Meidelstetten „Des isch a bissle anstrengend“

Beim Radfahren volle Anstrengung, beim Schießen voll konzentriert sein – auch der 7. Radbiathlon des SSV Meidelstetten erwies sich als anspruchsvolles Rennen.
Beim Radfahren volle Anstrengung, beim Schießen voll konzentriert sein – auch der 7. Radbiathlon des SSV Meidelstetten erwies sich als anspruchsvolles Rennen. © Foto: Gabriele Leippert
Meidelstetten / Gabriele Leippert 12.06.2018

Glück gehabt. Eindeutig. Denn am Samstagnachmittag kurz vor Beginn der zweitägigen Veranstaltung schüttete es wie aus Kübeln. „Der Platz stand fast unter Wasser“, sagte Robert Höhn immer noch etwas ungläubig über diesen Wolkenbruch. Nur zwei Stunden später sah es wieder viel besser aus. Und als dann auch noch etliche Kinder und Jugendliche vor dem Platz beim Schützenhaus aufliefen, die beim Schnupperrennen mitmachen wollten, konnte der Vorsitzende des SSV Meidelstetten schon wieder lachen.

Der 250 Mitglieder starke Sport- und Schützenverein richtete am Wochenende den siebten Radbiathlon seiner fast hundertjährigen Geschichte aus. Wurde die Veranstaltung anfangs noch eher müde belächelt, hat sie sich inzwischen schon ein wenig etabliert. „Starter kommen inzwischen nicht mehr nur aus der Umgebung sondern sogar von Gaildorf oder aus dem Schwarzwald“, freut sich Höhn. Fast drei Tage lang dauerten die Ausschilderung oder Absperrung des Rundkurses mit vorwiegend Wald- und Wiesenwegen sowie der Schießanlage mit acht Bahnen, wobei die gesamten Vorbereitungen, von der Sponsorensuche über die Ausschreibung und dem Einholen der Genehmigungen etwa acht Monate Vorlaufzeit beanspruchten.

Am Samstagspätnachmittag machten sich zehn Starter auf die 600 Meter „Shortrace“-Sprintstrecke, die es zwei Mal zu umrunden galt, dazwischen wurde einmal geschossen. Der Sonntag erwies sich wettertechnisch als guter Renntag, obwohl die sommerlichen Temperaturen und enorme Schwüle schon eine riesige Herausforderung für alle Starter waren. Die Teilnehmer mussten die etwa vier Kilometer lange Runde viermal hinter sich bringen, wobei rund 320 Höhenmeter zu bewältigen waren. Dazu kamen drei Schießeinlagen von je fünf Schuss. Jede „Fahrkarte“, jeder Fehlschuss, hatte eine Strafrunde von etwa einhundert Metern zur Folge.

Schüler fuhren dreimal eine verkürzte Runde von 1,2 Kilometern mit zwei Schießeinlagen. Geschossen wurde liegend mit einem Lasergewehr. „Des isch a bissle anstrengend“, fand der achtjährige Luis, der sich am Samstag zum ersten Mal beim Schnupperrennen beteiligt hatte. Dem konnte der Genkinger Markus Eisele, der sonst eher Mountainbike-Rennen fährt, nur zustimmen. „Radbiathlon erfordert körperliche Fitness“. Schließlich mussten sich die Starter bei der anspruchsvollen Kombination aus Radfahren und Schießen für die Schießeinlage voll konzentrieren und den von der Anstrengung flatternden Atem wieder in Ruhezustand bringen. Für den elfjährigen Jan kein so ganz großes Problem, der Schüler erwies sich als sehr zielsicher, fast jeder seiner Schüsse ging direkt ins Ziel.

Dass Radbiathlon eher selten angeboten wird findet Iris Weiss, die seit zehn Jahren in ihrer Freizeit Triathlon betreibt. „Wir sind beim Stöbern im Internet auf diese Veranstaltung in Meidelstetten aufmerksam geworden“, sagt die Calwerin. Insgesamt waren am Sonntag 45 Erwachsene und zwanzig Schüler-Starter dabei. „Das ist neuer Teilnehmerrekord“, freut sich Herbert Höhn, zweiter Vorsitzender des SSV, über alle Maßen. Über sechzig Helfer waren an den beiden Renntagen im Einsatz, von Feuerwehr und DRK als Streckenposten bis zur Zeitnahme und Mitarbeitern im Festzelt für die Verköstigung von Startern und Zaungästen. Am Ende erhielten alle Teilnehmer eine Urkunde und ein kleines Geschenk.

Info Informationen im Internet unter www.ssv-meidelstetten.de.

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