Die Zaininger Martinskirche war mit dem ersten Schnee bedeckt, drinnen waren die Bänke allesamt besetzt und die Glocken läuteten zum Auftakt des Kirchenkonzerts der Musikvereins Zainingen – die Bedingungen für einen musikalischen Abend waren perfekt. Die über 60 Musiker der Zaininger Kapelle wurden einmal mehr von ihrem Dirigenten Christoph Winkler bestens auf den großen Tag vorbereitet.

Kesselpauken am Altar

Das große Orchester mit all seinen Instrumenten im Chorraum der Kirche unterzubringen war indes eine herausfordernde Aufgabe. Unter der Kanzel die Saxophone, neben der Orgel das Schlagzeug und die großen Kesselpauken und direkt am Altar der Kapellmeister – jeder hatte am Ende seinen Platz gefunden.

Gleich zu Beginn durften die Besucher kräftig mitsingen: „Jesus, berühre mich“ sollte der musikalische Auftakt des Konzertabends sein, in den die Gäste gerne miteinbezogen wurden. Lena Wörz und Elisa Maier vermittelten mit ihren Texten und Versen die Stimmungen zu den jeweiligen Stücken. So auch beim Hauptwerk des Abends: „Jesus Christ Superstar“. Imposante Orchesterstellen wechselten sich ab mit ruhigeren, melodiösen Passagen – das leisere Flötenspiel gefolgt vom mächtigen Beckenschlag.

Die Akustik und die Stimmung in der Zaininger Kirche waren wieder einmal außerordentlich gut. Jeder noch so leise Ton ist im sakralen Gebäude bis in den hintersten Winkel zu hören. Diese Tatsache verlangt in der Vorbereitung allerdings schon besondere Aufmerksamkeit, erzählt Dirigent Christoph Winkler. „Die lauten Orchesterstellen stellen nicht die Schwierigkeit dar, eher die ruhigeren, leiseren Passagen“, nennt der Dirigent eine der musikalischen Herausforderungen.

Die leiseren Töne waren dann auch bei drei Gesangsstücken gefragt. Madlen Schönleber, Elisa Maier und Matthias Wurst überzeugten bei ihren Stücken einzeln, aber auch als Trio bei „Knockin on Heavens Door“ von Bob Dylan. Überhaupt hatte Dirigent Winkler ein abwechslungsreiches, modernes Programm aufgelegt.

Die klassische Kirchenmusik, die man eher bei einem Kirchenkonzert vermutet, wurde von modernerer, zeitgenössischer Literatur ersetzt. Die Liebe – ein viel besungenes Thema – war auch beim Konzertabend des Zaininger Musikvereins ein zentraler Punkt. Ob bei „Concerto d´Amore“ oder „The Glory Of Love“ – die Zuhörer in der Kirche bedankten sich mit großem Applaus bei den Musikern.

Der warme Klang der Hörner, die präzisen Schläge des Glockenspiels oder das gefühlvolle Trompetenspiel – immer im Zusammenspiel mit dem Orchester: sie boten eine stimmungsvolle Stunde am Sonntagabend in der Zaininger Martinskirche. Dieser Meinung war auch der Hausherr, Pfarrer Daniel Mangel.

Mangel bedankte sich mit seinem Grußwort bei der Kapelle für den gelungenen Abend. Erst nach der Zugabe „Der Mond ist aufgegangen“ durften die Musiker anschließend mit den Gästen gemeinsam im Gemeindehaus mit einem Glas Sekt auf ein gelungenes Konzert anstoßen. Die Spende des Abends stiftete der Musikverein für den Erhalt der Zaininger Martinskirche.