Bad Urach Räumfahrzeuge kommen kaum durch

Wird auf beiden Straßenseiten geparkt, wird es für die Räumfahrzeuge schnell eng.
Wird auf beiden Straßenseiten geparkt, wird es für die Räumfahrzeuge schnell eng. © Foto: Alexander Thomys
Bad Urach / Alexander Thomys 10.01.2019

Schnee wohin das Auge blickt. Und von oben schneit es schon wieder. Schnell stellt sich da vor allem in den Albgemeinden die Frage: Wohin mit der weißen Pracht? Eine Frage, die nicht nur die Anwohner umtreibt, sondern auch den Winterdienst. Die Stadt Bad Urach veranstaltete gestern eigens eine Pressekonferenz in Wittlingen, wo selbst die Räumfahrzeuge kaum noch durchkommen. Grund sind allerdings nicht nur die Schneeberge am Fahrbahnrand – wohin viele Anwohner den Schnee ihrer Gehwege schieben –, sondern auch die Fahrzeuge, die beidseitig der Ortsdurchfahrt parken.

Für die Wittlinger Steige verantwortlich

Für die Straßenmeisterei des Landkreises ist dies besonders schwierig. Die ist für die Räumung der Wittlinger Steige verantwortlich. Und übernimmt auf freiwilliger Basis zugleich die Räumung der Ortsdurchfahrt. Allerdings: Mit den großen Räumfahrzeugen kommt die Straßenmeisterei kaum an den parkenden Autos in der Ortsdurchfahrt vorbei, vor allem dann nicht, wenn diese aufgrund des Schnees am Fahrbahnrand mehr in die Straßenmitte rücken. Kürzlich hupte sich ein Räumfahrzeug am frühen Morgen sogar den Weg frei – sicher nicht zur Freude derjenigen, die die Straße frei gehalten hatten – zumal die beengten Straßenverhältnisse auch für die Rettungsdienste problematisch sein können.

Heinz Katzmaier, Leiter des Bauhofes der Stadt Bad Urach, appelliert daher an alle Anwohner, die Ortsdurchfahrt frei zu halten und möglichst auf den eigenen Grundstücken zu parken. „Wenn die Straßenmeisterei die Ortsdurchfahrt nicht mehr räumt, haben wir wirklich ein Problem“, sagt Katzmaier, der mit seinen Mitarbeitern bereits so alle Hände voll zu tun hat, um den Schneemassen einigermaßen Herr zu werden. Pro Ortsteil steht dem Bauhof dafür ein Räumfahrzeug zur Verfügung, fünf weitere sind in Bad Urach stationiert. Im Schichtbetrieb sind rund zwei Drittel der insgesamt 30 Bauhofmitarbeiter derzeit mit dem Winterdienst beschäftigt. Kurz vor vier Uhr startet ein Mitarbeiter mit einer Kontrollfahrt durch die Stadtteile und alarmiert je nach Bedarf seine Kollegen, die zwischen 5 und 6 Uhr mit den Räumfahrzeugen starten.

Straßen nach Wichtigkeit eingeteilt

Geräumt wird dabei nach Priorität. Hierzu wurden eigens Pläne aller Ortsteile erstellt und die Straßen entsprechend ihrer Wichtigkeit für den Verkehrsfluss und Besonderheiten, wie etwa Gefällstrecken, eingeteilt. „Das ist nicht willkürlich erfolgt, sondern etwa auch in Absprache mit den Ortschaftsräten“, betont Katzmaier. Dabei ist keineswegs garantiert, das alle Straßen geräumt werden können. „Mitunter ist es so, dass der Räumfahrzeugführer wieder von vorne anfangen muss, sobald er in einem Ortsteil alle Straßen der ersten Priorität geräumt hat“, sagt Katzmaier. Das kann schnell notwendig sein, wenn es kräftig schneit. „Nach fünf bis zehn Minuten liegen dann wieder mehrere Zentimeter Schnee.“ Für die Nebenstraßen bleibt dann keine Zeit. Geräumt wird übrigens bis 22 Uhr.

Dabei ist auch viel Muskelkraft gefordert. „Bushaltestellen, Fußgängerampeln mit Verkehrsinseln und ähnliche Bereiche sind nur in Handarbeit zu räumen“, weiß Katzmaier. Geräumt wird möglichst dorthin, wo der Schnee niemanden stört. Doch mitunter sind die Schneemengen derzeit einfach zu groß. Dann wird der Gehweg bewusst geopfert und vom Schneepflug als Abladefläche für den Schnee genutzt. Fußgänger sollten dann auf der Straße laufen – und die Anwohner müssten auf der Straße einen entsprechend breiten Bereich streuen und gegebenenfalls räumen, um Fußgängern den Weg zu erleichtern.

Generell könne man solchen Schneemengen nur mit vereinten Kräften beikommen – durch den Bauhof und bürgerschaftliches Engagement, betont Bad Urachs Pressesprecher Bernd Mall. Vor allem älteren Mitbewohnern sollte beim Schneeräumen geholfen werden, appelliert Mall an eine gute Nachbarschaft. In Wittlingen soll zusätzlich auf gesetzlichem Wege Abhilfe geschaffen werden, wie Ortsvorsteher Horst Vöhringer ankündigt: Auf der Ortsdurchfahrt soll für den restlichen Winter ein einseitiges Parkverbot ausgeschildert und durchgesetzt werden.

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