Die Schwäbische Alb liegt im Trend. Wie kaum eine andere Region im Land glänzt das schwäbische Mittelgebirge seit Jahren mit steigenden Tourismuszahlen. Das neu entflammte Interesse am karstigen Gebirge zwischen der Metropolregion Stuttgart und dem Bodensee zeigt sich unter anderem auch in der großen Zahl an Bildbände, die in den Regalen der Buchhandlungen stehen und zum visuellen Kurzurlaub einladen.

Seit 15. Oktober gibt es eine zusätzliche Gelegenheit dazu. Das an diesem Tag im Münchner Knesebeck-Verlag erschienene Fotobuch „Wilde Alb – Naturschätze zwischen Felsen, Höhlen und Wasserfällen“ will dabei nicht einfach nur ein weiteres Exemplar dieser Literaturgattung sein, sondern sich alleine schon durch den hohen Anspruch an die Qualität und Authentizität der Fotografien von anderen Werken abheben, wie Benjamin Waldmann, neben Bernd Nill Ideengeber des ehrgeizigen Projekts unterstreicht.

Fotografen sind mehr als drei Jahren unterwegs

Der Stuttgarter und der Nürtinger sind nicht nur leidenschaftliche (Freizeit-)Fotografen, sondern auch Mitglieder der Regionalgruppe Württemberg/Bayern in der renommierten Gesellschaft für Naturfotografie (GDT).

Alblandschaft unter dem Sternenzelt.
© Foto: Gerhard Schenk

Der nun vorliegende Band ist das Ergebnis eines Vorhabens, das sich die Regionalgruppe bereits im Jahr 2016 vorgenommen hatte. Rund 25 Fotografen – vom Studenten bist zum Rentner, darunter Profis, Halb-Profis und ambitionierte Amateure – streiften in ihrer Freizeit mehr als drei Jahre lang über die gesamte Alb – von der Albhochfläche bis ins Obere Donautal. Stets auf der Suche nach besonderen Motiven, Licht- und Wetterstimmungen und mit dem Blick für die wilden Seiten des Gebirgszugs. Mehrere 10 000 Bilder entstanden so im Laufe der Zeit von Landschaften, von besonderen Highlights wie dem zu Eis erstarrten Bad Uracher Wasserfall, von der albtypischen Flora und Fauna. 200 ausgewählte Motive haben es in den 192 Seiten starken Bildband geschafft.

Schützenswerte Lebensräume auf der Alb

„Wir wollten Dinge zeigen, die die Leute während ihres Sonntagsspaziergangs nicht sehen“, beschreibt Benjamin Waldmann die Herangehensweise und Anspruch des Projekts, das mit Abstand zum größten jemals realisierten der GDT zählt. Dabei sollen die zum Teil spektakulär anzuschauenden Fotografien nicht dem Selbstzweck dienen, sondern als Botschafter für den einzigartigen Natur- und Lebensraum wirken. „Wir wollten die tolle Natur zeigen, aber auch wie schützenswert sie ist“, unterstreicht er den mit dem Projekt verbundenen Naturschutzgedanken. Als Projektpartner konnte das Biosphärengebiet Schwäbische Alb ebenso gewonnen werden wie der Schwäbische Alb Tourismusverband.

Dunst und Nebel auf der Alb.
© Foto: Benjamin Waldmann

Versehen mit einem Vorwort des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, beinhaltet das Werk auch kurze Texte zu den jeweiligen Albansichten. Ministeriale Weihen erfährt der Bildband zudem am Samstag, 23. November, wenn zur öffentlichen Premiere des Gesamtprojekts um 16.30 Uhr in der Bad Uracher Schlossmühle der Umweltminister des Landes Franz Untersteller anwesend sein wird. Nach der eigentlichen Buchpräsentation wird am selben Tag (um 17.45 Uhr) die begleitende Ausstellung im Stadtmuseum eröffnet. 50 großformatigen Fotografien samt ausführlicher Beschreibung, sind dort bis 6. Januar zu bewundern. Doch damit nicht genug: Um 19.30 Uhr wird, ebenfalls im Dettinger-Saal der Schlossmühle, eine rund 60-minütige live kommentierte Mulivisionsschau, samt der eigens von der Musikschule Trossingen für diesen Zweck komponierten Musik über die Bühne gehen. Der Eintritt ist jeweils frei.

Uracher Alb im Fokus der Fotografen

Obwohl ein Gutteil der Fotografien auf der Uracher Alb entstanden sind, ist der Ort der Premiere eher zufälliger Natur. Anja Koppatz (Forum 22) stieß bereits im Jahr 2017 auf das Projekt und es entstand ein reger Austausch auch mit Bad Urachs Kulturreferent Thomas Braun. Der Schluss, das Projekt in der Stadt am Fuße der Alb vorzustellen, lag schnell nahe.

Nach dem Auftakt wird die Ausstellung im Ulmer Naturkundemuseum, im Biosphärenmuseum Münsingen, im Naturschutzzentrum Eriskirch und im Stuttgarter Haus der Wirtschaft zu sehen sein. Weitere Stationen, auch in der Region, könnten je nach Resonanz noch dazukommen. Und die Chancen stehen gut. Beim Internationalen Naturfotofestival Ende Oktober in Lünen jedenfalls erntete die Multivisionschau begeisterte Reaktionen, wie Waldmann stolz berichtet.

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Die Premiere des Fotoprojekts „Wilde Alb“ ist am Samstag, 23. November, um 16.30 Uhr in der Schlossmühle. Eröffnen wird sie Landes-Umweltminister Franz Untersteller.

Um 17.45 Uhr, öffnet die Wanderausstellung im Bad Uracher Stadtmuseum. Anschließend, gegen 19.30 Uhr, startet dann die Multivisionsschau, ebenfalls in der Schlossmühle.

Die Ausstellung wird bis 6. Januar in Bad Urach und anschließend an mehreren Stationen im Land zu sehen sein.

Weitere Infos auch unter: www.wildealb.de