtlichen Baustellen. Rund 50 Prozent ihrer Arbeitszeit war für den direkten Kontakt mit Jugendlichen reserviert. Dabei setzt sie vor allem auf Qualität statt auf Quantität.

Die Besucherzahlen im Jugendhaus schwanken naturgemäß, durchschnittlich zählt sie um die 22 Jugendliche, die wöchentlich vorbeischauen. Die allerdings kommen aus allen Ortsteilen und aus allen Schultypen. Freiwillig, niederschwellig und offen - so begreift sie das Angebot an die jungen Sonnenbühler. Sie will ihnen einen Raum bieten ohne Erwartungen voranzustellen: "Für viele ist das Jugendhaus zu einer zweiten Heimat geworden", freut sie sich über die Akzeptanz vor allem unter Schülern. Eine Heimat, die anbiete, ins Gespräch zu kommen. Ob Schulprobleme, persönliche Belange bis hin zur Krisenintervention bei akuten Suizidgedanken: Sandra Bühler hat stets ein offenes Ohr, Ratschläge und im Ernstfall weiterführende Adressen parat.

Um das Vertrauen in tätige Hilfe ummünzen zu können, ist natürlich Vorarbeit gefragt. Und die kommt im Undinger Jugendhaus durchaus unbeschwert daher. Ob gemeinsame Stadionbesuche in Stuttgart, ein Tischkickerturnier, Workshops oder Unterstützung bei demokratisch ausgehandelten Eigeninitiativen: "Es geht um die Stabilisierung der Arbeit, die bisher geleistet wurde", umreißt Bühler auch ihre künftige Aufgabenstellung.

Ob es unter diesen positiven Umständen nicht möglich sei, die Öffnungszeiten des Treffs auszudehnen, wollte Jürgen Scheible wissen. Bürgermeister Uwe Morgenstern versprach, diese Anregung bis zur Debatte über den Stellenplan im Hinterkopf zu behalten. Eine andere Variante wäre es, das Haus von den Jugendlichen selbst verwalten zu lassen. Ein Vorschlag, den Cord Dette, Mariaberger Fachbereichsleiter für Jugendarbeit, für verfrüht hält. Er sieht den gegenwärtigen Schwerpunkt noch im behutsamen, dafür stabilen Aufbau von Strukturen.

Dette war es auch, der dem Rat einen Überblick über die von Florian Erbe geleistete Schulsozialarbeit in Sonnenbühl gab. Erbe, momentan in Elternzeit, war vor allem an der Genkinger Brühlschule aber auch an Grundschulen präsent. Im Mittelpunkt stand der direkte Kontakt mit Schülern bei 145 dokumentierten Gesprächen. 15 von ihnen mündeten in "Fälle" und in Handlungsbedarf. Die Themen reichten dabei von Ausgrenzung, über Beziehungsprobleme, bis hin zu Konflikten im Elternhaus.

Neben der individuellen Betreuung, setzte Erbe zudem verschiedene Präventionsprojekte in Klassen und Gruppen um und kooperierte einerseits mit der offenen Jugendarbeit, aber auch mit einer Vielzahl weiterer Akteure. Wie Bühler, will auch Erbe das Angebot weiter verstetigen und etwa das wöchentliche Projekt "Fair-Fight" etablieren. Für Januar ist zudem ein interaktives Jugendtheaterstück zum Thema Cybermobbing und Ausgrenzung geplant.

Die facettenreiche Jugend- und Schulsozialarbeit wurde vom Rat vielstimmig gelobt. Manuel Hailfinger etwa nannte die Entscheidung den Mariaberger Jugendhilfeträger zu engagieren "eine richtige Erfolgsgeschichte".