Zwiefalten /  Uhr

Die Erzieherinnen standen am Vormittag bereit, um die geladenen Gäste zu begrüßen: den Landtagsabgeordneten Klaus Käppeler, Gemeinde- und Kirchengemeinderäte, Vertreter von Institutionen, Planer und Handwerker, Eltern, den künftigen Bürgermeister Matthias Henne, als einer der Redner Bürgermeister Hubertus-Jörg Riedlinger und als Hausherrn Pfarrer Paul Zeller, der die Räume gleich nach dem Bezug im Januar gesegnet hatte und jetzt die Öffentlichkeit willkommen hieß, damit auch sie sich von dem gelungenen Neubau überzeugen konnte.

Er würdigte die Entscheidung, beide bisherigen Kindergärten an einem Ort zusammenzufügen, um mehr Möglichkeiten anbieten und wirtschaftlicher arbeiten zu können. Letzteres allerdings müsse sich noch herausstellen. Dank des guten Zusammenspiels von Bauausschuss aus Kirchengemeinderäten und Gemeinderäten und der Planer sei es gelungen, den Bau in der kurzen Zeit errichten zu können. Beifall gab es für den „Luxus“, den sich Zwiefalten leistet und dem Nachwuchs zustatten kommt: Andrea Ott bereitet von Montag bis Donnerstag in der Kindergarten-Küche für die Kleinen ein frisches Mittagsmahl zu.

Sowohl Pfarrer Zeller als auch Bürgermeister Riedlinger gingen auf die Namensgeberin des Kindergartens ein, hat man es doch bei Sankt Gertrud belassen, die bereits im Kindergartenalter ins Kloster kam. Dort habe sie eine großartige Erziehung und Ausbildung genossen und sei zu einer der bedeutendsten Mystikerinnen geworden, die sich durch ihre große Liebe zu den Menschen auszeichnete. An Kindergartenleiterin Michaela Kruske und ihre Mitarbeiterinnen gewandt, bat Riedlinger, „Wirken Sie im Geiste der Lebensgeschichte der Heiligen Gertrud“. Auch er erinnerte an die besondere Herausforderung beim Kindergartenbau, der schwierigen Entscheidung, ein erst 40 Jahre altes Gebäude abzureißen, doch habe man sich von Architekt Andreas Hartmaier überzeugen lassen, dass dies die beste Lösung sei. Heute könne man feststellen, dass der Bau „wohlgelungen“ und auch der Kostenrahmen nicht gesprengt worden sei. Das allerdings sei nur dank der Eigenleistungen vieler gelungen. Bei der Finanzierung halfen Mittel aus dem Ausgleichstock und der Krippenförderung sowie Mitteln der Diözese.

Riedlinger bezeichnete die Einrichtung als „Markstein“ für mehr Wohn- und Lebensqualität für Zwiefalten und vor allem eine Stärkung der Familien. Er schwärmte von einer „vorbildlichen Leistung“ der Beteiligten, der Ästhetik des Baus und der guten Einfügung in die Umgebung.

Immer wieder fiel bei der Nennung der ehrenamtlich Tätigen der Name Franz Schmid als Kopf des Bauausschusses, so auch in dem Grußwort von Sebastian Selbmann vom Architekturbüro Hartmaier und Partner, der sich davon überzeugt zeigte, dass ohne Schmid „das Projekt Kindergartenneubau nicht zustande gekommen wäre“. Selbmanns Aufgabe war es, die Ideen des Entwurfs von Andreas Hartmaier zusammen mit den Fachplanern in die Werkplanung zu überführen und auf der Baustelle mit den Handwerkern umzusetzen.

Er ließ den Bauverlauf Revue passieren, von den Abbrucharbeiten, die Erdarbeiten, das Betonieren der Bodenplatte, das Zusammenfügen der vorgefertigten Holzteile, dem Innenausbau bis hin zum Einbau der letzten Möbel kurz vor Weihnachten. Auch bei den Außenanlagen stünde man dank eines milden Winters kurz vor der Fertigstellung. In das neue Haus seien – auch noch nach dem Bezug – viele Gedanken und Ideen eingeflossen, welche die Kindergartenleiterin und ihr Team aus ihrem pädagogischen Sachverstand eingebracht hätten.

Wie Erzieherinnen, Kinder und Eltern die Zeit des Bauens und den damit zusammenhängenden Umzug sahen, machten Kindergartenleiterin Michaela Kruske und die erwachsenen und kleinen Betroffenen deutlich, wobei nicht alles eitel Freude war, sich jedoch zur allgemeinen Freude entwickelte. Baustellenbesuche führten die Buben und Mädchen an ihren neuen Aufenthaltsort heran und der Einzug „war ein spannender Tag“, ließ die Erzieherin als Kopf von 17 Mitarbeiterinnen wissen. Sie lobte, dass alle an einem Strang gezogen haben und wünschte, dass die Gemeinschaft weiter belebt werde und die Eltern ein gutes Gefühl hätten, ihre Kinder zu Sankt Gertrud zu bringen. Die Ausführungen der Elternbeiratsvorsitzenden Stefanie Zentner ließen keinen Zweifel daran.

Beim „Tag der offenen Tür“ fand auch die vom Kindergarten-Team ausgearbeitete Konzeption Interesse. Gestaltet wurde die Broschüre von Benno und Elke Hepp, die auch „Trudi“ gestaltete, das neue Logo von Sankt Gertrud.