Im April 2018 hat ein Wolf im Nordschwarzwald mindestens 43 Schafe unmittelbar oder mittelbar getötet. Da dieser Wolf dort heimisch geworden ist, hat das Umweltministerium die Region offiziell zum Wolfsgebiet erklärt. „Damit ist die Gefahr einer Rudelbildung auch in Baden-Württemberg in greifbare Nähe gerückt“, heißt es seitens des Landesbauernverbandes (LBV). Dies hat die Debatte um den Umgang mit dem Wolf, insbesondere aus dem Blickwinkel der Weidetierhalter, massiv befeuert.

Kürzlich kamen in Zwiefalten 75 Teilnehmer zu einem Diskussionsabend zusammen, den die Kolpingfamilie organisiert hatte. Vor allem die Möglichkeiten eines wirksamen Schutzmanagements für Weidetiere (wolfssichere Zäune, Herdenschutzhunde usw.) werden intensiv und kontrovers diskutiert. In Grabenstetten bietet nun der Landesbauernverband eine eigenen Vortrags- und Diskussionsabend an.

Dabei wird die Frage diskutiert, ob und wie in Zukunft die – auch aus Naturschutzgründen notwendige – Weidetierhaltung mit zumutbarem Aufwand aufrecht erhalten werden kann und welche Lösungen, die auch haftungsrechtliche Konsequenzen mit einbeziehen, gefunden werden können. Veranstalter des Abends sind der LBV gemeinsam mit den Bauernverbänden Esslingen und Reutlingen. Unter dem Motto „Wolf und Weidetierhaltung“ kommen dabei am Donnerstag, 21. Februar, ab 13.30 Uhr in der Gaststätte Lamm verschiedene Experten zu Wort.

Felician Schäfer, von Bioalb Weidefleisch zeigt auf, welche Probleme mit dem Wolf auf die Mutterkuhhaltung künftig zukommen können. Wolfskritiker Friedrich Noltenius, der in Sachsen lebt und auf seiner Internetseite wolfszone.de unter anderem kritisch über die Arbeit des Naturschutzbundes und des BUND berichtet, spricht zu Strategien im Umgang mit dem Wolf. Daniel Mettler von der Schweizerischen Vereinigung für die Entwicklung der Landwirtschaft und des ländlichen Raums wird über den Herdenschutz in der Schweiz berichten. Dirk Lambertz vom LBV gibt Antworten auf die Frage: Was kann Versicherungsschutz abdecken?

Bei der Veranstaltung findet nach den Vorträgen der Referenten eine Podiumsdiskussion unter Einbeziehung der Veranstaltungsteilnehmer statt. Diese wird von Ariane Amstutz, der Pressesprecherin des Landesbauernverbandes, moderiert. Die Veranstaltung ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.