Römerstein/Grabenstetten Strohweiler ist wieder am Netz

Römerstein/Grabenstetten / Alexander Thomys 04.01.2019
Der Feuerwehreinsatz zur Aufrechterhaltung der Wasserversorgung konnte gestern Nachmittag beendet werden. Am Ende war das Leck nur rund zehn Zentimeter groß.

Die gestrige Nacht über mussten die Feuerwehrleute noch durchhalten, am Freitagnachmittag gab Römersteins Bürgermeister Matthias Winter dann Entwarnung: „Wir haben ein finales Ergebnis. Strohweiler ist wieder am Netz.“ Zur Erinnerung: An Neujahr merkte Wassermeister Joachim Lais, dass der Hochbehälter Hengen des Zweckverbands Wasserversorgung Vordere Albgruppe leergelaufen war. Schnell zeigte sich: In der Druckleitung nach Grabenstetten und Strohweiler, die aus zwei einzelnen Leitungen besteht, musste es ein größeres Leck geben.

Schwierige Suche

Während sich die Mitarbeiter des Zweckverbands zusammen mit den Bauhofmitarbeitern, den Stadtwerken Bad Urach und einer Spezialfirma aus Eislingen auf die Suche nach dem Leck machten, war die Feuerwehr gefragt, um den akuten Bedarf zu wecken: Die rund 120 Einwohner von Strohweiler und vor allem die rund 1000 Tiere im Ort lagen auf dem Trockenen, auch in Grabenstetten stockte die Wasserversorgung.

Die Feuerwehren aus Römerstein, Grabenstetten, Münsingen und Lenningen legten daher eine rund drei Kilometer lange Leitung von Böhringen her nach Strohweiler, ebenso wurde ein Beipass an der vermuteten Schadstelle vorbei gelegt und eine Leitung zwischen Grabenstetten und Strohweiler errichtet und mit hohem Personalaufwand auch in den Nächten betrieben. Wäre der Wasserfluss ins Stocken geraten, wären die Schlauchleitungen eingefroren.

„Die Leckortung erwies sich als deutlich schwieriger, als ursprünglich gedacht“, berichtete Bürgermeister Winter. Eine akustische Ortung schlug fehl, auch ein Versuch mit Prüfgas scheiterte, weil die Schadstelle an einer anderen Stelle lag als ursprünglich vermutet. Die Rettung brachte schlussendlich eine Drohne, die mit ihrer Wärmebildkamera erkennen ließ, wo das Leitungswasser auf den gefrorenen Boden traf und so die Umgebung erwärmte. Es handelte sich um ein rund zehn Zentimeter großes Loch, das nach kurzer Zeit mit einer Manschette repariert werden konnte. Möglicherweise entstand der Schaden durch den einsetzenden Frost, zuletzt war es Nachts bis zu Minus neun Grad kalt. „Auch Bodenbewegungen wären eine theoretische Annahme“, sagte Winter zur Ursache. Ausschließen könne man dagegen einen Zusammenhang mit dem Brandeinsatz in Strohweiler an Neujahr, betonte der Römersteiner Bürgermeister. Feuerwehr-Pressesprecher Matthias Wurst bestätigte dies: „Bei jeder Übung verbrauchen wir mehr Wasser aus dem Netz als bei diesem Kellerbrand.“

Am Ende war Römersteins Schultes froh und dankbar über den Einsatz der zahlreichen Feuerwehrangehörigen und Mitarbeiter. „Das Krisenmanagement und die Solidarität haben funktioniert“, lobte Winter, der seinen Dank auch an die Landwirte aussprach, die in Strohweiler verständnisvoll reagiert hätten.

Froh war Winter auch über eine Entscheidung des Zweckverbandes, in Strohweiler Technik einzubauen, die eine Rückwärtsversorgung nach Grabenstetten hin ermöglichte. „Die frisch installierte Technik hat sich schon nach wenigen Wochen bewährt“, so der Römersteiner Bürgermeister. Dabei habe man zuvor über die Kosten von rund 8000 Euro lange diskutiert, erinnert sich Winter. Sein Fazit: „Es hat sich gelohnt, auf 110 Prozent sicher zu gehen.“

Am gestrigen Nachmittag wurde das Leitungsnetz chloriert, um sicherzustellen, dass einen möglichen Keimeintrag während der Reparatur und Notversorgung auszuschließen. „Am späten Nachmittag ist Strohweiler dann wieder komplett am Netz“, sagte Winter erleichtert.

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