Kohlberg Visionen vom künftigen Kohlberg

Die Kohlberger haben einige Ideen und Wünsche für den Ort gesammelt. Nun werden diese ausgewertet.
Die Kohlberger haben einige Ideen und Wünsche für den Ort gesammelt. Nun werden diese ausgewertet. © Foto: Mara Sander
Mara Sander 08.02.2019

Die erste Zukunftswerkstatt in Kohlberg kann als Erfolg gewertet werden, denn die Bürger, die am Mittwoch in die Jusihalle kamen, zeigten sich sehr interessiert an „Kohlberg 2035“. Sie wollen sich engagieren, um die Zukunft mitzugestalten. Bürgermeister Rainer Taigel ermutigte gleich zu Beginn die Teilnehmer der Zukunftswerkstatt, „sich nicht als Opfer von Prognosen“ wie Überalterung oder begrenztes Flächenpotential zur Erweiterung des Ortes zu sehen, sondern mit Weitblick nach vorne zu schauen. Es gehe nicht darum, ein perfektes Konzept an diesem Abend zu erstellen, sondern „ohne Begrenzung im Kopf zu hirnen. Der Abend darf auch Spaß machen“, so Taigel. Er verglich die Zukunftswerkstatt mit einer Werkstatt daheim, in der man auf die gute Ausrüstung achtet und für das passende Werkzeug sorgt. Es dürfe auch etwas Unfertiges sein, an dem man weiter arbeiten kann. Manches müsse man auch erst ausprobieren. Und dann daran tüfteln, bis es passt. Der „weitsichtige Gemeinderat“ habe die Entscheidung für die Zukunftswerkstatt getroffen, um gemeinsam mit den Bürgern „Kohlberg 2035“ zu gestalten.

„Heute hat man viel mehr Möglichkeiten als früher“, machte Architekt und Stadtplaner Clemens Künster bewusst, dass „man viel mehr Instrumente anwenden kann“ als Generationen vorher. Zusammen mit Franziska Mayer aus seinem Team nahm er die Teilnehmer mit auf einen digitalen Rundgang durch die Gemeinde, zeigte Stärken und Schwachstellen auf, und lieferte Zahlenmaterial zur Ortsentwicklung. So hat Kohlberg derzeit etwa 2320 Einwohner und könnte rechnerisch zwischen 200 mehr oder 637 Einwohner weniger im Jahr 2035 haben mit einer statistischen Wahrscheinlichkeit von 144 Einwohnern weniger zu dem Zeitpunkt. Um Abwanderung zu verhindern, gelte es neue Wohn- und Gewerbeflächen zu generieren. Das betreffe nicht nur die knapp fünf Hektar, die man eventuell noch als neue Gebiete ausweisen könne, sondern vor allem auch Leerstände und Baulücken, die es zu aktivieren gelte. Die sogenannten „Enkelgrundstücke“ in privater Hand stehen allerdings nicht zur freien Verfügung. Trotzdem sei die innerörtliche Wohnraumverdichtung wichtig. Kohlberg müsse sich entscheiden, ob zum Beispiel der dörfliche Charakter als Qualitätsmerkmal bewahrt werden solle. Das mache durchaus Sinn, weil nur „4000 Meter weiter die weite Welt“ der Outlets vorhanden ist. Fußwegeverbindungen und dörfliche Struktur könnten da durchaus von Vorteil sein.

Das kam auch in den Wünschen und Anregungen seitens der Bürger zum Ausdruck. Diese konnten sie in vom Stadtplanerteam betreuten Gruppen mit Moderation von Friedhelm Werner zu verschiedenen Themenfeldern wie „Freizeit/Tourismus, Ortskernstärkung, oder Infrastruktur/Betreuung“ auf Zetteln an Stellwänden zum Ausdruck bringen. Ein Vorschlag war zum Beispiel die „Jusi-Touristen“ auch in den Ort zu locken, durch mehr Gastronomie und Aufenthaltsqualität und „Flächenfraß“ zu vermeiden, vielmehr den Naturschutz zu verstärken. Die Wünsche reichen von Tempolimit über Eisacfé bis zum Mehrgenerationenhaus. Jetzt werden die Vorschläge und Wünsche ausgewertet. Die „Sprecher“ der Gruppen setzen sich auf freiwilliger Basis aus verschiedenen Bereichen zusammen, darunter auch Wirtschaft und Senioren. Danach folgt eine Klausursitzung des Gemeinderats und ein Beschluss über das Konzept ist für Juli dieses Jahres geplant.

Sondersitzung des Gemeinderates

Die Zukunfstwerkstatt in der Jusihalle am Mittwochabend brachte viele Ideen zusammen.

Die Ergebnisse, die daraus entstanden sind, werden nun in einer Sondersitzung des Gemeinderates am 11. März im Sitzungssaal des Rathauses von den Kohlberger Bürgern präsentiert und auch vorgestellt.

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