Die Jugendlichen in Kohlberg wünschen sich unter anderem einen Bolzplatz, ein schnelleres Internet und eine Dirtbahn. Das ist beim ersten Jugendforum deutlich geworden, das die Gemeindeverwaltung kürzlich initiiert hatte. In der 2300-Einwohner zählenden Gemeinde ist das ein Novum. Gut 70 junge Menschen haben  mitgemischt. Und Kohlbergs Bürgermeister Rainer Taigel zog am Ende eine positive Bilanz des Experiments: „Wir planen eine Neuauflage des Formats“, urteilt der Rathauschef.

Der Reihe nach. 286 persönliche Einladungen an alle Kohlberger Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen zehn und 21 Jahren hatte die Verwaltung  verschickt. Knapp ein Viertel der Heranwachsenden fühlte sich angesprochen.

Was wünschst Du Dir, um Dich in Kohlberg wohl zu fühlen? Was würdest Du als erstes ändern? Was ärgert Dich am meisten? Soweit die die Fragen, die beim Forum auf der Agenda standen. Eingeteilt in verschiedene Arbeitsgruppen, haben die Kinder und Jugendlichen angeregt über „ihre“ Themen gesprochen.

Moderiert wurde das Ganze von der Leiterin der Schulkinderbetreuung, Rebecca Eisemann, und Schulsozialarbeiter Dr. Nicolai Amann. Das Wort hatten aber die  Jugendlichen und jungen Erwachsenen, Gemeinderat und Bürgermeister hörten zu.

Schnell war klar: Die Jugendlichen wollen das Leben im Ort mitgestalten und haben auch bereits Ideen. Eine Gruppe stellte etwa ein bereits ausgearbeitetes Projekt für eine sogenannte Dirtbahn (eine Geländestrecke für Fahrräder) vor. Die Jugendlichen zeigten selbst gezeichnete Pläne und erläuterten mögliche Standorte.

Andere wünschen sich eine Kletterwand auf dem Schulgelände und haben sich auch über die Finanzierung im Vorfeld bereits Gedanken gemacht. Zudem stellten sich Vertreter des Kohlberger Jugendtreffs „Bauwagen“ vor und luden zu einem Besuch ein.

Gut finden die Kinder und Jugendlichen in Kohlberg unter anderem die Bücherei, die Schule, die Kirche und die vielen Vereinsangebote. Dass in Kohlberg das Internet zu langsam ist, ein Bolzplatz fehlt und die Jusihalle größer sein dürfte, waren nur einige Punkte auf der Wunschliste.

„Vergrößern können wir die Halle nicht, aber zum Beispiel über mehr Öffnungszeiten in den Ferien nachdenken“ versprach Kohlbergs Bürgermeister Rainer Taigel. Ob der geplante Kunstrasenplatz öffentlich genutzt werden könne, sei indessen noch zu klären. Auch für die Kletterwand gibt es schon Ideen, die im Zusammenhang mit der ohnehin fälligen Erneuerung eines Spielgerätes im nächsten Jahr umgesetzt werden könnten.

Auch das schnellere Internet komme in diesem Jahr noch in Kohlberg an. ließ der Bürgermeister durchblicken. Die dafür notwendigen Glasfaserkabel wurden bereits verlegt, so Taigel. Und auf manche Themen, habe man nur begrenzten Einfluss, informierte Gemeinderat Andreas Queck die Jugendlichen. Über einen Zebrastreifen oder eine Fußgängerampel haben andere Behörden zu entscheiden. Es sei aber dennoch wichtig, auch an diesen Punkten dran zu bleiben.

Gemeinderat Arnold Luisoder gab den Ball zurück an die Teilnehmer und fragte konkret nach den Wünschen der Jugendlichen bei Vereinsfesten oder dem Kirschenfest. Ein Disc Jockey und ein Bungeetrampolin waren spontan die ersten Antworten.

Bürgermeister und Gemeinderat zeigten sich am Ende angetan von der Debatte. „Im Idealfall finden wir gemeinsam gute Lösungen. Das kann sehr schnell gehen oder in Form von Arbeitsgruppen etwas intensiver werden“, so Taigel. Wichtig sei auf jeden Fall, dass auch weiterhin viele mitdenken, mitreden und Kohlberg mitgestalten.“

Dafür wurde übrigens von den Kindern und Jugendlichen eine dauerhafte Möglichkeit gewünscht, etwa in Form einer Pinnwand.

Der Gemeinderat stehe hinter der Veranstaltung und wolle  sogar noch weiter gehen, bilanziert Bürgermeister Rainer Taigel. In einem separaten Kinderforum sollen zeitnah auch die Jüngeren miteinbezogen werden, erklärt  das Kohlberger Verwaltungsoberhaupt weiter.


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Kinder und Jugendliche in Kohlberg hatte die Verwaltung angeschrieben und zum Jugendforum eingeladen. Rund 70 junge Erwachsene haben sich schließlich beteiligt.