Römerstein Mahnende Appelle zu Beginn des Jahres

Mit Dirigent Gregor Dümmel (links) umrahmte der Männerchor des Gesangvereins Frohsinn den Neujahrsempfang.
Mit Dirigent Gregor Dümmel (links) umrahmte der Männerchor des Gesangvereins Frohsinn den Neujahrsempfang. © Foto: Alexander Thomys
Böhringen / Alexander Thomys 14.01.2019

Im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde in Böhringen fand am Sonntag der Neujahrsempfang der Gemeinde statt. Bevor Bürgermeister Matthias Winter aber auf das vergangene Jahr zurückblicken konnte, sprach der Schultes erst die jüngsten Ereignisse an, die in der Albgemeinde weiter für Gesprächsstoff sorgen. „Angesichts der Dinge, die da hätten passieren können, hatten wir mit nur einer Rauchgasvergiftung noch Glück im Unglück“, erklärte der Bürgermeister im Hinblick auf den Brand an Neujahr. Als kurz darauf nach dem Bruch der Hauptwasserleitung nach Strohweiler der nächste Unglücksfall eintrat, stand Strohweiler wieder in den Schlagzeilen. „Dieses große mediale Interesse hatte ich nicht erwartet“, gab Winter zu. Doch auch bei diesem Einsatz habe sich gezeigt, wie groß die Solidarität und das Miteinander in der Albgemeinde ausgeprägt seien, so der Schultes weiter.

An dieser Stelle mahnte der Bürgermeister diese Solidarität aber auch in Sachen Schnee an. „Es kann nicht sein, dass manche Leute ihren Schnee auf die Straße schippen, weil sie sagen, er gehöre ihnen nicht“, sagte Winter und versicherte schmunzelnd: „Wir als Gemeinde wollen ihn auch nicht.“ Mehr Rücksicht und Respekt mahnte der Schultes auch gegenüber der Feuerwehr an. Die Helfer seien im Herbst zu einem Kaminbrand alarmiert worden, was dem Hausbesitzer nicht schmeckte. „Da mussten sich die Feuerwehrleute anpöbeln lassen“, sagte Winter kopfschüttelnd. „Man sollte doch froh sein, das jemand kommt, um zu helfen.“ Der Applaus der versammelten Bürgerschaft war dem Rathauschef an dieser Stelle sicher.

Im Hinblick auf das vergangene Jahr nannte der Bürgermeister zuerst den Neubau für die Gemeinschaftsschule Vordere Alb, welche den Schülern künftig weitere 700 Quadratmeter zur Verfügung stellt. Mit dem Einbau der Mensa in das Bestandsgebäude soll die Schulsanierung und Erweiterung in diesem Jahr zum Abschluss kommen. „Die hohen Anmeldezahlen an der Gemeinschaftsschule geben uns Recht“, betonte Winter auch mit Verweis auf die Investitionskosten in Höhe von rund 4,2 Millionen Euro. Weitere Investitionen in die Schulen seien indes nötig, kündigte Winter an: Auch an den Grundschulstandorten in Donn­­stetten und Zainingen müssten die Gebäude ertüchtigt werden. „Auch dort wird sich die Frage der Ganztagesbetreuung stellen“, ergänzte der Bürgermeister. Zumal Römerstein wachse: „Wir brauchen zusätzliche Betreuungsgruppen.“ Von anderen Kommunen berichtet Winter von einem steigenden Bedarf auch im U2-Bereich. Hier wolle er ebenfalls einen Schritt nach vorne tun: „Wir müssen da auf einen Bedarf vorbereitet sein.“

Drei neue Baugebiete

Die Gemeinde würde ihren Beitrag zu einer optimalen Kinderbetreuung beitragen, sagte Winter. „Wir müssen uns aber bewusst sein, dass das auch seinen Wert hat“, ergänzte der Schultes. Im Fokus stünde in diesem Jahr zudem die Überprüfung möglicher Baugebiete in allen drei Teilorten, wobei Winter befand: „Es ist schade, in die Fläche gehen zu müssen, weil Bauplätze im Ort nicht an Bauwillige veräußert werden.“

Im Hinblick auf die geplanten Baumaßnahmen zur Wasserversorgung, Straßen- und Kanalsanierungen innerorts, der Schulsanierung, dem Hochwasserschutz an der B 465, der Breitbandversorgung, dem Ausbau des Gewerbegebietes in Zainingen und der Einführung der Dopik im Haushalt 2020 sprach Winter von einem „arbeitsreichen Jahr für die Verwaltung“ – und für den Gemeinderat, der sich nach den Kommunalwahlen in diesem Jahr zudem neu organisieren wird. Winter warb dafür, am 26. Mai zu den Europa- und Kommunalwahlen zu gehen. „In instabilen Zeiten brauchen wir eine gewissenhafte Wahlentscheidung“, mahnte der Bürgermeister an, der zugleich für ein Engagement im Gemeinderat warb: „Nirgends kann man sich so in die Entwicklung der Gemeinde einbringen wie im Rat.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel