Dramatische Szenen spielten sich gestern in Zainingen ab, als Zeugen beobachteten, wie der Fahrer eines mit Flüssiggas beladenen Tankzuges bei der Betankung eines unterirdischen Gastanks plötzlich zusammenbrach. Der schnell alarmierte Rettungsdienst konnte für den Mann nichts mehr tun – ein Großeinsatz der Feuerwehren folgte, da an der Unglücksstelle ein deutlicher Gasgeruch wahrnehmbar war. Zuerst trafen dann die Einsatzkräfte der Abteilungen Böhringen und Donnstetten ein, da das Löschfahrzeug der Zaininger Abteilung dereit in der Werkstatt repariert wird. Hinzu kam die Freiwillige Feuerwehr Bad Urach, welche die Römersteiner Wehr mit Mehrgasmessgeräten unterstützte.

Ulm

Ermittlungen der Polizei laufen

Nachdem die Einsatzkräfte keinen Hinweis auf ein Leck finden konnten, rückten die Feuerwehrleute wieder ab, die Polizei übernahm die Ermittlungen. Christian Wörner von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Reutlingen bestätigte am Mittwochmittag, dass es einen Verstorbenen bei einem Arbeitsunfall gegeben habe. „Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren“, erklärte Wörner. Ein Sachverständiger sei vor Ort, zudem sei eine Obduktion des Mannes angeordnet worden.

Erneuter Gasgeruch

Als dann am Abend zwei Mitarbeiter des Gasversorgers den Tankzug abholen wollten, nahmen diese im Bereich des unterirdischen Gastankes, dessen Zugang durch einen Domdeckel gesichert war, wieder einen deutlichen Gasgeruch wahr. Erneut wurde daraufhin für die Römersteiner Feuerwehr Vollalarm gegeben, außerdem wurde nun der Messzug der Feuerwehr Reutlingen alarmiert. Neben Kräften der Berufsfeuerwehr rückten dabei auch Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr aus, die sich speziell für den Einsatz bei Gefahrgutunfällen fortgebildet haben. „Wir zogen Spezialkräfte der Gefahrstoffeinheit Reutlingen hinzu, um mit noch sensibleren Messgeräten arbeiten zu können“, erklärte Björn Sterley, Kommandant der Römersteiner Feuerwehr.

Keine gefährliche Konzentration

Tatsächlich konnte beim Eintreffen der Reutlinger Feuerwehrleute keine gefährliche Gaskonzentration festgestellt werden. Steffen Schlotterbeck, Zainingens Abteilungskommandant, wies die Messtrupps eigens ein und führte diese etwa an die tiefsten Punkte in der Umgebung. Gefährliche Gaskonzentrationen konnten nicht gemessen werden. Nach rund drei Stunden konnten die Feuerwehrleute wieder einrücken – was genau bei der Betankung des Gastankes geschehen ist, müssen nun die weiteren Ermittlungen zeigen.

Römersteins Bürgermeister Matthias Winter, der sich vor Ort ein Bild der Lage machte, dankte allen anwesenden Feuerwehrleuten für ihren Einsatz. Gleichzeitig betonte der Bürgermeister, dass niemand in Zainingen frieren müsste, weil dieser große Propangastank aus dem Netz genommen wurde. Die Wohnsiedlung in der Umgebung der Schadensstelle wird über insgesamt drei Propangastanks versorgt – die beiden übrigen Tanks reichen trotz der Kälte derzeit aus. sodass alle Heizungen in Betrieb bleiben können. Auch Ortsvorsteher Markus Class war vor Ort und versorgte die Einsatzkräfte mit warmen Getränken. Ein Angebot, dass bei Minusgraden und klirrender Kälte gerne angenommen wurde.

Für die Freiwillige Feuerwehr Römerstein war dies bereits der 13. Einsatz in diesem Jahr. Die Reutlinger Gefahrstoffeinheit wurde erstmals im Jahr 2019 alarmiert.