Vordere Alb Schneefall auf der Alb sorgt für weitere Feuerwehreinsätze

Vordere Alb / Alexander Thomys 13.01.2019

Während in den Tallagen des Landkreises der Regen am Wochenende den Schnee fortspülte – so schnell wie sie gekommen war, war die weiße Pracht wieder weg – wurde die Schwäbische Alb am Wochenende mit noch mehr Schneefall vor Probleme gestellt. Mehrfach wurden die Freiwilligen Feuerwehren in den Einsatz gerufen.

Die Wittlinger Feuerwehr hatte bereits am Freitagnachmittag einen ganz besonderen Einsatz zu bewältigen. Aufgrund der großen Schneemassen und dem vorhergesagten Tauwetter mit Regen musste spontan ein Einsatz gefahren werden. Die Lichtschächte der Mehrzweckhalle waren über einen Meter hoch mit stark komprimiertem Schnee bedeckt. Eine Überschwemmung des Untergeschosses war zu befürchten, berichtet Ortsvorsteher Horst Vöhringer. Mit schwerem Gerät rückten die Feuerwehrleute dem Schnee zu Leibe und legten die Lichtschächte wieder frei.

Weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass auch die Dächer von Mehrzweckhalle, Schule und Kindergarten in Wittlingen überlastet waren, wurde ein Statiker des ortsansässigen Statikbüros hinzugezogen. Dieser gab zwar für die Satteldächer der drei Gebäude Entwarnung, allerdings war die Schneelast auf dem Flachdach zwischen Schule und Kindergarten schon nahezu überschritten. Gut gesichert begaben sich deshalb die ehrenamtlichen Feuerwehrleute auch dort auf das Dach und räumten den kompletten Schnee unter Einsatz von zwei Schneefräsen ab. Ortsvorsteher Horst Vöhringer, der sich selbst vor Ort über die Lage informierte, war sichtlich zufrieden: „Es ist einfach ein gutes Gefühl, dass wir eine so tolle, engagierte und kompetente Feuerwehr in Wittlingen haben. Was hier spontan geleistet wurde, ist wirklich fantastisch.“ Es könnte nicht das letzte Mal gewesen sein, dass die Wehr zum Winterdienst anrücken muss, vermutete Vöhringer: „Sollte es erneut zu ergiebigen Schneefällen kommen, muss nicht nur erneut das Flachdach geräumt werden, dann könnte es auch im Bereich der Mehrzweckhalle kritisch werden.“ Die Prognose des Ortsvorstehers bewahrheitete sich: Am Sonntag rückte die Wehr erneut aus, um mit Unterstützung der Drehleiter aus Bad Urach weitere Dächer von der Schneelast zu befreien.

In Römerstein musste die Freiwillige Feuerwehr zunächst am Freitagvormittag ausrücken, um das Dach einer vom Gewicht der Schneemasse gefährdeten Doppelgarage in Donnstetten zu räumen. Am späten Samstagabend waren die Feuerwehrleute dann erneut gefordert: Auf der Landesstraße 252 zwischen Donnstetten und Westerheim blockierte ein umgestürzter Baum die Fahrbahn. Die Feuerwehrleute waren rund eineinhalb Stunden im Einsatz, um den Stamm auseinander zu sägen und die Straße freizuräumen.

Andernorts waren die Feuerwehrleute machtlos: Als sie gegen 23.30 Uhr am Samstagabend erneut alarmiert wurden, stellten die Römersteiner Florinjünger auf der Kreisstraße 6704 zwischen Böhringen und Schopfloch mehrere umgestürzte Bäume fest. Und ein Blick nach oben zu den Baumkronen zeigte, dass das Risiko für weiteren Schneebruch hoch war. Zu hoch für die Feuerwehr: Aus Sicherheitsgründen war ein Räumen der Fahrbahn nicht möglich, die Kreisstraße wurde gesperrt.

Im Laufe des Sonntags entspannte sich die Lage langsam. Bei leichten Plusgraden taute der Schnee allerorts, insbesondere die Bäume verloren einen Großteil der Schneelast. In den kommenden Tagen sollen die Temperaturen auf der Alb auf bis zu fünf Grad plus steigen. Zur Freude vieler Einwohner, die den Schneebergen gestern noch mit Baggern zu Leibe rückten. Den Langläufern, die derweil am Sonntagmittag rund um Böhringen ihre Runden drehten,  dürfte diese Aussicht dagegen weniger gefallen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel