Zainingen Die Modeschau im Ochsenstall

Viel Redebedarf gibt es vor der geplanten Modeschau im Ochsenstall von Bauer Paul Hartmann, wenn vor der malerischen Kulisse Zainingens wieder Theater gespielt wird.
Viel Redebedarf gibt es vor der geplanten Modeschau im Ochsenstall von Bauer Paul Hartmann, wenn vor der malerischen Kulisse Zainingens wieder Theater gespielt wird. © Foto: Privat
Zainingen / Alexander Thomys 05.02.2019
Die Schauspieler des Schwäbischen Albvereins veranstalten vom 15. bis zum 17. Februar wieder ihre Theatertage. Eines ist wie immer sicher: Es wird viel zu lachen geben.

Es ist schon eine Jahrzehnte alte Tradition: Das Theaterspielen bei der Ortsgruppe Zainingen des Schwäbischen Albvereins. „Ich bin bald 40 Jahre dabei. Und damals gab es die Theatergruppe schon“, sagt Käthe Autenrieth, die zum Vorstandstrio des Albvereins gehört und auch in der Theatergruppe mitspielt. Die veranstaltet vom 15. bis zum 17. Februar wieder ihre Theatertage, dieses Mal mit dem Stück „Modeschau em Ochsastall“.

Gespielt wird am Freitag und Samstag jeweils um 19.30 Uhr, zudem gibt es erstmals auch eine Vorstellung am Sonntag: Dann können die Theaterfreunde bereits um 16 Uhr auf ihre Kosten kommen. Geöffnet wird die Turn- und Festhalle in Zainingen bei den Abendvorstellungen jeweils um 18 Uhr, wobei der Albverein dann auch gerne mit einem Abendessen bewirtet. Am Sonntag gibt es dagegen ab 14 Uhr Kaffee und Kuchen.

Acht Schauspieler

Hinter den acht dieses Mal aktiven Schauspielern und zwei Souffleusen liegt dann eine intensive Zeit des Probens und Texteinübens. „Die letzten zehn Wochen sind schon sehr zeitaufwendig“, sagt Käthe Autenrieth. Dann wird am Wochenende in der Festhalle und montags und dienstags im Vereinsheim geübt. Ein Probenwochenende in der Festhalle wurde genutzt, um das Stück gleich mehrfach durchzuproben. Einen Regisseur gibt es dabei übrigens nicht, sagt Autenrieth: „Wir machen das alles eher gemeinsam und geben uns gegenseitig den ein oder anderen Tipp.“

Schwieriger ist da die Suche nach einem neuen Stück. Zum einen, weil nach über 40 Jahren schon vieles gespielt wurde, zum anderen, weil die Stücke für die Zaininger passen sollen: Statt einer dominierenden Hauptrolle sollen alle Schauspieler ihre Auftritte haben, außerdem soll das Stück selbst nicht zu lang sein. Autenrieth: „Ein Stück mit einer richtigen Hauptrolle hat manchmal 300 Einsätze für den Schauspieler – wer soll das alles lernen?“ Schließlich soll es ein kurzweiliger Abend sein – für die Schauspieler auf der Bühne und für ihr Publikum.

Aber wie kommen die Schauspieler nun zu ihrem Stück? Am Anfang steht Käthe Autenrieth, die sich von den Theaterverlagen mit Vorlagen eindeckt. „Viele Stücke sind zwei Stunden oder länger. Das ist unserer Meinung nach zu lang“, sagt Autenrieth. Solche Stücke kommen dann gleich weg. Dann wird gelesen. Und bei manchen Theaterstücken ist sich Autenrieth schon nach wenigen Sätzen sicher: Diese eher nicht. Oder eben doch. „Und dann hat man auch gleich vor Augen, wer welche Rolle spielen könnte“, sagt Autenrieth schmunzelnd. Zwei bis drei Stücke kommen dann in die Endauswahl und gehen an die Schauspieler. Gemeinsam wird dann entschieden, was gespielt wird.

Leseproben im Vereinsheim

Weiter geht es dann mit Leseproben im Vereinsheim. Wobei das vielen nicht reicht. „Man muss sich schon auch zu Hause hinsetzen und den Text lernen“, spricht Autenrieth aus Erfahrung. Mit der Zeit kommen dann die schauspielerischen Elemente dazu. Die Kostüme zu finden ist indes kein Problem. „Wir haben einen riesigen Fundus auf der Bühne des Vereinsheims“, erzählt Auten­rieth. Viele Zaininger denken beim Aufräumen oder bei Haushaltsauflösungen an die Theatergruppe, sodass immer wieder auch etwas Neues dazu kommt. Ob die wohl bei der Modeschau alle gezeigt werden können?

Denn darum geht es in dem Stück von Jonas Jetten: Paul Hartmann, Landwirt und Hobbymaler, hat seinen Hof heruntergewirtschaftet. Seine vermeintlich letzte Rettung: Der Zuchtbulle Bruno. Doch der weigert sich, seine Arbeit zu erledigen und interessiert sich vor allem für das eigene Geschlecht – was zu manchen Irritationen führt. Und auch mit der Malerei kommt Paul nicht weiter. Doch dann kommt die Idee: Eine Modeschau im Ochsenstall. „Nun gerät erst recht alles aus den Fugen“, heißt es in der Inhaltsangabe. Und mehr soll hier auch nicht verraten werden.

Eines ist auf jeden Fall sicher: Es wird lustig zugehen. Denn Komödien, da sind sich die Zaininger Schauspieler einig, müssen es sein, wenn in der Albgemeinde Theater gespielt wird. „Wir haben viel Spaß miteinander und dann müssen auch die Stücke lustig sein“, sagt Autenrieth. Eine Prise Lokalkolorit gibt es obendrauf. Und der Erfolg gibt der Theatergruppe recht: Die Vorstellungen an den Theatertagen sind oft ausverkauft, und wer einmal als Schauspieler mitgemacht hat, bleibt oft auf Dauer dabei.

Davon können sich die Gäste vom 15. bis zum 17. Februar ein Bild machen. Noch gibt es für alle Vorstellungen Karten, die unter Telefon (01 75) 6 33 70 20 verkauft werden – per Anruf, SMS oder WhatsApp-Nachricht.

220

Mitglieder hat der Albverein Zainingen. Es wird viel gewandert, es gibt aber auch eine Volkstanzgruppe, ein Akkordeonorchester, eine Seniorengruppe und die Theatergruppe.

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