Der neue Tübinger Stadtschreiber heißt Levin Westermann. Von April bis Juni wird der 1980 in Meerbusch (Nordrhein-Westfalen) geborene und heute nach dem Studium an der Hochschule der Künste in Bern im Schweizerischen Biel lebende Lyriker im Stadtschreiber-Domizil, dem ehemaligen Aufseherhäuschen am Stadtfriedhof, leben und arbeiten.

Stipendium umfasst auch Seminar

Westermann gebe zudem ein Seminar am Studio Literatur und Theater der Universität, teilt die Stadt mit.

„Drei Monate in Tübingen schreiben zu dürfen, das wäre schon so eine tolle Sache. Aber dann feiert die Stadt auch noch Hölderlins 250. Geburtstag – viel besser geht es ja nicht“, schreibt der Autor erfreut.

Freude über Nähe zu Hölderlins Grab

Hölderlin beschäftigt mich ja auch hier in Biel, wo ich eindeutig nicht neben seinem Grab wohne! Die Auseinandersetzung kann also nur intensiver werden.“ Levin Westermann veröffentlichte sein Lyrikdebüt „unbekannt verzogen“ 2012, der zweite Gedichtband „3511 Zwetajewa“ im Herbst 2019 auch sein dritter Gedichtband „bezüglich der schatten“ im Berliner Verlag Matthes & Seitz.

Vielfach ausgezeichnet

Westermann hat für seine Arbeit unter anderem den Orphil-Debütpreis der Stadt Wiesbaden und Werkbeiträge der Kulturstiftung Pro Helvetia erhalten. Zuletzt war er Writer in Residence im Deutschen Haus der New York University.