„Hecka-Schmecker“ 3000 Narren ziehen durch das Dorf

Ehestetten / Maria Bloching 30.01.2017

Alles war genauso, wie es sich die Ehestetter Narren für ihren dritten Umzug während der vergangenen 30 Jahre gewünscht hatten. Sie durften sich über tolles Wetter, viele Besucher und eine ausgelassene Stimmung freuen. „Das ist einfach klasse“, strahlte Zunftmeister Markus Hölz mit der Sonne um die Wette. Er hatte es sich nicht nehmen lassen, den Umzug gemeinsam mit Bürgermeister Kevin Dorner und seinen „Hecka-Schmecker“ samt Musikkapelle Ehestetten, Schalmaien und Ehestetter Hexen anzuführen.

Erst danach gesellte er sich zu Bundestagsabgeordneten Michael Donth und zur Vorstandschaft der Vereinigung Freier Oberschwäbischer Narrenzünfte VFON auf die Ehrentribüne, um diesen Jubiläumsumzug in vollen Zügen zu genießen.

Bereits am Samstagnachmittag nahmen die Feierlichkeiten mit dem Stellen des Narrenbaums und einem kleinen Umzug der HEMIA-Zünfte (Hayingen, Ehestetten, Münzdorf, Indelhausen und Anhausen) ihren Lauf, am Abend war mit einer Freinacht Party angesagt.

Zum Zunftmeisterempfang am Sonntagmorgen konnten die Ehestetter „Hecka-Schmecker“ über 50 Zünfte im Haus der Lilie begrüßen, sie sorgten dann auch beim Umzug mit mehr als 3 000 Narren für ein farbenfrohes Bild und für tolle Stimmung. Hexen aus Kirchen stahlen Schnürsenkel aus Mädchenstiefel, Bären aus Griesingen ließen sich von ihren Jägern durch die Straßen treiben, Sonnenbühler Spitzbuaba tanzten mit den Zuschauern zur Guggamusik und die Schellen der Zwiefalter Rälle erklangen im gleichen Takt zum Rällemarsch.

Zwischen die Maskenträger mischten sich immer wieder Lumpen- und Musikkapellen, die mit ihrer fetzigen Musik und mit zum Teil tollen Kostümierungen kräftig einheizten, auch wenn dies angesichts der wärmenden Wintersonne gar nicht nötig gewesen wäre. „So sollte Fasnet immer sein“, strahlte ein Umzugsbesucher, der ein schönes sonniges Plätzchen ergattert hatte und dem närrischen Treiben nun zwei Stunden lang mit Genuss folgen konnte.

Nirgends herrschte großes Gedränge und so säumten die Besucher gerne die Straßen, um die ausgelassenen Narren mit ihren Narrenrufen anzufeuern. Kinder sammelten fleißig großzügig verteilte Süßigkeiten ein und freuten sich, wenn sich ein schauriger Geist von seiner netten Seite zeigte. Viele bekannte Zünfte waren vertreten, aber auch einige in der Region eher unbekannte Masken, wie etwa die Egelseegeister aus Neuhausen, die Wernauer Narren mit ihrer Guggenmusik, die Narrenzunft Fell Lädsche Marbach mit ihrer tollen Lumpenkapelle „Push Itz“ oder auch die Burrenweible-Zunft aus Einhardt.

Die Ehestetter Narrenzunft hat mit diesem Umzug und dem anschließenden närrischen Treiben in allen Gassen bewiesen, dass sie es aufs Beste versteht, Fasnet zu feiern. Den „Hecka-Schmecker“ wurde anscheinend nicht nur ihre Neugier, sondern vor allem auch ihre Narretei in die Wiege gelegt.

50

Zünfte stellten sich gestern in Ehestetten ein, um gemeinsam mit den „Hecka Schmecker“ deren 30-jähriges Bestehen zu feiern. Und auch das Wetter spielte mit.