Hülben/Grabenstetten/Römerstein Schneefall und Eisregen auf der Alb

Hülben/Grabenstetten/Römerstein / Alexander Thomys 08.01.2019

Warum erst so spät, dürften sich die Schulkinder gefragt haben. Warum überhaupt? Das fragten wohl alle Erwachsenen, die nicht mehr wussten, wohin mit dem Schnee. Und warum schon wieder? Das fragten sich die Römersteiner Feuerwehrleute, die aufgrund des Schneefalls erneut mehrere Einsätze zu absolvieren hatten, kaum war der Jahreswechsel mit Kellerbrand und Notwasserversorgung abgearbeitet. So oder so: Der Wintereinbruch hat die Vordere Alb voll erwischt – der Schneefall brachte Freude, aber auch Probleme mit sich.

Mehrfach räumte die Feuerwehr

„Aufgrund von Schneebruch mussten wir am Sonntag und Montag insgesamt fünf Mal ausrücken“, berichtete etwa Albert Haas, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Römerstein. Mehrfach räumten die Feuerwehrleute auf der Landesstraße 252 zwischen Böhringen und Donnstetten unter der Schneelast abgebrochene Äste und ganze Bäume von der Fahrbahn, ehe die Landesstraße am Montagvormittag komplett gesperrt wurde. „Es gab mehrere weitere Bäume, die gefährdet waren“, sagte Haas.

Auch zwischen Grabenstetten und Böhringen dürften Autofahrer ein mulmiges Gefühl gehabt haben – die Grabenstetter Steige blieb zur Sicherheit ebenfalls gesperrt. Vor allem der Eisregen sorgte hier für Gefahr: Äste, Verkehrsschilder, Strommasten – allesamt waren sie mit dicken Eisschichten überzogen. Wenn es in den kommenden Tagen zusätzlich schneit, dürften wohl noch einige Bäume dem Gewicht nicht mehr standhalten.

Die Straßenmeisterei des Landkreises war am Montag im Dauereinsatz. Nicht nur im klassischen Winterdienst, sondern auch mit einem Spezialfahrzeug, das größere Äste, die über den Straßen hingen, provisorisch entfernte. Um halb vier in der Nacht, so erklärten es die Männer in Orange, hatte ihre Schicht begonnen. Auch die Bauhofmitarbeiter der Albgemeinden hatten alle Hände voll zu tun.

Die Einwohner fragten sich indes, wohin mit all dem Schnee? In den Ortschaften türmen sich die Schneeberge zum Teil höher als Autos, manche, die am Wochenende nicht bewegt worden waren, dürften nun so leicht nicht mehr auf die Straße kommen. Manche Geschäfte ließen gleich einen Bagger kommen, um die Kundenparkplätze von der weißen Pracht zu befreien. Während das Alten- und Pflegeheim in Hülben den Schneemassen mit der Fräse zu Leibe rückte. Waren manche Gehwege derweil mit kiloweise Streusalz bis auf den letzten Eiskristall freigetaut, gab es andernorts nur einen freigetretenen Pfad zwischen den Schneebergen. Manchmal half auch nur ein Wechsel der Straßenseite.

Während der Schneefall den Kindern das Ende der Schulferien versüßte, waren natürlich auch die Wintersportler begeistert – sofern sie nicht selbst zur Schneeschippe greifen mussten. Kommode Bedingungen finden die Sportler derzeit bei Hülben vor, dort sind gleich mehrere Loipen gespurt und bieten Raum sowohl für klassischen Langlauf als auch für Skating. Hochbetrieb herrschte auch am Donnstetter Skilift, wobei ein Blick auf den Parkplatz am Montagnachmittag zeigte, dass durchaus noch Luft nach oben blieb. Diejenigen, die es warm eingepackt zum Skilift geschafft hatten, waren jedenfalls von den Bedingungen begeistert. Gut bewacht wurde der Skilift übrigens durch eine ganze Schar von Schneemännern, die fleißige Hände aus dem Schnee modelliert hatten. Dass die Hänge dennoch weiß blieben, zeigt, wie viel Schnee auf der Alb tatsächlich gefallen ist.

Im Tal konnten die geneigten Beobachter darüber nur staunen. Dort war vom Schneefall des Wochenendes nicht viel übrig geblieben. Von „zwei Welten in einem Landkreis“ sprach gar der Bundestagsabgeordnete Michael Donth. Was Hagen Kluck, Gemeinderat in Reutlingen, prompt zu der Spitze verleitete, ob dieses Statement ein Bekenntnis zur Auskreisung der Großstadt sei. Was Donth prompt verneinte. Nur eines scheint derzeit sicher: Bis dieses Thema final entschieden sein wird, dürfte noch viel Schnee vom Himmel fallen.

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