So ruhig dürfte es auf der Bundesstraße 28 bei Böhringen schon lange nicht mehr zugegangen sein: Gestern war die vielbefahrene Strecke stundenlang gesperrt, nachdem dort gegen 9.10 Uhr ein Sportwagenfahrer mit seinem Ford Mustang beim Abbiegen auf die Bundesstraße zu weit auf die Gegenfahrbahn gekommen war – und dort einen entgegenkommenden Lastzug, der Milch geladen hatte, streifte.

Der Aufprall war dabei so heftig, dass ein Reifen der Zugmaschine aus der Achse gebrochen wurde, der Milchtransporter schob sich noch in einen Schneehaufen am Straßenrand. Trümmer des nach Polizeiangaben „hochmotorisierten“ Sportwagens verteilten sich auf der gesamten Fahrbahn, die Airbags bewahrten die beiden Insassen vor schwereren Verletzungen.

Ins Schleudern geraten

Den Unfallhergang beschreibt das Polizeipräsidium Reutlingen wie folgt: „Gegen 9.10 Uhr bog ein 24 Jahre alter Mann mit seinem hochmotorisierten Ford Mustang von der Aglishardter Straße herkommend nach rechts auf die Bundesstraße in Richtung Bad Urach ein. Der den ersten Ermittlungen zufolge mit hoher Geschwindigkeit fahrende Pkw geriet dabei auf die Gegenfahrspur und ins Schleudern. In der Folge krachte der Ford mit der linken Fahrzeugfront gegen einen entgegenkommenden, mit Milch beladenen Lkw mit Anhänger.“ Dessen 33 Jahre alter Fahrer hatte noch vergeblich versucht, nach rechts auszuweichen. Dabei fuhr das Gespann in den schneebedeckten Grünstreifen und anschließend auf eine Leitplanke, auf der es schließlich zum Stillstand kam.

Bei der Kollision zog sich der Unfallverursacher leichte Verletzungen zu und wurde vom Rettungsdienst zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Sein 27-jähriger Beifahrer und der Fahrer des Lkw waren augenscheinlich unverletzt geblieben, der 33-Jährige erlitt allerdings einen Schock.

Diesel aus dem LKW pumpen

Die Freiwillige Feuerwehr Römerstein, die mit zwei Löschgruppenfahrzeugen und einem Mannschaftstransportwagen zur Einsatzstelle ausrückte, hatte viel zu tun: neben der Betreuung der Unfallbeteiligten galt es zunächst, den Diesel aus dem beschädigten Tank des Lastwagens zu pumpen. „Rund 400 Liter mussten umgepumpt werden“, erklärte Einsatzleiter Albert Haas. Zuvor hatten die Feuerwehrleute die bereits ausgelaufenen Betriebsstoffe soweit es möglich war mit Ölbindemittel aufgefangen und den Brandschutz sichergestellt. Der Verkehr wurde derweil nach Böhringen und anschließend weiträumig über Donnstetten zurück auf die Bundesstraße umgeleitet.

Beide Fahrzeuge waren nach der Kollision nicht mehr fahrbereit und mussten aufwändig geborgen werden. Dies gestaltete sich vor allem bei dem Tanklastzug schwierig, da nicht nur der Diesel aus dem beschädigten Treibstofftank, sondern auch die Milch zunächst umgepumpt werden musste. Nach Polizeiangaben handelte es sich dabei um mehrere tausend Liter. Außerdem war eine größere Menge Diesel ins Erdreich gelaufen, weshalb dieses abgetragen werden musste, um eine dauerhafte Verunreinigung der Umwelt auszuschließen.

Die Polizei schätzt den Sachschaden auf rund 70 000 Euro. Der rund 400 PS starke Ford Mustang, ein Leihwagen eines Autohauses, hat wohl nur noch Schrottwert. Die Bundesstraße war bis gegen 14.30 Uhr voll gesperrt, die 20 eingesetzten Feuerwehrleute konnten ihren Einsatz erst gegen 15 Uhr beenden.

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