Dachdecker Julia Peetz ist Deutsche Meisterin

Tübingen / gio 07.11.2018

Zehn Dachdecker/-innen aus zehn Bundesländern kämpften vom 5. bis 6. November um den Titel Bundessieger und demonstrierten ihr Können an beiden Tagen. Die Prüfungskriterien: Schwierigkeitsgrad der Wettbewerbsleistung, Ausführung, Maßhaltigkeit, Genauigkeit unter Beachtung der Fachregeln, Beachtung der Werkstoffausnutzung, die Ordnung am Arbeitsplatz und der Zeitaufwand. Nach der Kür folgte die Pflicht mit dem Anfertigen der Gegenarbeitsprobe für alle Teilnehmer: Deckung einer Walmdachfläche in Schuppendeckung mit eingebundenem Fuß und eingebundenem Anfang- und Endort am Grat. Nach kurzer Pause ging es im letzten Teil mit Flachdach für alle Teilnehmer weiter.

Am Modell mussten die jungen Dachdecker eine Abdichtung mit Kunststoffdachbahnen erstellen und zwar konkret: Eine Innenecke- und Außenecke mit PVC an einem Eckmodell mit Wandanschluss. Nach Beendigung der Arbeitszeit machten die Prüfer ihre Schlussbewertung und die Spannung löste sich – das Ergebnis: Es siegte aus Julia Peetz mit 172, 8 Punkten aus Baden-Württemberg gefolgt von Sebastian Quinten (170,6 Punkte) aus dem Saarland. Auf den 3. Platz kam Jonas Schäffner aus Bayern mit 162 Punkten.

Peetz zur WM nach Peking

„Der erste Tag war prima, danach dachte ich das wird nichts mehr. Somit bin ich total überrascht und freue mich riesig“, so Julia Peetz. In einer Feierstunde ehrten Andreas Schmitz und ZVDH-Vizepräsident Michael Zimmermann anschließend die drei Sieger: Alle Teilnehmer am Bundesentscheid erhielten eine Urkunde und ein Geschenk. Bundessiegerin Peetz und der Zweitplatzierte Sebastian Quinten reisen zur 28. IFD-Weltmeisterschaft junger Dachdecker 2020 in Peking.

Traditionsunternehmen Peetz

Wenn ein Mädchen sich für den Beruf Dachdecker entscheidet, dann staunt ihr Umfeld normalerweise. Nicht so bei Julia Peetz aus Tübingen. Sie stammt aus einem Traditionsunternehmen, das in fünfter Generation in Familienhand ist. Dass die 22-Jährige mit Abitur nun aber nicht nur die Gesellenprüfung mit einem Notenschnitt von 1,2 als Beste absolviert hat, sondern zudem auch das Siegertreppchen im Leistungswettbewerb der Dachdeckerjugend Baden-Württemberg erklommen hat, das hat den Verband, die Innung, die Familie und sie selbst richtig stolz gemacht.

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