Tübingen / AFP  Uhr

Forscher haben nach mehr als 30.000 Jahren die Todesumstände eines modernen Frühmenschen aufgedeckt. Die Senckenberg-Wissenschaftlerin Katerina Harvati und ein internationales Kollegenteam führen die Verletzungen an dem Schädel des Mannes auf eine Gewalttat zurück, wie das Senckenberg Forschungsinstitut am Donnerstag mitteilte. Bislang war davon ausgegangen worden, dass die Frakturen an dem Fossil erst nach dem Tod durch Verwitterungsprozesse entstanden waren.

Narben und größere Fraktur

Zwei kleine Narben und eine größere Fraktur verlaufen über den 33.000 Jahre alten Frühmenschen-Schädel, der in der rumänischen Cioclovina-Höhle gefunden wurde. Das altsteinzeitliche Fossil gilt als eines der ältesten Vertreter der modernen Europäer.

Das Team um die Tübinger Forscherin Harvati untersuchte den Schädel des Mannes mit modernen forensischen Methoden. Dabei konnten sie zeigen, dass die Frakturen von stumpfer Gewalt herrührten - im einem Fall sei der Schlag "eindeutig mit einem keulenartigen Objekt" ausgeführt worden.

Schlag mit Todesfolge

Das Ausmaß der Verletzungen sowie die fehlenden Anzeichen einer Heilung weisen demnach auf einen Schlag mit Todesfolge hin. Die Forscher können sogar Hinweise über Täter und Tathergang geben: Das Muster der Fraktur deutet den Angaben zufolge darauf hin, dass sich Opfer und Angreifer frontal gegenüberstanden und der Schlag mit der linken Hand ausgeführt wurde. Eventuell sei das Opfer auch in einer knienden Position von einer Art Knüppel getroffen worden. Die Studienergebnisse erschienen im Fachjournal "Plos One".

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