Das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) ist ein deutsch-amerikanischer Jugendaustausch, organisiert vom Deutschen Bundestag und dem Kongress der USA. Es soll der jungen Generation die Bedeutung freundschaftlicher Zusammenarbeit, die auf gemeinsamen politischen und kulturellen Wertvorstellungen beruht, vermitteln. Auf Vorschlag ihrer Bundestagsabgeordneten können rund 360 Jugendliche jedes Jahr auf diese Weise die Vereinigten Staaten kennen lernen.

Die aktuelle Stipendiatin des Bundestagsabgeordneten Michael Donth (CDU) ist Paulina Keppler aus Römerstein. Sie ist seit August vergangenen Jahres in Merrit Island im US-Bundesstaat Florida bei einer Gastfamilie untergebracht. Kurz nach dem Jahreswechsel hat sich die junge Gymnasiastin bei Michael Donth, der für das Austauschjahr in Amerika die Patenschaft für sie übernommen hat, gemeldet.

Ganz anders gefeiert

Die 16-Jährige berichtet von „typischen amerikanischen Erfahrungen“, die sie in den vergangenen fünf Monaten gemacht hat. Derzeit besucht sie zusammen mit ihrer italienischen Gastschwester, die gleichzeitig ihre beste Freundin ist, die High School in Merrit Island. Dort ist die sportbegeisterte junge Frau in der Herbstsaison im Cross Country-Team für ihre Schule gestartet. Sie musste dabei fünf Kilometer querfeldein joggen. Zu Hause in Donnstetten hat sie sich als Rope-Skipperin einen Namen gemacht und für ihren Verein, den SF Donnstetten, an der Juniorenweltmeisterschaft 2016 im schwedischen Malmö teilgenommen.

Weihnachten und Neujahr habe sie in den Staaten ganz anders gefeiert, als zu Hause auf der Alb, auf der es derzeit Massen an Schnee gibt. „In Florida ist es an Weihnachten extrem heiß und ich lag am Strand, weshalb auch keine wirkliche Weihnachtsstimmung bei mir aufgekommen ist“, so Paulina Keppler. Zudem seien die Geschenke an Weihnachten in Amerika wichtiger und maßgeblicher, als hier in Deutschland. „The more the better“, also je mehr desto besser, sei das Motto. Schön und feierlich sei es aber dennoch gewesen.

Die Winterferien verbrachte Paulina Keppler in Tallahassee, der Hauptstadt von Florida. Dort besuchte sie mit ihrer Gastfamilie die Florida State University. Ein Höhepunkt ihres bisherigen Aufenthaltes sei der Ausflug nach Kanada zu den imposanten Niagarafällen gewesen, was „atemberaubend“ gewesen sei. Die Wasserfälle des Niagara-Flusses liegen an der Grenze zwischen dem US-amerikanischen Bundesstaat New York und der kanadischen Provinz Ontario und ist von Florida in rund vier Stunden mit dem Flugzeug zu erreichen.

In etwa vier Wochen geht es für Paulina Keppler mit dem Parlamentarischen Patenschafts-Programm nach Washington DC. In der US-amerikanischen Hauptstadt bekommt sie Einblick in das Kapitol, dem Sitz des Kongresses, der – wie der Deutsche Bundestag – für die Gesetzgebung verantwortlich ist. Sie lernt vor Ort noch mehr über die Politik und die Geschichte der USA. Aber auch Keppler, die als junge Botschafterin Deutschlands in der USA ist, hat ihre amerikanischen Mitschüler schon vielfach über ihr Heimatland informiert.

Regelmäßig Präsentationen zu halten, ist ebenfalls Teil des Programms. „Mir hat das sehr geholfen, über meinen Schatten zu springen und meine eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Ich bin sehr dankbar, dass ich über das Programm diese Erfahrungen machen darf“, so Paulina Keppler.

Michael Donth freut sich, dass der Kontakt zu seinen Stipendiaten so gut funktioniert. „Ein Auslandsjahr ist eine tolle Chance etwas Neues kennen zu lernen. Zum einen werden junge Menschen gefördert und gleichzeitig wird das deutsch-amerikanische Verhältnis vertieft“, so Donth, der sich über die regelmäßigen Bild- und Textnachrichten seines „Patenkindes“ freut.